Bei anderen gelesen…

Pioniereisenbahn

Parkeisenbahn Wuhlheide: Mein 9-jähriger Schaffner und ein Stück DDR, das bis heute lebt

Unsere Autorin wurde 1994 im Schwarzwald geboren. Von Pioniereisenbahnen hatte sie noch nie gehört. Also hat sie recherchiert, was für halb Berlin selbstverständlich ist.

Am Wochenende bin ich mit meiner Familie durch den Volkspark Wuhlheide getuckert, mit der Parkeisenbahn – eine Wochenendaktivität, die ich wärmstens empfehlen kann. Unser Schaffner war ein Kind. Neun, vielleicht zehn Jahre alt, mit Uniform und Lochzange, und er machte seine Sache mit einer Ernsthaftigkeit, die mich schlicht umgehauen hat. Mein erster Gedanke war: „Nette Idee, Kinder mal mitmachen lassen.“ Falsch. Der Junge hat einen Kurs absolviert, eine Prüfung bestanden und ist offiziell im Dienst.Ich bin 1994 im Schwarzwald geboren. Pioniereisenbahnen kamen in meiner Kindheit nicht vor, und ich vermute, den meisten Westdeutschen meines Jahrgangs geht es genauso.

Für viele Berlinerinnen und Berliner ist das dagegen nichts Neues, sondern Erinnerung. Elf solcher Bahnen gab es in der DDR. Zehntausende Kinder haben dort Dienst getan. 

Trotzdem ist es das, was mich an dieser Stadt immer wieder überrascht: Man stolpert im Park über etwas, das aussieht wie eine Attraktion, und findet ein Stück Staatsgeschichte.Ein Regelwerk von 1980, gültig im Jahr 2026

Was ich dann nachgelesen habe, hat mich noch mehr erstaunt. Schaffner darf man ab 9 Jahren werden, Schrankenwärter ab 10, Zugführer ab 12, Fahrdienstleiter ab 15. Nur Lokführer und Rangierleiter müssen volljährig sein. Über 170 Kinder und Jugendliche halten den Betrieb am Laufen.Rechtsgrundlage ist bis heute die „Bau- und Betriebsordnung für Pioniereisenbahnen“ von 1980. Sogar die Mittagspause hat einen amtlichen Grund: Von 12.30 bis 13.30 Uhr steht die Bahn still, weil den Kindern eine Stunde Pause zusteht.

Ein Geschenk zum Geburtstag von Wilhelm Pieck

Angekündigt wurde die Bahn am 3. Januar 1956, dem 80. Geburtstag von DDR-Präsident Wilhelm Pieck. Tausend Eisenbahner und Freiwillige bauten die Strecke in sechs Monaten. Eröffnet wurde am „Tag des Eisenbahners“ mit zwei Diesellokomotiven und acht halb offenen Wagen. Es war die sechste Pioniereisenbahn der DDR. Ab 1963 trugen die Kinder Uniformen, die denen der Reichsbahn weitgehend entsprachen – für die Kleinen mit kurzer Hose.

1978 kam der Bruch, der die Wuhlheide von allen anderen unterscheidet: Die Deutsche Reichsbahn übernahm die Betriebsführung selbst, als einzige Pioniereisenbahn der DDR. Alle anderen blieben kommunale Einrichtungen.

Für die Reichsbahn war die Bahn vor allem Ausbildungsstätte für den eigenen Nachwuchs. Auf hohe Fahrgastzahlen legte man keinen Wert, gewünscht war eine moderne Bahn. Weshalb historische Wagen ausgerechnet in dieser Zeit nicht erhalten wurden.

Nach der Wende wollte die Reichsbahn die Verantwortung loswerden, die Bahn stand vor dem Aus. 1993 ging der Betrieb an eine gemeinnützige GmbH. Im Oktober desselben Jahres wurde die Strecke zum S-Bahnhof Wuhlheide eröffnet, und zwar vom damaligen Jugendsenator Thomas Krüger, der früher selbst Pioniereisenbahner gewesen war.

Heute rollen auf 600 Millimetern Spurweite Dampf- und Diesellokomotiven über 7,5 Kilometer, rund 60.000 Gäste im Jahr. Die Dampflok „Klaus“ fuhr einst auf den Berliner Trümmerbahnen. Die jüngste Diesellok wurde aus dem Vermögen der DDR-Parteien finanziert.Und dann kam der Junge mit der Zange

Der kam pünktlich durch den Wagen, knipste die Fahrkarten und rief den nächsten Halt aus. Vielleicht ist er in ein paar Jahren Fahrdienstleiter. Vielleicht sitzt er mit 18 auf einer Lok. Und vielleicht erzählt er irgendwann jemandem davon, der aus dem Schwarzwald kommt und große Augen macht – so wie ich.


Bei anderen gelesen…

Berliner Kurier vom 23.09.2026 von Peter Wiezorek

Unerwarteter Höhenflug

BFC Dynamo auf Platz 6! Das ist das Geheimnis hinter dem Erfolg

Neun Spiele in Folge unbesiegt bleibt man nicht aus Zufall, aber einen Zaubertrunk haben die Weinrot-Weißen aus Hohenschönhausen auch nicht.

Keine Frage: Beim BFC Dynamo läuft es gerade richtig rund. Platz 6 nach zehn Spieltagen in der Regionalliga Nordost ist dafür der beste Beleg. Am Freitag (19 Uhr) kommt mit dem Greifswalder FC der Tabellenvierte ins Sportforum – zum Spitzenspiel der 11. Runde. Wie geht das denn?Mal ehrlich: Nach der verkorksten Vorsaison mit der Rettung erst auf den vorletzten Drücker, dem verlorenen Pokalfinale und dem erneuten Umbau im Sommer trauten nicht viele den Weinrot-Weißen einen solchen Höhenflug zu. Eher das Gegenteil!In Hohenschönhausen sahen sie dasaber  schon in der Vorbereitung anders. Kapitän Rufat Dadashov damals: „Uns hat keiner auf dem Zettel, aber warten wir mal ab.“

Zehn Spiele später guckt ein Teil der finanziell weit bessergestellten Aufstiegskandidaten durchaus neidisch in den Osten Berlins. Fragen Sie mal nach bei Lok Leipzig, dem FSV Zwickau oder auch beim FC Carl Zeiss Jena …

Vollgas in jedem Training

Trainer Sven Körner (44) spricht zwar weiter von einer Momentaufnahme, aber inzwischen weiß Dynamo, dass man durchaus mit allen in der Liga mithalten kann. Das Geheimnis hinter dem Erfolg? Es ist eigentlich gar keines.Körner: „Dass wir stehen, wo wir stehen und seit neun Pflichtspielen unbesiegt sind, haben sich die Jungs hart erarbeitet. Das ist nicht nur ein Verdienst derjenigen, die auf dem Platz stehen, sondern vor allem auch von denen, die zwar weniger Spielzeit haben, aber in jedem Training Vollgas geben.“Beim BFC ist halt der Star die Mannschaft, oder besser: der ganze Kader! Deshalb hebt Körner in seinen Analysen öffentlich nur ungern einen Spieler heraus.

Sportchef Enis Alushi (40) hat dafür gesorgt, dass – trotz schmaler Schatulle – quasi alle Positionen doppelt besetzt sind mit Spielern, die alle Startelf-Potenzial haben. Coach Körner: „Enis hat da im Sommer ganz hervorragende Arbeit geleistet.“Nicht nur auf sportlichem Gebiet. Hört man sich in der Mannschaft um, kommt immer wieder: „Wir sind eine echt geile Truppe.“ Und diese Aussage gibt es nicht erst, seit es auf dem Platz läuft.Deshalb ist der Trainer in einer tollen Position: Körner weiß, wenn er seine mehr oder weniger feste Startformation mal ändern will oder muss, kann er auf jeden bauen. Und während eines Spiels kann er Qualität nachlegen.


Karl-Marx-Denkmal: Berliner Firma schrubbt DDR-Koloss in Leipzig

Seit rund 50 Jahren nie gepflegt. Jetzt rücken Berliner Restauratoren mit Schabern an – der Leipziger Marx soll frischer und satter aussehen.

Mitarbeiter der Berliner Firma Haber & Brandner reinigen die Oberfläche des Marx-Reliefs in Leipzig.


Neues vom BFC Dynamo aus dem Berliner Kurier

Beiträge aus dem Berliner Kurier vom September

Tabellenplatz 3! Darum mischt der BFC Dynamo gerade die Regionalliga Nordost auf

Nach dem 3:1 gegen den SV Tasmania sind die Hohenschönhauser seit sieben Pflichtspielen unbesiegt, Trainer Sven Körner ist trotzdem nicht richtig zufrieden.

Meisterprüfung! Darum hat der BFC Dynamo richtig Bock auf Lok

Nach drei Dreiern am Stück ist auch Mittwoch in Leipzig was für die Berliner drin. Kapitän Rufat Dadashov gibt das Motto vor.Die Pflicht hat der BFC Dynamo mit zuletzt drei Siegen am Stück bravourös erfüllt, machte sich nach den Spielen gegen den BFC Preussen,  beim FSV Luckenwalde (beide 2:0) und zuletzt gegen den SV Tasmania (3:1) als Regionalliga-Fünfter auf den Weg nach Leipzig. Was Zählbares am Mittwoch (19 Uhr) beim 1. FC Lok wäre dann schon Kür.So hätten vor Beginn der Spielzeit wohl die meisten gedacht. Aber nach dem bisherigen Saisonverlauf ist die Zuversicht gewachsen. Kapitän Rufat Dadashov (34) gibt die Richtung vor: „Wir fahren da hin, um was zu holen.“Warum auch nicht? Der BFC hat einen Erfolgs-Lauf, die Brust ist breit. Lok schwächelt – der Meister der vergangenen beiden Spielzeiten holte aus den letzten drei Partien nur einen mickrigen Zähler.Davon lassen sich die Hohenschönhauser aber nicht blenden. Um den Rückstand auf die Tabellenspitze nicht weiter anwachsen zu lassen und sich die Chance auf den direkten Aufstieg zu erhalten, ist Lok fast schon zum Siegen verdammt.

BFC-Trainer Sven Körner: „Wir müssen uns darauf gefasst machen, dass wir gegen einen Gegner spielen, der alles reinschmeißen wird.“Das sieht auch Dadashov so: „Lok ist eine super Mannschaft. Sie sind vielleicht ein bisschen verunsichert, aber wir wissen genau, was da auf uns zukommt.“Die Hosen voll hat deshalb keiner. Im Gegenteil. Dadashov: „Wir freuen uns einfach auf dieses Spiel und haben richtig Bock. Wir als Mannschaft wollen einfach wirklich sehen, wo wir stehen.“Und mit neuem weinrot-weißen Selbstwertgefühl schiebt der Torjäger noch nach: „Wir spielen guten Fußball, wir sind eine super Truppe. Es liegt an uns, wie viele Chancen wir bekommen und wie viele wir davon nutzen. Wir fahren da hin, um was zu holen.

Sieg verpasst

Bei Lok Leipzig merkt der BFC Dynamo, was ihm noch fehlt

Beim Regionalliga-Meister kassieren die Weinrot-Weißen den Ausgleich in der Nachspielzeit. Trainer Sven Körner kennt den Grund.o dicht dran war der BFC Dynamo schon lange nicht: Beim 2:2 (2:0) in Leipzig knöpften die Weinrot-Weißen dem 1. FC Lok einen Punkt ab. Die letzten vier Spiele gegen den Regionalliga-Meister der vergangenen zwei Jahre wurden allesamt verloren – ohne ein einziges Dynamo-Tor.Umso ärgerlicher, dass sogar drei Punkte drin waren. In Halbzeit eins hatten Valdemar Sadrifar (14.) und Levin Mattmüller (37.) mit seinem vierten Tor in Folge für eine 2:0-Führung gesorgt, nach der Pause ließ Rufat Dadashov dann zwei Hundertprozenter (53., 65.) liegen.Das 3:0 wäre der K. o. für Lok gewesen. Wer den Kapitän auch nur ein bisschen kennt, weiß, dass sich „Dada“ über seine kläglichen Versuche erst mit dem Kopf und dann mit dem Fuß selbst am meisten ärgert.Und so kam es, wie es dann immer kommt. Nach einem Patzer von Mattmüller und dann mit dem Mut der Verzweiflung kam Leipzig, das auch noch zweimal Aluminium traf, noch zum Ausgleich. Beide Male traf Djamal Ziane (76. und 90.+2).BFC-Trainer Sven Körner: „Ich bin trotzdem extrem stolz auf die Mannschaft. In der ersten Halbzeit haben wir ein Riesen-Spiel gemacht. Mit dem 3:0 hätten wir den Sack zugemacht.“Viel Zeit zum Ärgern bleibt nicht, schon am Sonntag (14 Uhr) kommt der 1. FC Magdeburg II ins Sportforum. Da ist das junge Überraschungsteam der bisherigen Saison dann erneut gefordert. Körner: „In Leipzig hat man gesehen, dass uns noch eine gewisse Cleverness fehlt. Das ist dann der nächste Entwicklungsschritt.


Editorial von Jürgen Elsässer im Compact Magazin

Ausgabe 08/2026

Zum Tod von Erich Mielke – Erklärung von ehemaligen Mitarbeitern aus Junge Welt vom07.06.2000


Grußbotschaft zum 78. Gründungstag der Demokratischen Volksrepublik Korea

Die Antiimperialistische Plattform Deutschland gratuliert dem Generalsekretär der Partei der Arbeit Koreas und Vorsitzenden des Komitees für Staatsangelegenheiten – Genossen KIM JONG UN – zum 78. Gründungstag der Demokratischen Volksrepublik Korea.

Der Generalsekretär der Partei der Arbeit Koreas, Vorsitzende für Staatsangelegenheiten der DVRK und oberste Befehlshaber der Streitkräfte der DVRK – Genosse KIM JONG UN – spricht bei einer Zeremonie zum 78. Jahrestag der Staatsgründung in Pjöngjang am 9. September 2026.

Am 9. September 1948 gründete Genosse KIM IL SUNG die Demokratische Volksrepublik Korea. Die Ausrufung der Demokratischen Volksrepublik Korea war manifestierter Wille eines Volkes, dass aus eigener Kraft und Anstrengung die Ketten kolonialer Knechtschaft abschüttelte, um daraus frei und selbstbestimmt eine neue, gerechte und solidarische Gesellschaft aufzubauen, in der die Würde und Größe des koreanischen Volkes in neuer Stärke erstrahlen sollte.

Dieses selbstbewusste Bekenntnis zu Volk und Heimat war und ist einer der Grundpfeiler, die bis in die heutige Zeit das unerschütterliche Fundament der Demokratischen Volksrepublik Korea bilden. Indem sie auf unnachahmliche Weise die Größe der Nation mit der Fürsorge des sozialistischen Kollektivs – das mit aufrichtiger Liebe den Einzelnen sich im Volk verwirklichen lässt – vereint, ist sie der radikalste und konsequenteste Gegenentwurf zur westlich-kapitalistischen Ausbeutungsgesellschaft.

Es wundert daher wenig, dass sich seit ihrem Bestehen der bedingungslose Hass und Zorn des kapitalistischen Westens über die Demokratische Volksrepublik Korea entlädt. Bereits kurz nach ihrer Gründung versuchte die US-imperialistische Speerspitze des internationalen Kapitals das Wagnis einer souveränen koreanischen Nation in einem
blutigen, barbarischen Krieg auszumerzen. Es sollte ihr nicht gelingen.

Denn ein Volk, dass sich seiner Identität, seiner ureigenen Stärke, seiner Vergangenheit, aber auch seiner Zukunft gewiss ist, vermag alles zu leisten. Sklaverei ist keine Option. Die felsenfeste Überzeugung an den Sieg war und ist die Losung eines unerschütterlichen Glaubens und eines eisernen Willens, an dem die stärkste Militärmacht zerschellt.

Dieser Glauben und dieser Wille sollen allen Völkern der Erde Vorbild sein. Mögen sie sich am Ruhm des stolzen koreanischen Volkes ein Vorbild nehmen, sich aus eigener Kraft ihres Wesens bewusst werden, um die Ketten der Unfreiheit abzuschütteln, und den ewigen Feind der Menschheit endgültig zu vernichten.


Brief vom Vorsitzenden

Beitrag aus der Zeitschrift Kompass 3-2026


Neuigkeiten vom BFC Dynamo

BFC Dynamo ist besser als im Vorjahr und doch schlechter als nötig

Nach dem Horror-Start bei Rot-Weiß Erfurt ist Dynamo im Aufwind, aber belohnt sich noch zu selten. Woran liegt’s?

mit dem 1:1 (0:0) bei Hertha BSC II heißt es für den BFC Dynamo: fünf Spiele, fünf Punkte! Nach einem Auftaktprogramm in der in großen Teilen hochgerüsteten Regionalliga Nordost, das es mit Rot-Weiß Erfurt, Erzgebirge Aue, Chemie Leipzig, dem FSV Zwickau und den Hertha-Bubis durchaus in sich hatte. Fünf Punkte – die hatte der BFC im Vorjahr erst nach dem 7. Spieltag auf dem Konto. Also alles im Plan?! Wenn es da nur nicht noch ein großes Aber gäbe …Denn nach dem Horror-Start beim 1:4 in Erfurt mit vier Gegentreffern bis zur 36. Minute hat sich das Team von Trainer Sven Körner (44) gefangen, stabilisiert und hat dazugelernt. Weshalb so mancher Weinrot-Weiße vorm Pokal-Wochenende in seiner Bilanz der bisherigen Saison auch auf fünf verschenkte Punkte kommt.Die Rechnung geht so: einen Zähler in Aue (das 2:3 fiel in der Nachspielzeit) liegen gelassen, jeweils zwei gegen Zwickau (0:0) und bei Hertha II. Da gab es nach der Führung durch Valdemar Sadrifar (75.) das 1:1 durch Jelani Ndi dann in Minute 84.

Trainer Körner wird zur Pause laut

Coach Körner weiß genau, woran es noch hapert: „Du musst halt diese Killermannschaft sein und das Ding bis zum Ende wegverteidigen. Wir sind noch nicht soweit, da müssen wir in der Entwicklung einfach weitermachen.“Und nicht nur da. Zu jedem Spiel gehören auch Details, die eine Entwicklung beschleunigen oder auch abbremsen können. Wie zuletzt bei Hertha BSC II. Körner: „Da wurde in der ersten Halbzeit nicht das auf den Platz gebracht, das wir eigentlich besprochen hatten.“

Nach einer Korrektur (Körner: „Ich sag mal, in der Halbzeitpause musste ich ein wenig klarer sprechen“) lief es dann besser. Der Coach: „Die Jungs haben es dann in der zweiten Halbzeit richtig gut gemacht.“

BFC sucht noch den Killerinstinkt

Also bleibt unterm Strich, um die nächste Entwicklungsstufe zünden zu können: Bei der Spielbesprechung gut aufpassen und zuhören, Gesagtes umsetzen und den notwendigen Killerinstinkt vorne wie hinten zeigen.Da ist von einfach bis kompliziert alles dabei. Aber da ist auch die Chance auf schnelle Fortschritte. Je früher sie kommen, desto eher werden so manche aufhören, verschenkte Punkte zu zählen


altes Dokument vom Vorsitzenden


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Berliner Kurier vom 09.08.2026 von Norbert Klaucke

DDR-Staatschef Erich Honecker und Ehefrau Margot: Ihre Urnen können doch nach Berlin kommen

Erich Honecker und seine Frau Margot haben bis heute kein Grab. Am Zentralfriedhof Friedrichsfelde gibt es jetzt doch noch freie Plätze für Urnen.

Erich Honecker organisierte vor 65 Jahren den Bau der Berliner Mauer. Und der DDR-Staatschef, der 1994 im chilenischen Exil starb, hat bis heute kein Grab  – genau wie seine Frau Margot (starb 2016). Jetzt könnte sich das ändern. Ausgerechnet auf dem Zentralfriedhof Berlin-Friedrichsfelde. Was vor zehn Jahren an der Bürokratie scheiterte, könnte jetzt klappen. Denn nahe der Gedenkstätte der Sozialisten sind laut Bezirksamt noch ein paar Plätzchen für Urnenbestattungen frei.Der Verbleib der Urnen von Erich und Margot Honecker ist bis heute ein Rätsel. Für beide gab es Trauerfeiern auf Friedhöfen in Chile. Beigesetzt wurden sie nie.

Mit dieser Wahrheit rückte Honecker-Enkel Roberto Yáñez (52) in seinem Buch „Mein Leben als Enkel der Honeckers“ (Suhrkamp-Insel) heraus, das er gemeinsam mit dem Berliner Filmemacher Thomas Grimm schrieb. Es erschien kurz nach dem Tod von Margot Honecker.Darin heißt es: Die Urnen liegen an einem geheimen Ort in Chile, aufbewahrt von Bekannten der Familie. Der Grund dafür ist immer derselbe geblieben. Die Urnen sollen einmal in Deutschland beigesetzt werden.Den Wunschort hatte Enkel Roberto schon vor zehn Jahren genannt. Nahe der Gedenkstätte der Sozialisten auf dem Zentralfriedhof in Berlin-Friedrichsfelde sollten die Honeckers an der Seite ihrer einstigen Genossen ruhen.

„Das war damals nicht nur so dahingeschrieben“, sagt Mitautor Grimm heute dem KURIER. „Es gab schon entsprechende Vorbereitungen. Zwei Grabstellen waren bereits für eine Beisetzung ausgesucht worden.“Am Ende verhinderte die Bürokratie die Beisetzung. „Die Beisetzung der Familie Honecker in der Gedenkstätte der Sozialisten in Berlin-Lichtenberg sei nicht möglich, da die Anlage unter Denkmalschutz steht und dort seit 1989 keine neuen Bestattungen mehr vorgenommen werden“, erklärte damals der Senat.

Die Antwort aus Lichtenberg

Und jetzt, zehn Jahre später? Der KURIER fragte beim Bezirksamt Berlin-Lichtenberg nach, ob sich die Lage geändert hat.

Zunächst kommt aus dem Büro der zuständigen Bezirksstadträtin Filiz Keküllüoğlu (Grüne) eine Absage. „Auf der Gedenkstätte selbst – und das betrifft auch die Urnen ringsherum – wird nicht mehr beigesetzt oder bestattet“, teilt eine Sprecherin des Bezirksamtes dem KURIER mit.1951 ließ die SED-Führung die Gedenkstätte der Sozialisten errichten. Grabplatten um einen großen Gedenkstein erinnern vor allem an die ermordeten KPD-Führer Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, zu deren Ehren Zehntausende DDR-Bürger stets im Januar (dem Monat ihrer Ermordung im Jahr 1919) zum Zentralfriedhof hin marschieren mussten. In der ersten Reihe liefen oft Erich Honecker und seine Frau Margot mit anderen Mitgliedern der Staatsführung mit.

Laut Aussage des Bezirksamtes ist die Gedenkstätte für Urnenbestattungen weiterhin tabu. Genauso wie die dahinterliegende Ringmauer, an der man unter anderem das Grab von Walter Ulbricht (1893–1973) findet. Jenem DDR-Staatschef, der 1961 die Mauer errichten ließ und deren Bau Erich Honecker (damals Sicherheitssekretär im Zentralkomitee der SED) organisierte.Dennoch gibt es noch eine Möglichkeit, dass die Honeckers auf dem Zentralfriedhof in Berlin-Friedrichsfelde ganz in der Nähe der Gedenkstätte der Sozialisten beigesetzt werden können. „Im Pergolenweg können pro Stelle bis zu vier Urnen beigesetzt werden“, antwortet das Bezirksamt dem KURIER in Bezug auf eine Anfrage zu einer möglichen Bestattung der Honeckers auf dem Zentralfriedhof in Berlin-Friedrichsfelde.Die Gräberanlage Pergolenweg auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde wurde 1951 zeitgleich mit der zentralen Gedenkstätte der Sozialisten eingeweiht. Sie diente in der DDR als Ehrenfriedhof für Persönlichkeiten der Arbeiterbewegung. Anders als in der streng reglementierten Hauptgedenkstätte konnten am Pergolenweg auch Ehepartner und nahe Verwandte der geehrten Persönlichkeiten bestattet werden.

Dort findet man unter anderem die Gräber von DEFA-Kultregisseur Konrad Wolf (1925–1982, „Ich war neunzehn“) oder von Sophie Liebknecht (1884–1964), der zweiten Frau des ermordeten KPD-Führers Karl Liebknecht, der auf der Hauptgedenkstätte geehrt wird.Ob dort einmal die Urnen von Erich und Margot Honecker liegen, hängt allein von ihrem Enkel Roberto ab. Der Maler, Musiker und Autor, der in Chile lebt, ist offenbar der einzige noch lebende direkte Nachfahre der Honeckers. Er müsste die Bestattung in Berlin-Friedrichsfelde in die Wege leiten.

Bisher liegt keine solche Anfrage vor, teilt das Bezirksamt Lichtenberg mit. Wann – und ob überhaupt – die Urnen nach Berlin kommen, ist damit vor allem eine Frage der Zeit.