Seit rund 50 Jahren nie gepflegt. Jetzt rücken Berliner Restauratoren mit Schabern an – der Leipziger Marx soll frischer und satter aussehen.

Mitarbeiter der Berliner Firma Haber & Brandner reinigen die Oberfläche des Marx-Reliefs in Leipzig.
Seit rund 50 Jahren nie gepflegt. Jetzt rücken Berliner Restauratoren mit Schabern an – der Leipziger Marx soll frischer und satter aussehen.

Mitarbeiter der Berliner Firma Haber & Brandner reinigen die Oberfläche des Marx-Reliefs in Leipzig.
Beiträge aus dem Berliner Kurier vom September
Nach dem 3:1 gegen den SV Tasmania sind die Hohenschönhauser seit sieben Pflichtspielen unbesiegt, Trainer Sven Körner ist trotzdem nicht richtig zufrieden.

Nach drei Dreiern am Stück ist auch Mittwoch in Leipzig was für die Berliner drin. Kapitän Rufat Dadashov gibt das Motto vor.Die Pflicht hat der BFC Dynamo mit zuletzt drei Siegen am Stück bravourös erfüllt, machte sich nach den Spielen gegen den BFC Preussen, beim FSV Luckenwalde (beide 2:0) und zuletzt gegen den SV Tasmania (3:1) als Regionalliga-Fünfter auf den Weg nach Leipzig. Was Zählbares am Mittwoch (19 Uhr) beim 1. FC Lok wäre dann schon Kür.So hätten vor Beginn der Spielzeit wohl die meisten gedacht. Aber nach dem bisherigen Saisonverlauf ist die Zuversicht gewachsen. Kapitän Rufat Dadashov (34) gibt die Richtung vor: „Wir fahren da hin, um was zu holen.“Warum auch nicht? Der BFC hat einen Erfolgs-Lauf, die Brust ist breit. Lok schwächelt – der Meister der vergangenen beiden Spielzeiten holte aus den letzten drei Partien nur einen mickrigen Zähler.Davon lassen sich die Hohenschönhauser aber nicht blenden. Um den Rückstand auf die Tabellenspitze nicht weiter anwachsen zu lassen und sich die Chance auf den direkten Aufstieg zu erhalten, ist Lok fast schon zum Siegen verdammt.
BFC-Trainer Sven Körner: „Wir müssen uns darauf gefasst machen, dass wir gegen einen Gegner spielen, der alles reinschmeißen wird.“Das sieht auch Dadashov so: „Lok ist eine super Mannschaft. Sie sind vielleicht ein bisschen verunsichert, aber wir wissen genau, was da auf uns zukommt.“Die Hosen voll hat deshalb keiner. Im Gegenteil. Dadashov: „Wir freuen uns einfach auf dieses Spiel und haben richtig Bock. Wir als Mannschaft wollen einfach wirklich sehen, wo wir stehen.“Und mit neuem weinrot-weißen Selbstwertgefühl schiebt der Torjäger noch nach: „Wir spielen guten Fußball, wir sind eine super Truppe. Es liegt an uns, wie viele Chancen wir bekommen und wie viele wir davon nutzen. Wir fahren da hin, um was zu holen.

Sieg verpasst
Beim Regionalliga-Meister kassieren die Weinrot-Weißen den Ausgleich in der Nachspielzeit. Trainer Sven Körner kennt den Grund.o dicht dran war der BFC Dynamo schon lange nicht: Beim 2:2 (2:0) in Leipzig knöpften die Weinrot-Weißen dem 1. FC Lok einen Punkt ab. Die letzten vier Spiele gegen den Regionalliga-Meister der vergangenen zwei Jahre wurden allesamt verloren – ohne ein einziges Dynamo-Tor.Umso ärgerlicher, dass sogar drei Punkte drin waren. In Halbzeit eins hatten Valdemar Sadrifar (14.) und Levin Mattmüller (37.) mit seinem vierten Tor in Folge für eine 2:0-Führung gesorgt, nach der Pause ließ Rufat Dadashov dann zwei Hundertprozenter (53., 65.) liegen.Das 3:0 wäre der K. o. für Lok gewesen. Wer den Kapitän auch nur ein bisschen kennt, weiß, dass sich „Dada“ über seine kläglichen Versuche erst mit dem Kopf und dann mit dem Fuß selbst am meisten ärgert.Und so kam es, wie es dann immer kommt. Nach einem Patzer von Mattmüller und dann mit dem Mut der Verzweiflung kam Leipzig, das auch noch zweimal Aluminium traf, noch zum Ausgleich. Beide Male traf Djamal Ziane (76. und 90.+2).BFC-Trainer Sven Körner: „Ich bin trotzdem extrem stolz auf die Mannschaft. In der ersten Halbzeit haben wir ein Riesen-Spiel gemacht. Mit dem 3:0 hätten wir den Sack zugemacht.“Viel Zeit zum Ärgern bleibt nicht, schon am Sonntag (14 Uhr) kommt der 1. FC Magdeburg II ins Sportforum. Da ist das junge Überraschungsteam der bisherigen Saison dann erneut gefordert. Körner: „In Leipzig hat man gesehen, dass uns noch eine gewisse Cleverness fehlt. Das ist dann der nächste Entwicklungsschritt.
Ausgabe 08/2026

Zum Tod von Erich Mielke – Erklärung von ehemaligen Mitarbeitern aus Junge Welt vom07.06.2000



Die Antiimperialistische Plattform Deutschland gratuliert dem Generalsekretär der Partei der Arbeit Koreas und Vorsitzenden des Komitees für Staatsangelegenheiten – Genossen KIM JONG UN – zum 78. Gründungstag der Demokratischen Volksrepublik Korea.

Am 9. September 1948 gründete Genosse KIM IL SUNG die Demokratische Volksrepublik Korea. Die Ausrufung der Demokratischen Volksrepublik Korea war manifestierter Wille eines Volkes, dass aus eigener Kraft und Anstrengung die Ketten kolonialer Knechtschaft abschüttelte, um daraus frei und selbstbestimmt eine neue, gerechte und solidarische Gesellschaft aufzubauen, in der die Würde und Größe des koreanischen Volkes in neuer Stärke erstrahlen sollte.
Dieses selbstbewusste Bekenntnis zu Volk und Heimat war und ist einer der Grundpfeiler, die bis in die heutige Zeit das unerschütterliche Fundament der Demokratischen Volksrepublik Korea bilden. Indem sie auf unnachahmliche Weise die Größe der Nation mit der Fürsorge des sozialistischen Kollektivs – das mit aufrichtiger Liebe den Einzelnen sich im Volk verwirklichen lässt – vereint, ist sie der radikalste und konsequenteste Gegenentwurf zur westlich-kapitalistischen Ausbeutungsgesellschaft.
Es wundert daher wenig, dass sich seit ihrem Bestehen der bedingungslose Hass und Zorn des kapitalistischen Westens über die Demokratische Volksrepublik Korea entlädt. Bereits kurz nach ihrer Gründung versuchte die US-imperialistische Speerspitze des internationalen Kapitals das Wagnis einer souveränen koreanischen Nation in einem
blutigen, barbarischen Krieg auszumerzen. Es sollte ihr nicht gelingen.
Denn ein Volk, dass sich seiner Identität, seiner ureigenen Stärke, seiner Vergangenheit, aber auch seiner Zukunft gewiss ist, vermag alles zu leisten. Sklaverei ist keine Option. Die felsenfeste Überzeugung an den Sieg war und ist die Losung eines unerschütterlichen Glaubens und eines eisernen Willens, an dem die stärkste Militärmacht zerschellt.
Dieser Glauben und dieser Wille sollen allen Völkern der Erde Vorbild sein. Mögen sie sich am Ruhm des stolzen koreanischen Volkes ein Vorbild nehmen, sich aus eigener Kraft ihres Wesens bewusst werden, um die Ketten der Unfreiheit abzuschütteln, und den ewigen Feind der Menschheit endgültig zu vernichten.
Für eine Welt des Friedens!
Für eine Welt der freien und selbstbestimmten Völker!

Nach dem Horror-Start bei Rot-Weiß Erfurt ist Dynamo im Aufwind, aber belohnt sich noch zu selten. Woran liegt’s?
mit dem 1:1 (0:0) bei Hertha BSC II heißt es für den BFC Dynamo: fünf Spiele, fünf Punkte! Nach einem Auftaktprogramm in der in großen Teilen hochgerüsteten Regionalliga Nordost, das es mit Rot-Weiß Erfurt, Erzgebirge Aue, Chemie Leipzig, dem FSV Zwickau und den Hertha-Bubis durchaus in sich hatte. Fünf Punkte – die hatte der BFC im Vorjahr erst nach dem 7. Spieltag auf dem Konto. Also alles im Plan?! Wenn es da nur nicht noch ein großes Aber gäbe …Denn nach dem Horror-Start beim 1:4 in Erfurt mit vier Gegentreffern bis zur 36. Minute hat sich das Team von Trainer Sven Körner (44) gefangen, stabilisiert und hat dazugelernt. Weshalb so mancher Weinrot-Weiße vorm Pokal-Wochenende in seiner Bilanz der bisherigen Saison auch auf fünf verschenkte Punkte kommt.Die Rechnung geht so: einen Zähler in Aue (das 2:3 fiel in der Nachspielzeit) liegen gelassen, jeweils zwei gegen Zwickau (0:0) und bei Hertha II. Da gab es nach der Führung durch Valdemar Sadrifar (75.) das 1:1 durch Jelani Ndi dann in Minute 84.
Coach Körner weiß genau, woran es noch hapert: „Du musst halt diese Killermannschaft sein und das Ding bis zum Ende wegverteidigen. Wir sind noch nicht soweit, da müssen wir in der Entwicklung einfach weitermachen.“Und nicht nur da. Zu jedem Spiel gehören auch Details, die eine Entwicklung beschleunigen oder auch abbremsen können. Wie zuletzt bei Hertha BSC II. Körner: „Da wurde in der ersten Halbzeit nicht das auf den Platz gebracht, das wir eigentlich besprochen hatten.“
Nach einer Korrektur (Körner: „Ich sag mal, in der Halbzeitpause musste ich ein wenig klarer sprechen“) lief es dann besser. Der Coach: „Die Jungs haben es dann in der zweiten Halbzeit richtig gut gemacht.“
Also bleibt unterm Strich, um die nächste Entwicklungsstufe zünden zu können: Bei der Spielbesprechung gut aufpassen und zuhören, Gesagtes umsetzen und den notwendigen Killerinstinkt vorne wie hinten zeigen.Da ist von einfach bis kompliziert alles dabei. Aber da ist auch die Chance auf schnelle Fortschritte. Je früher sie kommen, desto eher werden so manche aufhören, verschenkte Punkte zu zählen
Berliner Kurier vom 09.08.2026 von Norbert Klaucke
Erich Honecker und seine Frau Margot haben bis heute kein Grab. Am Zentralfriedhof Friedrichsfelde gibt es jetzt doch noch freie Plätze für Urnen.

Erich Honecker organisierte vor 65 Jahren den Bau der Berliner Mauer. Und der DDR-Staatschef, der 1994 im chilenischen Exil starb, hat bis heute kein Grab – genau wie seine Frau Margot (starb 2016). Jetzt könnte sich das ändern. Ausgerechnet auf dem Zentralfriedhof Berlin-Friedrichsfelde. Was vor zehn Jahren an der Bürokratie scheiterte, könnte jetzt klappen. Denn nahe der Gedenkstätte der Sozialisten sind laut Bezirksamt noch ein paar Plätzchen für Urnenbestattungen frei.Der Verbleib der Urnen von Erich und Margot Honecker ist bis heute ein Rätsel. Für beide gab es Trauerfeiern auf Friedhöfen in Chile. Beigesetzt wurden sie nie.
Mit dieser Wahrheit rückte Honecker-Enkel Roberto Yáñez (52) in seinem Buch „Mein Leben als Enkel der Honeckers“ (Suhrkamp-Insel) heraus, das er gemeinsam mit dem Berliner Filmemacher Thomas Grimm schrieb. Es erschien kurz nach dem Tod von Margot Honecker.Darin heißt es: Die Urnen liegen an einem geheimen Ort in Chile, aufbewahrt von Bekannten der Familie. Der Grund dafür ist immer derselbe geblieben. Die Urnen sollen einmal in Deutschland beigesetzt werden.Den Wunschort hatte Enkel Roberto schon vor zehn Jahren genannt. Nahe der Gedenkstätte der Sozialisten auf dem Zentralfriedhof in Berlin-Friedrichsfelde sollten die Honeckers an der Seite ihrer einstigen Genossen ruhen.
„Das war damals nicht nur so dahingeschrieben“, sagt Mitautor Grimm heute dem KURIER. „Es gab schon entsprechende Vorbereitungen. Zwei Grabstellen waren bereits für eine Beisetzung ausgesucht worden.“Am Ende verhinderte die Bürokratie die Beisetzung. „Die Beisetzung der Familie Honecker in der Gedenkstätte der Sozialisten in Berlin-Lichtenberg sei nicht möglich, da die Anlage unter Denkmalschutz steht und dort seit 1989 keine neuen Bestattungen mehr vorgenommen werden“, erklärte damals der Senat.
Und jetzt, zehn Jahre später? Der KURIER fragte beim Bezirksamt Berlin-Lichtenberg nach, ob sich die Lage geändert hat.
Zunächst kommt aus dem Büro der zuständigen Bezirksstadträtin Filiz Keküllüoğlu (Grüne) eine Absage. „Auf der Gedenkstätte selbst – und das betrifft auch die Urnen ringsherum – wird nicht mehr beigesetzt oder bestattet“, teilt eine Sprecherin des Bezirksamtes dem KURIER mit.1951 ließ die SED-Führung die Gedenkstätte der Sozialisten errichten. Grabplatten um einen großen Gedenkstein erinnern vor allem an die ermordeten KPD-Führer Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, zu deren Ehren Zehntausende DDR-Bürger stets im Januar (dem Monat ihrer Ermordung im Jahr 1919) zum Zentralfriedhof hin marschieren mussten. In der ersten Reihe liefen oft Erich Honecker und seine Frau Margot mit anderen Mitgliedern der Staatsführung mit.
Laut Aussage des Bezirksamtes ist die Gedenkstätte für Urnenbestattungen weiterhin tabu. Genauso wie die dahinterliegende Ringmauer, an der man unter anderem das Grab von Walter Ulbricht (1893–1973) findet. Jenem DDR-Staatschef, der 1961 die Mauer errichten ließ und deren Bau Erich Honecker (damals Sicherheitssekretär im Zentralkomitee der SED) organisierte.Dennoch gibt es noch eine Möglichkeit, dass die Honeckers auf dem Zentralfriedhof in Berlin-Friedrichsfelde ganz in der Nähe der Gedenkstätte der Sozialisten beigesetzt werden können. „Im Pergolenweg können pro Stelle bis zu vier Urnen beigesetzt werden“, antwortet das Bezirksamt dem KURIER in Bezug auf eine Anfrage zu einer möglichen Bestattung der Honeckers auf dem Zentralfriedhof in Berlin-Friedrichsfelde.Die Gräberanlage Pergolenweg auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde wurde 1951 zeitgleich mit der zentralen Gedenkstätte der Sozialisten eingeweiht. Sie diente in der DDR als Ehrenfriedhof für Persönlichkeiten der Arbeiterbewegung. Anders als in der streng reglementierten Hauptgedenkstätte konnten am Pergolenweg auch Ehepartner und nahe Verwandte der geehrten Persönlichkeiten bestattet werden.
Dort findet man unter anderem die Gräber von DEFA-Kultregisseur Konrad Wolf (1925–1982, „Ich war neunzehn“) oder von Sophie Liebknecht (1884–1964), der zweiten Frau des ermordeten KPD-Führers Karl Liebknecht, der auf der Hauptgedenkstätte geehrt wird.Ob dort einmal die Urnen von Erich und Margot Honecker liegen, hängt allein von ihrem Enkel Roberto ab. Der Maler, Musiker und Autor, der in Chile lebt, ist offenbar der einzige noch lebende direkte Nachfahre der Honeckers. Er müsste die Bestattung in Berlin-Friedrichsfelde in die Wege leiten.
Bisher liegt keine solche Anfrage vor, teilt das Bezirksamt Lichtenberg mit. Wann – und ob überhaupt – die Urnen nach Berlin kommen, ist damit vor allem eine Frage der Zeit.
Berliner Kurier vom 08.08.2026 von Florian Thalmann
Das einstige FDGB-Ferienheim „Fritz Heckert“ im Harz war eine Ruine. Nun soll daraus ein neues Hotel mit 100 Zimmern entstehen.

Es war eines der größten Ferienheime der DDR, schrieb Tourismus-Geschichte – und steht nun seit Jahren leer: Das ehemalige FDGB-Ferienheim „Fritz Heckert“ im Harz ist zu einer Ruine geworden, zu einem der bekanntesten Lost Places in dem Mittelgebirge. Doch an dem Ort, den so viele Menschen aus dem Osten mit Urlaubserinnerungen verbinden, soll sich nun etwas tun: Noch in diesem Jahr sollen hier die Baumaßnahmen für ein neues Hotel-Projekt beginnen. Bald kann man wieder Urlaub im ehemaligen FDGB-Ferienheim aus der DDR machen!Das Ferienheim „Fritz Heckert“ bei Gernrode im Harz ist ein Stück Tourismus-Geschichte der DDR. Der Grund: Es wurde zwischen 1952 und 1954 gebaut – und gilt als erster Neubau in der Geschichte des DDR-Tourismus! Die DDR-Gewerkschaft FDGB (Freier Deutscher Gewerkschaftsbund) hatte den Komplex in Auftrag gegeben – die Gewerkschaft war in der DDR maßgeblich an der Vergabe von Urlaubsplätzen beteiligt.In den FDGB-Ferienheimen machten vor allem DDR-Bürger Urlaub, die berufstätig waren. Der Freie Deutsche Gewerkschaftsbund organisierte ab 1947 preisgünstige Erholungsreisen für Millionen Werktätige und ihre Familien. Besonders gefragt waren Ferienplätze an der Ostsee, im Thüringer Wald, im Erzgebirge – und eben auch im Harz. Da die Nachfrage größer war als das Angebot, waren die Plätze oft lange ausgebucht. Und wer einen bekam, konnte sich glücklich schätzen!Wer einen Ferienplatz wollte, musste sich über seinen Betrieb bewerben. Die Anträge wurden dort von sogenannten Ferienkommissionen geprüft. Bei der Vergabe spielten verschiedene Kriterien eine Rolle: Arbeitsleistungen, gesellschaftliches Engagement, Betriebszugehörigkeit, Familienstand oder die Zahl der Kinder.
Auch Mitglieder erfolgreicher Brigaden hatten bessere Chancen. Anschließend erhielt der Betrieb ein bestimmtes Kontingent an Plätzen, das an die Beschäftigten verteilt wurde. Ein FDGB-Urlaub war stark subventioniert und deshalb für viele erschwinglich. Einen Platz zu bekommen, galt jedoch oft als Glücksfall.
Das Ferienheim „Fritz Heckert“ in Gernrode wurde am 11. Juli 1954 eröffnet – der Bau kostete mehr als zwei Millionen Mark. Dafür wurde hier alles geboten, wovon die Urlauber in der DDR nur träumen konnten. Es gab fließendes Warmwasser, eine Zentralheizung, Wannenbäder, eine Bibliothek, ein Fernsehzimmer und Essen nach Wahl. Für 13 Tage Urlaub kostete das 30 Mark pro Kind und weniger als 100 Mark für einen Erwachsenen. 1969 wurden auf dem Gelände noch ein weiteres Bettenhaus und eine Gaststätte mit Bar gebaut.Doch nach der Wende wurde das DDR-Ferienheim geschlossen, die Anlage verfiel nach und nach. 1998 wurde das Bettenhaus wieder abgerissen. Sonst tat sich nicht viel auf dem Gelände, der ehemalige Ferientraum der DDR wurde zum vergessenen Gebiet.
Immer mehr verwandelte es sich in einen Lost Place, auf dem nachts Partys gefeiert wurden, auf dem der Vandalismus einzog, auf dem Müll hinterlassen wurde und auf dem Obdachlose hausten. Bis 2021: Da verkündete die Stadt, dass das Gelände verkauft und einer neuen Nutzung zugeführt werden soll.Doch im Gebäude gab es auch anderes Leben: Laut NABU zogen hier Fledermäuse ein, für die die verfallenen Räume zum perfekten Quartier wurden. „Es stellt für sie im Suchbild nichts anderes dar als ein riesiges Felsgebilde mit jeder Menge Spalten“, sagte Bernd Ohlendorf, Vorsitzender des Arbeitskreises Fledermäuse Sachsen-Anhalt, der Mitteldeutschen Zeitung. Vor den geplanten Umbauarbeiten soll nun ein Ersatzquartier für die Tiere geschaffen werden. Ein entsprechendes Gutachten gibt es bereits, die Maßnahmen sollen bald geplant und umgesetzt werden.Bald kann man im ehemaligen FDGB-Ferienheim dann wieder Urlaub machen. Entstehen soll hier ein Hotel mit 100 Zimmern, Restaurant und Wellnessbereich. Allerding soll aus dem ehemaligen DDR-Feriendomizil kein Luxusresort werden: Das Gelände bleibt ein Ferienort für normale Menschen. Von einem „bezahlbaren“ Tourismusangebot war die Rede. „Hauptzielgruppe ist der Freizeit- und Familientourismus“, sagte einer der Projektverantwortlichen der Zeitung.
Mehr als 20 Millionen Euro sollen investiert werden, ein großer Teil davon fällt laut Berichten auf die Außenanlagen. Denn die müssen nicht nur wieder ordentlich hergerichtet, sondern auch mit neuen Leitungen ausgestattet werden, etwa für das Abwasser. Rund 35 Arbeitsplätze sollen in dem neuen Hotelkomplex entstehen, „für Rezeption, Service, Küche, Management, alles, was man braucht, um es zu betreiben und zu bewirtschaften“, hieß es.