Archiv der Kategorie: Ukraine

Wird ein Maidan gegen Weißrussland geplant? Teil 2

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Wird einen Maidan gegen Weißrussland geplant? Teil 2

(Teil 1 hier)

Von Eduard Popov

Englische Version: http://www.fort-russ.com/2016/12/unholy-alliance-belarusian-and.html

Deutsche Übersetzung: Felix A.

https://libyensoli.files.wordpress.com/2016/12/36718-screen2bshot2b2016-11-042bat2b17-40-53.png?w=490

Eduard Popov, geboren 1973 in Konstantinovka, Region Donezk, ist ein Absolvent der Staatlichen Universität Rostow am Don mit PhD in Geschichte und Philosophie. 2008 gründete er das Zentrum für Ukrainische Studien der Südlichen Bundesuniversität Russlands in Rostow am Don. 2009-2013 war er der Gründungsleiter des  Schwarzem Meer-kaspischen Zentrums des russischen Instituts für Strategische Studien, einen analytischen Instituts der Präsidialverwaltung Russlands. Im Juni 2014 hat Popov die Errichtung der Repräsentanz der Volksrepublik von Donezk in Rostow am Don angeführt. Er hat an humanitären Hilfeleistungen in Donbass aktiv teilgenommen und ist ein Gastmitwirkender zu verschiedenen Medien aus Donbass wie die Kosakische Mediengruppe in Lugansk gewesen. Popov hat zum Fort Russ seit dem Juni 2016 aktiv beigetragen.

Unheilige Verbindung: Belarussische und ukrainische Neo-Nazis planen Maidan in Minsk

Fortgesetzt vom Teil 1

Im Laufe der letzten Wochen hat die Ukraine versucht, Russland und Weißrussland gegeneinander zu bringen. Zur gleichen Zeit haben ukrainische Behörden auf einen Maidan in Minsk gehofft. Zufall oder nicht, ist auch eine riesige Menge an Waffen und Kämpfern aus  der Ukraine in Weißrussland geströmt. Zusätzlich zu den weißrussischen Neo-Nazis, die bei den ukrainischen freiwilligen Bataillonen in Donbass gekämpft haben, fangen selbst  ukrainische Kämpfer an, in das Land einzudringen.

Die belarussischen Behörden und die Öffentlichkeit haben auch einen großen Zulauf von Flüchtlingen aus der Ukraine zur Kenntnis genommen – Wir reden von ungefähr Zehntausende. Für Dutzende oder sogar Hunderte von Kämpfern, die über Erfahrung in Straßenkämpfen mit der Polizei verfügen, ist es leicht, sich in diese Masse zu verschmelzen. Im Juli 2014 hat der Autor dieser Linien dieselbe “Aufstellung” beobachtet: Starken jungen Männern mit minimalen Besitz und ohne Frauen und Kinder, die, sich als „Flüchtlinge“ ausgebend, auf eine organisierte und effiziente Weise die Grenze nach Russland durchquert haben. Später ist es bekannt geworden, dass ukrainische Kämpfer in russisches Territorium auf solcher Art und Weise eingedrungen sind, um einen zukünftigen Maidan in Moskau vorzubereiten. Aber in Russland ist es gescheitert. Werden sie jetzt versuchen, ein Maidan in Weißrussland zu organisieren?

Und doch ist eine andere Tendenz in den letzten wenigen Tagen bemerkt worden. Am 29. November sind Berichte darüber gekommen, dass Kiew Minsk seines Status als der Hauptvermittlertreffpunkt des Konfliktes in Donbass berauben könnte. Wie die ukrainische Ausgabe von Radio Svoboda berichtete, wurde das von die Vorsitzende des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten der Verkhovna Rada, Anna Gopko, festgesetzt. Ihrer Meinung nach, unterstützt Minsk den Kreml offen. Der Grund für solch eine Beschuldigung war Weißrusslands Verweigerung, die UN-Resolution der Ukraine auf Menschenrechtsverletzungen in der Krim am 15. November zu unterstützen. “Wir hatten gesagt, dass Minsk eine neutrale Plattform für die Verhandlungen ist, aber nach der Stimme, können wir nicht mehr darauf zählen”, so Gopko.

Es ist offensichtlich, dass die Ukraine unter einen “neutralen Status” nur eine bedingungslose Unterstützung der ukrainischen Positionen versteht. Auch Russland könnte übrigens eine lange Liste von Beschwerden zu den Behörden von Weißrussland präsentieren, in denen  sie Mangel an “der Neutralität” anklagen. Aber Russland hat solche Ansprüche nicht gestellt und hat nicht vorgeschlagen, Minsk durch einen verschiedenen Verhandlungstreffpunkt zu ersetzen. Russlands Beschwerden zu Weißrussland, oder genauer zu Präsidenten Lukaschenko, sind einer völlig verschiedenen Natur: Nämlich, dass Lukaschenko seine Verpflichtungen als Verbündeter nicht erfüllt (Russland und Weißrussland sind Mitglieder des Vereinigungsstaates). Jedoch hat Moskau immer betont, dass es Weißrusslands Staatssouveränität und seinen neutralen Status respektiert.

Die Ukraine ist sehr eifersüchtig und meiner Meinung nach, ist sie in ihren Beziehungen und Handlungen zu seinen Nachbarn und Partnern kurzsichtig. Der ukrainische Staat und seine Diplomatie sind nur 25 Jahre alt und sind deshalb in ihrem Säuglingsalter. Daher benimmt sich die Ukraine wie ein unartiges Kleinkind, das jedes Unabhängigkeitsgefühl als Feindschaft interpretiert. Das neueste Beispiel davon war, als italienische und türkische Delegationen die Krim im Oktober und November besucht haben. Die Mitglieder dieser Delegationen wurden bedroht, mit dem einschließen ihrer Namen auf der Liste der „Persona non grata“ des ukrainischen Außenministeriums. Tatsächlich hat das Ministerium ihnen offiziell damit gedroht.

Aber Weißrussland ist ein Sonderfall. Verschieden als bei Italien und der Türkei haben die Ukrainer gegen Weißrussland ein Arsenal der Rache. Wieder zum Anfang des Artikels zurückkehrend, konnte sich diese Rache in den Versuchen des Organisierens von „Maidan“  und Straßenunruhen in Minsk mit der Teilnahme von weißrussischen und ukrainischen Neo-Nazis äußern. Der Waffenfluss und der Zulauf von „Flüchtlingen“ aus der Ukraine, über die Präsident Lukaschenko nervös gewarnt hat, geben mindestens einen ernsten Grund, an das Drehbuch der Ukraine zu denken – Die Vorbereitung eines belarussischen Maidan.

Im September 2016 wurde es berichtet, dass die Zahl von ukrainischen Flüchtlingen in Weißrussland zu 160,000 gestiegen sei. Das wurde von Weißrusslands Außenminister, Vladimir Makei, bekannt gegeben. Für ein Land von 10 Millionen wie Weißrussland sind 160,000 Menschen eine enorme Zahl.

Unfreundliche Charakterisierung der gesetzlichen Regierung der Republik Weißrussland als das “Regime von Lukashenko”, große Zuläufe von Waffen und von Migranten (Infiltration durch zukünftige Maidankämpfer?), und Beschuldigungen, dass Minsk mit Moskau unter einer Decke steckt… Ist alles nur ein Zufall, alles zur gleichen Zeit?

Der menschliche, technische und psychologische Grundstein für einen Belarussischen Maidan wird wörtlich vor unseren Augen vorbereitet. Und das ist gerade die Spitze des Eisbergs. Was die Ukraine noch mit ihren belarussischen “Brüder” vorhat, ist reine Vermutung.

 


Wird ein „Maidan“ gegen Weißrussland geplant? (Teil 1)

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Wird ein „Maidan“ gegen Weißrussland geplant? Teil 1

(Teil 2 hier)

Von Eduard Popov

Englische Version: http://www.fort-russ.com/2016/11/ukrainian-neo-nazis-set-their-sights-on.html

Deutsche Übersetzung: Felix A.

https://libyensoli.files.wordpress.com/2016/12/36718-screen2bshot2b2016-11-042bat2b17-40-53.png?w=490

Eduard Popov, geboren 1973 in Konstantinovka, Region Donezk, ist ein Absolvent der Staatlichen Universität Rostow am Don mit PhD in Geschichte und Philosophie. 2008 gründete er das Zentrum für Ukrainische Studien der Südlichen Bundesuniversität Russlands in Rostow am Don. 2009-2013 war er der Gründungsleiter des  Schwarzem Meer-kaspischen Zentrums des russischen Instituts für Strategische Studien, einen analytischen Instituts der Präsidialverwaltung Russlands. Im Juni 2014 hat Popov die Errichtung der Repräsentanz der Volksrepublik von Donezk in Rostow am Don angeführt. Er hat an humanitären Hilfeleistungen in Donbass aktiv teilgenommen und ist ein Gastmitwirkender zu verschiedenen Medien aus Donbass wie die Kossakische Mediengruppe in Lugansk gewesen. Popov hat zum Fort Russ seit dem Juni 2016 aktiv beigetragen.

 

Ukrainische Neo-Nazis zielen auf Lukaschenko und Weißrussland

 

Außer die Abspaltung der Krim und Donbass und die verfehlte Wirtschaftspolitik, gibt es eine andere Folge des Coups in der Ukraine: Nämlich die Verschlechterung der Beziehungen mit den Nachbarn des Landes, und nicht nur mit Russland. Das Image der Ukraine ist in anderen Ländern ebenso ernstlich getrübt worden.

Ich habe bereits oft über polnisch-ukrainische Beziehungen für das Fort Russ geschrieben, und ich hoffe, dieses Thema fortzusetzen, da es regelmäßig mit neuem Material bereichert wird. Es scheint, nach den Brexit, dass die Ukraine langsam einen anderen wichtigen Lobbyisten von seinen Interessen an der Europäischen Union verliert: Warschau.

Weißrussland ist jetzt zur Liste von Nachbarn hinzugefügt worden, die beginnen, die Ukraine mit einem Argwohn zu behandeln, die an Feindschaft grenzt.

Am 22. Oktober hat ein seltsames Ereignis stattgefunden, in dem ein ukrainisches Kampfjet vorhatte, ein Zivilflugzeug der weißrussische Linie Belavia zum Landen zu zwingen oder, es nötigenfalls niederzuschießen. Glücklicherweise ist das nicht geschehen. Zwei Wochen später hat Poroschenko eine vage Entschuldigung (ohne jede Erklärung) seinem weißrussischen Kollegen Alexander Lukaschenko angeboten. Aber wie weißrussische Beobachter bemerkt haben, sind diejenigen, die dieses Ereignisses schuldig sind, trotz den Versicherungen von Poroschenko nicht bestraft worden.

Der Verfall der Ukrainisch-Belarussischen Beziehungen ist im November weitergegangen, diese negative Tendenz beschleunigt sich.

Am 17. November hat der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko russischen Journalisten über einen Fluss von geschmuggelten Waffen aus der Ukraine erzählt. Die Behauptung von Lukashenko wurde durch den zahlreichen, obgleich sensationalistischen, weißrussischen Medien bestätigt. Die Sorgen der Belarussen sind verständlich: Der Fluss von Waffen führt durch eine sehr lange Grenze (1200 km) mit der Ukraine durch, die definitionsgemäß nicht dicht kontrolliert werden kann. Objektiv sind Weißrusslands Grenzwächter unfähig, alle Löcher zu bedecken und die Versorgungskanäle zu blockieren. Dazu kommt auch noch, dass nicht nur Waffen, sondern auch weißrussische und ukrainische Neo-Nazis, die unter den Bataillonen in Donbass gekämpft haben, in Weißrussland von der Ukraine hineilen konnten.

Die Erfahrung der Zusammenarbeit zwischen belarussischen und ukrainischen Neo-Nazis geht Jahrzehnte zurück. Mindestens seit den 1990er Jahren haben Kämpfer der ukrainischen Nationalversammlung oder der ukrainischen Nationalen Selbstverteidigungsorganisation ihren weißrussischen “Brüder” in Protesten gegen Präsidenten Lukaschenko unterstützt. Heute machen sich Neo-Nazis aus Weißrussland sogar nicht mehr die Mühe, ihre Pläne zu verbergen, Kampferfahrung und Waffen in der Ukraine zu gewinnen (indem sie in ukrainischen Bataillonen kämpfen), um dann ihre Erfahrung und Sachkenntnisse nach ihrem heimischen Weißrussland zu übertragen. Ihre Absicht ist Lukaschenkos Regierung zu stürzen.

Die Sorge des belarussischen Präsidenten über den Fluss von Waffen und potenziellen  Kämpfern ist nicht unbemerkt in der Ukraine gegangen. Die Behauptung vom 26. November der Stellvertreterin der Verkhovna Rada Irina Friz, ehemalige Pressesprecherin von Poroschenko, sollte in diesen Zusammenhang bewertet werden. In ihren Wörtern, “bereitet der Kreml eine Massenskalaprovokation gegen die Ukraine auf dem Territorium Weißrusslands vor. Das konnte an die Vorbereitung gebunden werden, durch fünffach die Eisenbahnaufstellungen des Ministeriums der russischen Verteidigung in der Richtung auf Weißrussland für 2017 zuzunehmen. Das Ziel dieser Handlung könnte die Liquidation des Regimes von Lukaschenko und die Aufstellung von russischen Truppen sein, um die direkten [russischen] Staatskontrolle zu erlangen… Diese Provokation könnte mit der Teilnahme von Bürgern ausgeführt werden, die an Kampfoperationen in Donbass beteiligt waren… sowie von Agenten, die in die Sicherheitskräfte der Republik Weißrussland eingedrungen sind.”

Ein bisschen vorher hat die Leiterin des Ausschusses der Rada für Internationalen Angelegenheiten, Anna Gopko, vor der Drohung Weißrusslands gewarnt, in die Ukraine einzufallen.

Was gibt es hinter diesen Behauptungen, und welche Ziele verfolgen sie? Ein allgemeiner Beschluss besteht darin, dass diese Behauptungen an die obengenannte Behauptungen Lukaschenkos gebunden werden, die von der weißrussischen Presse zitiert wurden.

Bezüglich spezifischer Beschlüsse:

Zuallererst will ich Aufmerksamkeit auf die Phrasierung der Behauptung von Friz lenken. “Regime von Lukaschenko” ist eine offensichtlich unfreundliche Phrasierung, die zweifellos  die Einstellung zur Schau stellt, die der Kiewer Regierung gegenüber dem gesetzlichen Präsidenten des Nachbarstaates hat, der seinerseits immer brüderlichen Gefühle zu den ukrainischen Leuten wiederholt festgesetzt hat.

Zweitens ist es kein Zufall, dass die ukrainischen Behörden Freiwillige aus Weißrussland erwähnt haben, die auf der Seite der Republiken von Donbass kämpfen. Die grundlosen Beschuldigungen gegen sie, die gesetzliche Regierung von Weißrussland stürzen zu wollen, bezieht sich auf einen logischen, obgleich naiver Versuch, die Aufmerksamkeit der Regierung von Weißrussland und KGB von jenen zahlreichen belarussischen Neo-Nazis abzulenken, die wirklich das “Regime von Lukashenko” zu stürzen planen.

2015 in Donbass habe ich mich mit weißrussischen Freiwilligen der Volksrepublikenmiliz von Donezk getroffen. Wie sie selbst sagten war ihr Hauptgrund, um nach Donbass zu kommen, den Faschismus zu bekämpfen. Es lohnt sich zu erwähnen, dass Weißrussland jeden vierten Bürger während der Jahre des Großen Patriotischen Krieges verloren hat, und es die  ukrainische Nazikollaborateure von der Organisation des ukrainischen Nationalisten und ukrainischer Aufständischer Armee meistenteils die Scharfrichter waren. Selbstverständlich gab es unter ihnen kein Gespräch von Plänen, Lukaschenko zu stürzen. Vielleicht hatten die Freiwilligen aus Weißrussland nicht die wärmsten Gefühle für Lukaschenko, aber sie haben vollkommen verstanden, dass das Stürzen der gesetzlichen Regierung auf eine kriminelle Weise Weißrussland zum Wiederholen des katastrophalen ukrainischen Drehbuches führen würde. Diese Leute können als die Verteidiger von einem weißrussischen Anti-Maidan und daher als natürlichen Verbündeten von Lukaschenko präsentiert werden.

So ist es offensichtlich, dass Kiew, mindestens auf dem Niveau von höheren Abgeordneten der Verkhovna Radas, versucht, Minsk zu manipulieren, damit Belarus Russland zu misstrauen beginnt – Und gleichzeitig eine Ablenkungsmanöver durchführt, um die Anklagen gegen die Ukraine für die Flüsse von Waffen und Kämpfern die in Weißrussland geraten, zu vertuschen. Jedoch, in diesen Behauptungen, offenbaren die ukrainische Abgeordnete ihre eigenen echten Pläne und ihre echte Einstellungen zum “Regime von Lukaschenko.”

Die Ereignisse der letzten Tage haben diesen Beschluss bestätigt. Wir werden uns demnächst diesen ausführlicher zuwenden.


Mordfall Nemzow: Hintermänner im ukrainischen Geheimdienst?

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Wilhelm Dietl spricht über den Mordfall Boris Nemzow

Neues zum Mordfall Boris Nemzow

Hintermänner im ukrainischen Geheimdienst?

Von Ruedi Strese

Quelle: Nortexa.de

Berlin – Die Investigativ-Gruppe Ost Objektiv sieht hinter dem im Februar 2015 stattgefundenen Mord an dem liberalen russischen Oppositionspolitiker einen ausgeklügelten Plan verantwortungsloser Kräfte im ukrainischen Sicherheitsdienst. Ein falsches Model und eine Spur, die über Tschetschenien nach Moskau weisen sollte, gehörten zu den zentralen Bestandteilen eines Geschehens, welches dazu gedacht war, den russischen Staat ins Wanken zu bringen.

Details zur Deutung von Ost Objektiv gab es nun auf einer Pressekonferenz in Berlin-Mitte zu hören. Da die Mitglieder der Gruppe, der „ehemalige Entscheidungsträger der Bundesrepublik Deutschland“ angehören, „aus Rücksichtnahme auf ihre in Verantwortung stehenden Kollegen vorerst noch keine öffentliche Bekanntheit wünschen“, so die Pressemitteilung, wurde stellvertretend der bekannte Journalist und Geheimdienstexperte Wilhelm Dietl, der bereits für Stern, Spiegel und Focus (und den BND) tätig war, mit der Präsentation beauftragt. Dietl nannte als generelle Motivation von Ost Objektiv die Sorge wegen der unsachlichen Berichterstattung über Rußland, der aktuelle Bericht zum Fall Nemzow werde vorgestellt, „damit die Planer dieses perfiden Verbrechens nicht das letzte Wort haben“.

Nach der sattsam bekannten Version war Boris Nemzow, Vertreter der liberalen Opposition gegen die Regierung Putin, am 27.2.2015 mit seiner Freundin unterwegs, als er aus einem Auto erschossen wurde, ausgerechnet vor dem Kreml. Als Haupttäter verhaftet wurde ein Tschetschene, damit sollte nach dieser Fassung die Spur zu Unrecht in islamistische Kreise gelegt werden. Der Täter kam jedoch aus dem Umfeld des moskaufreundlichen tschetschenischen Präsidenten Ramsan Kadyrow, was als Hinweis darauf gewertet wird, daß sich die Hintermänner im Kreml befänden. Schließlich sei Nemzow ein bekannter Gegner Putins gewesen und habe am 1. März eine große Demonstration gegen diesen leiten wollen, und nur knapp vorher sei er erschossen worden. Kurz: nach dieser gängigen Theorie klebe das Blut Nemzows letztlich an den Händen Wladimir Putins.

Für die russischen Ermittler war Nemzows Freundin Durizkaja allerdings bereits früh nicht nur eine Zeugin, sondern auch eine Verdächtige. So gab es Widersprüche zwischen ihrer Aussage, Nemzow habe kein Fahrzeug nehmen, sondern laufen wollen, während Zeugen zufolge Durizkaja auf dem Spaziergang bestanden habe. Warum hat der Mörder nicht auch die Zeugin Durizkaja beseitigt? Sie habe sich auch geweigert, sich einem Lügendetektortest zu unterziehen, wollte nicht in das russische Zeugenschutzprogramm aufgenommen werden und nach dem Geschehen schnellstmöglich zurück in ihre ukrainische Heimat.

Die neuesten Erkenntnisse stützen jetzt eine Interpretation, nach der Durizkaja Teil des Komplotts gewesen sei und Nemzow absichtlich in die Schußlinie seiner Mörder geführt habe. Betont wurde ihr für ein Model ungewöhnliches Verhalten; drei Jahre sei sie bereits mit Nemzow liiert gewesen und habe die Beziehung geheimgehalten, anders, als in solchen Kreise üblich, wo Liaisons mit bekannten Persönlichkeiten als Eintrittskarte in die High Society genutzt werden. Zudem habe sie vermieden, Nemzows Beerdigung beizuwohnen und dies mit Abscheu vor Medienrummel begründet. Als Zeugin erreichbar ist sie nicht mehr ohne Weiteres, sie steht nun unter dem Schutz der ukrainischen Sicherheitsbehörden.

Doch was ist mit der tschetschenischen Spur? Der als Haupttäter festgenommene Saur Dadajew belastet sich selbst nicht nur mit der Tat, sondern auch mit deren Ausführung und Planung, womit er eine weit höhere Haftstrafe auf sich nimmt als nur als „ausführender Täter“. Einer Variante der Kreml-Theorie zufolge sei Michail Kassjanow, ehemaliger Ministerpräsident der ersten Präsidentschaft Putins, der Auftraggeber gewesen. Ost Objektiv fragt hingegen, warum Dadajew diesen dann schützen und die Schuld auf sich laden sollte und stellt dem entgegen, daß es wahrscheinlicher sei, den Auftraggeber unter den exiltschetschenischen Dschihadisten zu suchen. Dadajew schützt danach somit tatsächlich seine eigenen Leute – und möglicherweise auch seine Angehörigen.

Dazu paßt, daß Achmed Sakejew von der tschetschenischen Exilregierung in London im Zusammenhang mit dem Mordfall Nemzow von Tschetschenen, „die die Ukraine unterstützen“ spricht. Tatsächlich haben tschetschenische Kämpfer im Konflikt um die Ostukraine auf beiden Seiten gekämpft. Ost Objektiv liefert eine Kette von Verbindungen zwischen den tschetschenischen Dschihadisten auf ukrainischer Seite und der Exilregierung in London sowie der Gruppe um Dadajew.

Issa Munajew, Gründer des tschetschenischen Bataillons Dschochar Dudajew, kommt dabei als Verbindungsmann zwischen der Exilregierung und den Nemzow-Mördern in Frage. Einen Monat vor der Ermordung Nemzows, am 1. Februar, starb er. Nach offizieller Darstellung bei Gefechten um die ostukrainische Stadt Debalzewo. Tschetscheniens Präsident Kadyrow stellte hingegen die Behauptung auf, der ukrainische Sicherheitsdienst SBU und die CIA hätten sich auf die Eliminierung Munajews verständigt. Wurde hier möglicherweise ein Beteiligter des Komplotts von ukrainischem Sicherheitsdienst und tschetschenischen Islamisten präventiv beseitigt?

Ost Objektiv betont, daß es sich in ihrer Version nicht um einen Auftrag der ukrainischen Regierung gehandelt habe, sondern, daß die verantwortliche Gruppe im Sicherheitsdienst auf eigene Rechnung vorgegangen sei. Ziel sei gewesen, durch den Tod Nemzows Unruhen in Rußland zu erzeugen (einen „Moskau-Maidan“), um Rußland zu schwächen und die Lage für die Kiewer Truppen im Kampf um die abtrünnigen Gebiete der Ostukraine zu verbessern.

Die technisch einwandfreie Ausführung deutet auf einen professionellen Geheimdienst hin. Dem steht jedoch eine gravierende politische Fehleinschätzung gegenüber. Allgemein existiert die liberale Opposition in Rußland vor allem für die westlichen Kameras, ihre Verankerung im Volk kann getrost vernachlässigt werden. Auch Nemzow war in den letzten Jahren eine marginale Erscheinung, dessen Beseitigung dem Großteil des russischen Volkes recht gleichgültig gewesen sein dürfte. Die russische Regierung hatte einfach nichts vom Tod Nemzows. Die ukrainischen Kreise hätten hingegen durchaus etwas davon gehabt – wenn die Opposition in Rußland so stark gewesen wäre, wie sie in den antirussischen ukrainischen Medien dargestellt wird.

Aufklärungsarbeit wie jene von Ost Objektiv scheint jedenfalls dringend nötig, denn Nemzow wird auch über ein Jahr nach seinem Tod noch durch das Potemkinsche Dorf getrieben. Daß der Politiker in Rußland nach einem klassischen Begriffsverständnis nicht zu Unrecht als Landesverräter eingestuft wurde, ist die eine Seite. So gehörte er zu Boris Jelzins engsten Gefolgsleuten und war für die „marktwirtschaftlichen Reformen“ (den Ausverkauf des Landes) wesentlich mitverantwortlich; nach Aussagen eines seiner Gesinnungsgenossen, des Schriftstellers Wiktor Wladimirowitsch Jerofejew, war er dem Westen 2014 sogar bei der Erstellung der Personenlisten für die Sanktionen gegen Rußland behilflich.

Die andere Seite ist, daß sein Name auch heute seitens transatlantischer Extremisten für antirussische Propaganda genutzt wird. Von Deutschland aus setzt seine Tochter Schanna (oder Zhanna) Nemzowa die Aktivitäten für eine „offene Geselschaft“ fort, der Spiegel widmete ihr im März einen entsprechenden Artikel. Von der durch Zhanna Nemzowa gegründeten Boris-Nemzow-Stiftung wurde in Kooperation mit der Friedrich-Naumann-Stiftung im Juni 2016 erstmals ein Boris-Nemzow-Preis verliehen, „für Mut im Kampf für demokratische Rechte in Russland“. Erhalten hat ihn Lew Schlossberg, ein liberaler Lokalpolitiker und Journalist, der in seiner Dankesrede pflichtschuldigst die Legende weiterpflegte, Nemzow sei „für seine politischen Überzeugungen“ ermordet worden.


Lest und studiert „Die Wahrheit“ – Organ der AiP-D Bezirksverwaltung Berlin !

DW - 022 - Putin Geburtstag


Lest und studiert „Die Wahrheit“ – Organ der AiP-D Bezirksverwaltung Berlin !

DW - 021 - Brigitte Queck - Ukraine NATO


Bericht der Koreanischen Menschenrechts-forschungsgesellschaft über Menschenrechtsverletzungen in den USA und westlichen Ländern

Die Koreanische Menschenrechtsforschungsgesellschaft untersuchte die Menschenrechte verletzenden Staaten, in denen die wahre Freiheit und Rechte der Menschen grausam erdrosselt werden, und veröffentlichte am 7. September d. J. den Bericht über die Menschenrechtverletzungen in den USA und westlichen Ländern, um sie vor aller Welt zu entlarven.

Schon im September 2014 hatte die Koreanische Menschenrechtsforschungsgesellschaft zum ersten Mal den Bericht über die Menschenrechtslage in unserem Lande veröffentlicht, um die Vorzüglichkeit der sozialistischen Ordnung unseres Landes, die Anstrengungen unserer Republik für Menschenrechtsschutz und -förderung und die Menschenrechtslage unserer Bevölkerung exakt bekannt zu geben und das Wesen und die Ungerechtigkeit des gegen unsere Republik gerichteten Rummels der USA und der ihnen hörigen Kräfte um „Menschenrechte“ zu entlarven.

Heute werden weltweit Anstrengungen der Staaten mehr dafür aktiviert, in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens wahre Menschenrechte zu gewähren. weiterlesen