Ein gewöhnlicher Dschihadist

https://fbcdn-sphotos-b-a.akamaihd.net/hphotos-ak-ash4/1003247_418877301552822_480730151_n.jpg

Al-Arifi (rechts) und andere saudische Wahabiten – Die Heuchler trinken übrigens Alkohol

Ein gewöhnlicher Dschihadist

| 24. Juni 2013

Mohamed Al-Arefe ist ein saudischer Scheich. Ein ganz reicher, sicher. Und ein Wahabit, also Anhänger der in Saudi-Arabien üblichen besonders rigorosen Auslegung des Islam. Wenn man sich mit Schiiten oder gemäßigten Sunniten über die Saudis unterhält, kann man hören, daß es sich beim Haus Ibn Saud um eine freimaurerische oder zionistische Gründung handele, die mit wahrem Islam nichts zu tun habe. Namhafte Islamgelehrte wie Scheich Imran Hosein sehen im Wahabismus sogar eine Kreation des Teufels. Tatsächlich ist die Heuchelei zwischen frommem Getue und drakonischer Härte gegenüber Abweichlern einerseits und moralischer und finanzieller Korruption der Oberschicht andererseits im Wahabismus stärker als in irgendeiner anderen islamischen Richtung. Das Land, welches die USA offen als „den großen Satan“ bezeichnet, liefert genau diesem Öl, läßt seine Kämpfer für genau dessen Interessen ins Feld ziehen. Auch Israel wird von Saudi-Arabien beliefert. Aber die Saudis haben Geld, und damit finanzieren sie (und Katar) Propaganda in sunnitischen Ländern, welche im Namen des Leides der Palästinenser zum Kampf gegen Israel – halt, nein: gegen Syrien, die Hisbollah und moderate Moslems aufruft. Chuzpe als saudische Tugend.
Ach ja… Al-Arefe: dieser würdige Kleriker, einer der führenden des Saudi-Landes, rief auf einem Treffen islamischer Gelehrter in Kairo am 14. Juni zum Dschihad gegen Syrien „in jeder möglichen Weise” auf. Nett, dieser Dschihad gegen Syrien hat ja in Gestalt von Al-Nusra-Terroristen und „Freier Syrischer Armee” durchaus einigen Zehntausend Un- oder Nicht-Ganz-Richtig-Gläubigen das Leben gekostet.
Seine vier Söhne werden allerdings nicht daran teilnehmen. Diese hätten nach seiner Aussage Besseres zu tun. Riba, also Zinsen nehmen? Aber die sind doch im Islam verboten? Zumindest nach Imran Hosein nehmen es die Saudis damit nicht so genau. Genauso, wie sie ihren Untergebenen Alkohol strikt verbieten, jedoch bei Treffen mit westlichen Staatsmännern gerne mal „mit anstoßen“.
Aber Al-Arefe selbst wird sicher teilnehmen, wenn er sich denn so einsetzt… sicher ist er gerade auf dem Weg um sich mutig syrischen Truppen entgegenzustellen, oder?
Naja, fast. London ist ja nicht SO weit von Syrien entfernt. In der Stadt, nach Al-Arefe ein Ort, welchen Moslems in Zeiten der Krise nicht aufsuchen sollten, sind Geschäfte zu erledigen. Für diese hatte sich der Kleriker ganz weltlich angezogen. Außerdem wollte er muslimische Jugendliche im Vereinigten Königreich zu tolerantem Zusammenleben mit Nicht-Muslimen aufrufen. Dschihad ist da, wo‘s dem Geldsack nutzt. Nicht wahr, Herr Scheich?
Allerdings erfuhr diese Reise eine kleine Trübung, denn irakische Jugendliche erkannten den Dschihad- und Toleranzprediger und Geschäftsmann und verprügelten ihn. Mit Schuhen. Ein Fall von Migrantengewalt, der hm… also: dafür würden gutbezahlte Sozialstunden als Strafe tatsächlich mal reichen, meine ich.
Die größten Probleme scheint der arme reiche Scheich jedoch daheim zu haben: wie sonst ist es zu erklären, daß er Töchtern riet, sie sollten davon absehen, daheim leichte Kleidung zu tragen, um ihre Väter nicht zu verführen?

Advertisements

One response to “Ein gewöhnlicher Dschihadist

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: