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UZ vom 06.02.2026 von Manfred Ziegler
Israel tötet weiter in Gaza
Genozid in Zeitlupe
Ende Januar wurden die Überreste von Ran Gvili gefunden und identifiziert – er war die letzte israelische Geisel, die in Gaza noch vermisst wurde, der Waffenstillstand in Gaza hätte in seine zweite Phase übergehen können. Aber welch ein Waffenstillstand ist das? Allein am letzten Samstag tötete die israelische Armee 31 Menschen, darunter sieben Kinder und zehn Frauen. Das Tempo, mit dem Palästinenser getötet werden, hat sich verringert – jetzt ist es ein Genozid!

Gaza ist zum größten Teil zerstört, ein Wiederaufbau ungewiss. Denn Israel hat daran kein Interesse.
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Berliner Kurier vom 01.02.2026 von Peter Wiezorek
Dauerfrost, aber der BFC Dynamo schiebt bisher nur ein bisschen Frust
Beim Test in Neuruppin trifft Rufat Dadashov wieder doppelt, doch die Spiele auf Kunstrasen lassen die Sehnsucht auf Tauwetter steigen.
Was bleibt einem übrig, wenn um Regionalliga-Punkte weiterhin nichts geht? Richtig, man versucht über Testspiele, das Gefühl für Ball und Gegner nicht zu verlieren. So gut das die aktuelle Witterung zulässt. So gesehen, ist der 3:1 (3:0)-Sieg des BFC Dynamo bei Brandenburgliga-Primus MSV Neuruppin ja schon mal was.Beim vierten Kick auf Kunstrasen fuhren die Weinrot-Weißen den zweiten Sieg ein. Einen unter erschwerten Bedingungen. Trainer Sven Körner (43): „Als ich in Neuruppin ankam, war noch alles grün. Dann war’s plötzlich weiß und am Ende nur noch glatt und eisig.“Auf dem schwierigen Untergrund bewies dann aber Rufat Dadashov mit zwei Toren (10., 30.) seine wiedergefundene Treffsicherheit (fünf Tore in den letzten drei Spielen), das zwischenzeitliche 3:0 (33.) besorgte Neuzugang Kevin Lebersorger.
Nach dem 1:3 (54.) wechselte Körner dann nach einer Stunde wieder munter durch. Der Coach: „Wir waren in dieser Woche zum ersten Mal auf dem Platz. Ich muss den Jungs mal ein Kompliment machen, wie sie das alles mit den widrigen Umständen annehmen.“Das müssen sie auch weiter, beim Blick auf die Wettervorhersage ist an regulären Spielbetrieb noch länger nicht zu denken. Das Spiel Sonntag in Meuselwitz steht kurz vor der Absage, die Trainingsplätze im Sportforum sind gesperrt.Um im Rhythmus zu bleiben, muss noch ein Testspiel her. Körner: „Wir bräuchten mal eines so richtig auf Rasen.“ Dafür muss dann aber ein Gegner her, der einen beheizbaren Platz hat.
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Berliner Kurier vom 22.01.2026 von Florian Thalmann
OP am Nischel – Schädel von Karl Marx wird geöffnet
In diesem Jahr wird das Monument in Chemnitz 55 Jahre alt. Dafür soll der Nischel im Stadtzentrum noch einmal aufgehübscht werden.
Er ist die wichtigste Sehenswürdigkeit in Chemnitz – der Stadt, die in der DDR den Namen Karl-Marx-Stadt trug. Doch nun geht es dem „Nischel“, der berühmten XXL-Büste von Karl Marx, an den Kragen. Laut Berichten steht eine OP bevor, beim Nischel soll die Schädeldecke geöffnet werden. Der Grund: Nach Jahren muss geprüft werden, wie verrostet das Innenleben des berühmten Kopfes ist.OP am Nischel: Schädel von Karl Marx wird saniert
Über die Maßnahme berichtet unter anderem der MDR. Der berühmte XXL-Kopf von Karl Marx muss sich demnach schon bald einer Operation unterziehen. Denn im Herbst wird der „Nischel“, wie er liebevoll genannt wird, stolze 55 Jahre alt. Ein guter Anlass, um die wichtige Sehenswürdigkeit von Chemnitz einer ordentlichen Prüfung zu unterziehen.Noch im Frühjahr soll die Schädeldecke des Kopfes abgenommen werden, damit man sich einen Überblick über das Innenleben verschaffen kann. Man vermutet, dass es im Inneren des Kopfes Roststellen geben wird, sagte Simone Becht vom Kulturmanagement Chemnitz. Auch das Gesicht soll wieder etwas gepflegt und auf Vordermann gebracht werden. Kosten für den riesigen Eingriff am Bronze-Nischel: 45.000 Euro.Es wird Zeit: Seit mehr als 50 Jahren steht der Nischel auf seinem Sockel an der Brückenstraße 10 im Zentrum von Chemnitz. Der Kopf ist 7,1 Meter hoch, mit Sockel kommt das riesige Monument sogar auf eine Höhe von mehr als 13 Metern.
Die Plastik, die den Kopf des Philosophen, Ökonomen und Gesellschaftstheoretikers abbildet, wiegt etwa vierzig Tonnen und wurde im Jahr 1971 eingeweiht. Gegossen wurde es übrigens in Leningrad – dann wurde der Kopf in 95 Einzelteile zerlegt und ins damalige Karl-Marx-Stadt gebracht. Zur Einweihung kamen neben etwa 250.000 Schaulustigen auch DDR-Chef Erich Honecker und Robert-Jean Longuet, der Urenkel von Karl Marx.Die Bezeichnung „Nischel“, gern versehen mit dem Artikel „dor“, also „dor Nischel“, kommt von der mitteldeutschen Bezeichnung für „Kopf“ oder „Schädel“. Das Areal, auf dem sich das Monument befindet, wird im Volksmund auch gern „Schädelstätte“ genannt. Für Chemnitz ist der Nischel eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Gegenüber dem MDR sagte eine Gästeführerin, noch heute wolle jeder den berühmtesten Kopf der Stadt sehen. Das Interesse sei riesig – und es sei gut, dass der Nischel jetzt saniert wird.
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Berliner Kurier vom 22.12.2025 von Florian Thalmann

Florian Thalmann…
Adventskalender
Weihnachten in der DDR: Drei Rezepte für Plätzchen aus dem Osten
Spekulatius, Gewürzplätzchen, Weihnachtssterne: Wir haben ein paar tolle Rezepte aus dem DDR-Backbuch für Sie. Ran an den Herd, das Nudelholz ruft!
Das Weihnachtsfest ist fast da – nur noch zwei Tage, dann sitzt die Familie auch bei Ihnen hoffentlich entspannt unter dem Tannenbaum. Dann steht auch Essen auf dem Tisch, und das reichlich! Gänsebraten, Wiener Würstchen mit Kartoffelsalat, Karpfen? Egal, vor allem Plätzchen muss es geben! Wenn Sie noch nicht gebacken haben, kommt jetzt die letzte Gelegenheit. Nur: Was soll es sein? Wir haben für unseren DDR-Adventskalender heute einen Blick in das Backbuch der DDR geworfen – und verraten drei herrlich einfache Rezepte, die Ihnen garantiert das Weihnachtsfest versüßen. Viel Freude beim Backen!
Rezept für Gewürzplätzchen aus der DDR: Würzig und gehaltvollZutaten: 250 g Mehl, 1 Päckchen Puddingpulver (Vanille), ½ Päckchen Backpulver, 1½ TL Lebkuchengewürz, 3 EL Sahne, 1 Ei, 80 g Zucker, 125 g Margarine, etwas Salz, 30 g Zitronat oder Orangeat, 50 g gehackte Mandeln, etwas Bittermandelaroma, Korinthen
Und so geht’s: Zuerst mischen Sie Mehl, Puddingpulver, Backpulver, Salz und Lebkuchengewürz in einer Schüssel. In einer zweiten Schüssel schlagen Sie die Margarine mit dem Zucker und dem Salz schaumig. Ziehen Sie dann die Sahne und das Ei unter. Unter diese Masse sieben Sie nach und nach die Mehlmischung. Zum Schluss kommen das sehr klein gehackte Zitronat, die Korinthen und die Mandeln dazu, mit ein paar Tropfen Bittermandelaroma verfeinern Sie die Mischung. Rollen Sie den Teig dann dünn aus und stechen Sie daraus Plätzchen aus. Diese werden auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech bei mittlerer Hitze gebacken. Anschließend auskühlen lassen und mit Zuckerguss verzieren.
Spekulatius aus der DDR: So backen Sie den Klassiker selbst
Zutaten: 150 g Butter, 250 g Mehl, 100 g Zucker, 2 kleine Eier, 1 TL Spekulatiusgewürz, etwas Salz, Ingwer, Kardamom und Muskat, 1 Messerspitze Backpulver, 80 g gemahlene Mandeln
Und so backen Sie Spekulatius: Die Margarine schaumig schlagen, den Zucker unterrühren und dann nach und nach die Eier zugeben. Mehl, Backpulver und gemahlene Mandeln mischen. Die Gewürze unterrühren. Die trockenen Zutaten nach und nach in die Buttermasse geben. Den fertigen Teig eine Stunde im Kühlschrank kalt stellen. Dann mit einem Modelholz (Spezialform für Spekulatius) in Form bringen. Alternativ können Sie den Teig auch ausrollen und beliebige Formen ausstechen. Die Kekse auf einem mit Backpapier belegten Blech bei mittlerer Hitze für etwa 15 Minuten backen. Sie sollten nicht zu dunkel werden.
Weihnachtssterne aus der DDR: Das leckere und einfache RezeptZutaten: 200 g Butter, 200 g Zucker, 1 Päckchen Vanillinzucker, 400 g Mehl, 2 Eier, etwas Salz, abgeriebene Schale einer Zitrone, 2 EL Weinbrand oder RumUnd so backen Sie die Weihnachtssterne: Die Butter in einer großen Rührschüssel schaumig schlagen. Dann den Zucker und den Vanillinzucker einrieseln lassen und weiterschlagen, bis eine schaumige Masse entstanden ist. Die Eier unterrühren. Mehl, Salz, Zitronenschale mischen und im Wechsel mit dem Weinbrand unter die Mischung rühren. Teig für acht Stunden gut gekühlt ziehen lassen. Dann ausrollen, Sternchen ausstechen und auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech bei mittlerer Hitze goldbraun backen. Die Sterne können Sie am besten mit einem Guss aus Puderzucker und Zitronensaft verzieren. Guten Appetit!
Stellungnahme des Außenministeriums der Demokratischen Volksrepublik Korea zu den Ereignissen in Venezuela
Nachfolgend veröffentlichen wir die offizielle Stellungnahme des Außenministeriums der Demokratischen Volksrepublik Korea zu den erschütternden Ereignissen in Venezuela:
Pjöngjang, 4. Januar (KCNA)
Auf Anfrage der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA äußerte sich ein Sprecher des Außenministeriums der DVRK am 4. Januar zu der eklatanten Verletzung der Souveränität Venezuelas durch die USA:
Mit Sorge beobachten wir die dramatische Situation in Venezuela, verursacht durch das rücksichtslose Vorgehen der USA. Dies führt zu zunehmender Instabilität und verschärft die ohnehin schon angespannte Situation auf dem südamerikanischen Subkontinent.
Dieser Vorfall ist ein weiteres Beispiel für den rücksichtslosen und brutalen Charakter der USA, der die internationale Gemeinschaft seit Langem und immer wieder aufs Neue geißelt.
Das Außenministerium der DVRK verurteilt die schwerwiegende Verletzung der Souveränität der bolivarischen Republik Venezuela und den eklatanten Verstoß gegen die UN-Charta und das Völkerrecht – deren Hauptzwecke die Achtung der territorialen Integrität und die Einhaltung des Nichteinmischungsprinzips sind – aufs Schärfste, und verurteilt den hegemonialen Machtanspruch der USA in Venezuela.
Die internationale Gemeinschaft muss den Ernst der gegenwärtigen Lage in Venezuela – die katastrophale Folgen für die Stabilität regionaler und internationaler Beziehungen hat – anerkennen, und ist aufgefordert, ihre Stimme gegen die wiederholte Verletzung der Souveränität anderer Länder durch die USA zu erheben.
(Übersetzung AiP)
Im englischen Original:
Pyongyang, January 4 (KCNA)
A spokesperson for the Foreign Ministry of the DPRK gave the following answer to a question raised by KCNA on January 4 as regards the fact that the U.S. wildly violated the sovereignty of Venezuela:
We are paying attention to the gravity of the present Venezuelan situation caused by the U.S. high-handed act, in connection with the increase of instability to be added to the already weakened regional situation.
The incident is another example that clearly confirms once again the rogue and brutal nature of the U.S. which the international community has so frequently witnessed for a long time.
The Foreign Ministry of the DPRK strongly denounces the U.S. hegemony-seeking act committed in Venezuela as the most serious form of encroachment on sovereignty and as a wanton violation of the UN Charter and international laws with respect for sovereignty, non-interference and territorial integrity as their main purpose.
The international community should recognize the seriousness of the present Venezuelan situation, which caused a catastrophic consequence to fixing the structure of regional and international relations, and raise voices of due protest and denunciation against the U.S habituated violation of sovereignty of other countries.
http://www.kcna.kp/en/article/q/b69ec08c77c5568fba03b352471a1777.kcmsf
Nunca volveremos a ser esclavos!
„Nunca volveremos a ser esclavos!“ – „Wir werden nie wieder Sklaven sein!“. Mit diesen kämpferischen Worten reagierte die Vizepräsidenten Venezuelas und – nach der Entführung des rechtmäßigen Präsidenten Nicolas Maduro – de facto Staatsoberhaupt Delcy Rodriguez auf die unfassbaren Ereignisse der letzten Stunden.
Die zutiefst völkerrechtswidrige Aggression auf den souveränen Staat Venezuela lässt uns und die freie Welt um Fassung ringen.
US-amerikanische Außen- und Kriegspolitik war im Steben nach Ausweitung ihres imperialistischen Herrschaftsanspruchs schon immer wenig zimperlich, und geprägt von ungezügelter Aggression, blindem Hass und moralischer Verderbtheit. Das jüngste Husarenstück aus Washington zeigt allerdings eine neue und zutiefst beunruhigende Qualität.
So wird nicht einmal der Versuch unternommen, dem unrechtmäßigen Akt der Aggression das Deckmäntelchen der „moralischen Verpflichtung“ umzulegen, wie noch in Libyen, dem Irak, Vietnam, Nicaragua, Korea und bei vielen anderen Gelegenheiten geschehen. In einem Nebensatz wird die Floskel der „Demokratisierung“ fallen gelassen, während in gleichem Atemzug die Ausbeutung des Landes durch US-amerikanische Öl-Konzerne und die Errichtung einer illegalen Besatzungsherrschaft zur neuen Realität erklärt wird. Das ist das unverhohlene Demokratieverständnis der Ostküsten-Hochfinanz … und Europa schaut zu.
Vor rund 13 Jahren verkündete der ewige Kommandant Hugo Chavez die Bolivarische Revolution, jagte die amerikanischen Kolonialherren mitsamt ihrer Marionetten-Regierung aus dem Land und verkündete den Beginn des Sozialismus des 21. Jahrhunderts. Ein Befreiungsschlag, nicht nur für das venezoelanische Volk. Das Erdbeben am Rande der Anden war in allen Teilen der Welt spürbar und Geburtsstätte einer Gemeinschaft der freien und souveränen Staaten, basierend auf gegenseitigem Respekt und fruchtbarem Austausch unter Betonung der nationalen und kulturellen Unterschiede. Ein gelungener Gegenentwurf zur One-World-Dikatur des Westens, die jedwede nationale Identität zu vernichten trachtet, um wurzellose Arbeitssklaven für die Hochfinanz zu schaffen.
Dieser Befreiungsschlag, diese friedliche vom Volk getragene Revolution mit all ihren sozialen Errungenschaften soll nun quasi über Nacht rückgängig gemacht werden. Das ist es, was Delcy Rodriguez meint, wenn sie davon spricht, nie wieder Sklaven sein zu wollen.
Diesem kämpferischen Appell schließen wir uns an und rufen dem tapferen Venezuelanern zu: Ihr seid nicht allein. Die freien und fortschrittlichen Völker dieser Erde, werden dem wildgewordenen US-Imperialismus die Stirn bieten. Gemeinsam mit ihnen soll unser Ziel sein, die Revolution ins Herz des Westens zu tragen. Unsere Brüder und Schwestern in Deutschland und Europa aus ihrer Lethargie zu befreien und – wie in Venezuela – von ihren unsichtbaren Ketten, geflochten aus ausuferndem Hedonismus, hemmungslosem Konsum und jahrzehntelanger Indoktrination zu befreien und die Sklaverei zu beenden.
Mit diesem Ziel vor Augen, und den erwachten Völkern an unserer Seite soll der Sündenfall von Caracas den Anfang zum Todessstoß gegen des US-Imperialismus setzen.
Venceremos, du stolzes Volk von Venezuela.

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UZ vom 26.12.2025 von Hartmut König
Vor 80 Jahren wurde der Weltbund der Demokratischen Jugend gegründet
Unser Glück auf dem Frieden beruht
Am 10. November 1945, ein halbes Jahr nach der Befreiung vom Hitlerfaschismus, trafen sich Jugendliche aus 63 Ländern in London, um den Weltbund der Demokratischen Jugend (WBDJ) zu gründen. Den Anstoß dazu hatte ein Weltjugendrat gegeben. Er war noch während des Krieges von Jugendorganisationen aus Ländern der Anti-Hitler-Koalition gebildet worden, um die junge Generation in den antifaschistischen Kampf einzureihen. Im Mai 1945 war der Zweite Weltkrieg mit der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Aggressionsarmee in Europa beendet worden. Im Juni wurden in San Francisco die Vereinten Nationen gegründet. Im Folgemonat stellten die Siegermächte in Potsdam Weichen für die Zukunft Deutschlands. Nazi-Führer, sofern sie sich nicht durch Suizid der Verantwortung für ihre Verbrechen entzogen hatten, waren in Haft und warteten auf ihren Prozess, der vier Tage nach Gründung des WBDJ in Nürnberg eröffnet wurde. Im August fielen die US-Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki – ein barbarischer Feldversuch, um diese neue Waffe als Druckmittel im sich abzeichnenden Kalten Krieg zu erproben.
Das Gründungsdatum des WBDJ lag in einer Zeit, in der aller Welt noch die Opfer und Verheerungen des faschistischen Raubkrieges vor Augen standen. Allein die Sowjetunion als Hauptkraft der Anti-Hitler-Koalition hatte 27 Millionen Tote zu beklagen. In den Konzentrationslagern waren über 11 Millionen Menschen ermordet worden. Städte und Landstriche waren verwüstet. Dessen eingedenk einten Sehnsucht nach künftigem Frieden und der Wille zu demokratischem Aufbruch die Völker und ihre jungen Generationen sehr stark. Dass sich bereits neue Gefährdungen am Welthorizont abzeichneten, machte es umso dringlicher, die richtigen Lehren aus der Geschichte zu ziehen und die Einheit im Kampf für Frieden und soziale Gerechtigkeit zu bewahren.
Junge deutsche Antifaschisten als Beobachter-Dieser Geist beherrschte die erste Weltkonferenz der Jugend in London, die am 31. Oktober 1945 begann und zehn Tage später mit der Gründung des WBDJ beendet wurde. Die 473 Delegierten, insgesamt 30 Millionen junge Menschen vertretend, votierten für eine Organisation, die in der Geschichte der internationalen Jugendbewegung eine neue Seite aufschlug. Jugendliche verschiedener politischer Richtungen, weltanschaulicher Orientierungen, sozialer Herkunft und unterschiedlicher Hautfarbe hatten sich für die Verteidigung ihrer Hauptinteressen zusammengeschlossen. Zum Vorsitzenden des Rates des WBDJ wurde der Franzose Guy de Boisson gewählt. An der Konferenz nahm auch eine Delegation von sechs jungen deutschen Antifaschisten unter Leitung von Horst Brasch als Beobachter teil. Ferner durfte aus Deutschland ein Mitglied des zentralen Antifaschistischen Jugendausschusses im Rat des WBDJ als Beobachter mitwirken. Die später gegründete Freie Deutsche Jugend wurde 1948 in den Weltbund aufgenommen.
Das Gelöbnis, das die Konferenzteilnehmer auf einer öffentlichen Kundgebung in London sprachen, klingt wie ein kühner Traum, der sich in den folgenden Jahrzehnten teilweise erfüllen, jedoch immer wieder auf erbitterten Widerstand der imperialistischen Mächte stoßen sollte: Alle Überreste des Faschismus von der Erde zu tilgen, eine tiefe und ehrliche internationale Freundschaft aller Völker der Welt zu fördern, einen gerechten und dauerhaften Frieden zu erhalten, Not und erzwungene Betätigungslosigkeit auszumerzen. Wie viel sich von diesem Vermächtnis erfüllen ließ, zeigt ein Blick in die Geschichte. Es ganz einzulösen bleibt eine humanistische Aufgabe.
Kraftquell WeltfestspieleUnter den vielen Aktionen des WBDJ, Jugendliche aus aller Welt um dieses Ziel zu vereinen, gehören die Weltfestspiele zu den prägendsten. Gemeinsam mit dem fast zeitgleich gegründeten Internationalen Studentenbund (ISB) sowie einem breiten Spektrum der demokratischen Jugend- und Studentenbewegung organisiert, setzten die Weltfestspiele unüberhörbare politische Zeitzeichen und waren zugleich für Teilnehmer wie Gastgeber unvergessliche emotionale Erlebnisse. Ich habe unverlierbare Erinnerungen an die Festivals in Sofia, Berlin, Havanna, Moskau und Pjöngjang. Wenn ich sie hervorrufe, sind sie wie Klammern um die Weltdinge, die sich zu jenen Zeiten ereigneten. Auch habe ich das Weltjugendlied im Ohr, das Lew Oschanin und Anatoli Nowikow zu den I. Weltfestspielen 1947 in Prag geschrieben hatten und dessen Hymnus mir bis heute stark und unverbraucht erscheint: „Jugend aller Nationen / uns vereint gleicher Sinn, gleicher Mut. / Wo auch immer wir wohnen, / unser Glück auf dem Frieden beruht. / In den düsteren Jahren / haben wir es erfahren: / Arm war das Leben. / Wir aber geben / Hoffnung der müden Welt.“
Besonders wach sind meine Erinnerungen an die X. Weltfestspiele 1973 in der DDR-Hauptstadt Berlin. Nicht nur, weil ich mit Reinhold Andert dafür das Lied „Wir sind überall“ geschrieben hatte und mich hier mit besonderem Interesse auf meine bevorstehenden Aufgaben in der internationalen Arbeit der FDJ vorbereitete, sondern weil ich mein Berlin so herrlich bunt und aufgeregt noch nie erlebt hatte. 1971 war auf der Exekutivtagung des WBDJ in Valparaiso, abgehalten noch im freien Chile der Unidad Popular, beschlossen worden, Berlin als Austragungsort für die X. vorzuschlagen. Das Internationale Vorbereitungskomitee (IVK) war dem gefolgt, und Berlin wurde nach den III. Weltfestspielen (1951) zum zweiten Mal Festivalort. Die Entscheidung war in einer Zeit fortgeschrittener internationaler Anerkennung der DDR und beachtlicher Aufbauerfolge des ersten sozialistischen Staates auf deutschem Boden gefallen. Sie war eine Geste der Solidarität, vertraute aber auch auf eine zuverlässige Organisation des Festivals, dessen Teilnehmerbreite so groß sein würde wie nie zuvor. Unter der Losung „Für antiimperialistische Solidarität, Frieden und Freundschaft“ begrüßte WBDJ-Präsident Roberto Viezzi im Stadion der Weltjugend über 25.500 Delegierte aus 140 Ländern, die 1.700 nationale sowie 18 internationale Jugend- und Studentenorganisationen vertraten. An den neun Festivaltagen trafen sie sich mit einer halben Million Jugendlichen aus der DDR. Damit wurden die X. Weltfestspiele zur damals größten antiimperialistischen Versammlung der Jugend weltweit. Unvergesslich, wie die kleine Vo Thi Lien, die die US-Mordattacke in Son My überlebt hatte, nun mit dem Abgesandten des siegreichen Vietnam ins Stadion marschierte. Mit fotografischer Präzision erinnere ich mich an die Anwesenheit der freigekämpften Angela Davis oder des PLO-Repräsentanten Jassir Arafat. Im Ohr noch die Lieder der chilenischen Gruppe „Inti Illimani“. Später wussten wir, dass ihr Aufenthalt in Europa sie vor dem Schicksal des von der Pinochet-Junta ermordeten Sängers Victor Jara bewahrt hatte. Die Buntheit des Festivals lebte von über 1.500 Veranstaltungen, die sieben Millionen Menschen besuchten. Zu den organisierten Events, ich denke gern an die Sonderausgabe des Festivals des politischen Liedes (kurz PLX genannt), kam noch die Vielzahl an spontanen Treffs und Performances. Das alles stand zu Buche, als Angela Davis im „Ruf an die Jugend der Welt“ der Euphorie des Festivals die Warnung beigab: „Wir kennen den Imperialismus. Deshalb werden wir unsere Aktionen und unseren Kampf verstärken.“
Weitergehen – solidarisch und selbstbewusst
Hatte die FDJ die Wahl der DDR als Austragungsort der X. Weltfestspiele als ein Zeichen der Solidarität verstanden, so schlug sie mit derselben Absicht Havanna als Metropole der XI. vor. Wir sahen die logistischen Schwierigkeiten voraus, die die embargogeschwächte Wirtschaft Kubas haben würde. Allein die knappen Transportmöglichkeiten in der Hauptstadt, dazu der An- und Abtransport Tausender ausländischer Festivalteilnehmer, ihre Unterbringung und Verpflegung – all das würde der DDR wie anderen sozialistischen Ländern eine umfangreiche materielle Hilfe abverlangen. Aber das sollte solidarisch eingebucht sein, wenn doch die wunderbare Vision bestach, ein antiimperialistisches Festival vor der Haustür des angemaßten US-Weltgendarmen als pfiffige Ohrfeige zu platzieren. Der Plan ging auf, das Festival setzte genau dieses Zeichen, und Havanna gab nicht ohne Stolz die Festivalstafette weiter.
Die Wirksamkeit des WBDJ, der zum Zeitpunkt des X. Festivals über 200 Mitgliedsorganisationen in 103 Ländern hatte, allein auf die Welt-Events zu legen, hieße, seine regionale und lokale Bedeutung zu übersehen. In den Kämpfen gegen Krieg und Ausbeutung, gegen Kolonialismus, Neokolonialismus und Apartheid, für die Rechte der Jugend war er stets Impulsgeber und Beistand. Imperialistische Kreise, die im Frost des Kalten Krieges alsbald ihre Gegenorganisation in Stellung brachten, hefteten dem WBDJ gern das Etikett der Moskauhörigkeit an. Tatsächlich hat die Gemeinschaft der sozialistischen Länder die Arbeit des Weltbundes tatkräftig unterstützt. Das aber lag an der Übereinstimmung ihrer grundsätzlichen politischen und humanen Werte – der Friedenssicherung, der Forcierung des sozialen Fortschritts. Ungeachtet imperialistischer Schmähungen war die aktive Rolle des WBDJ im UNO-System sowie bei der Zusammenarbeit der relevanten internationalen Jugend-NGOs stets anerkannt. Freilich brachte der Zerfall der sozialistischen Staatengemeinschaft in Europa den WBDJ um eine wichtige Unterstützung. Aber der Weltbund lebte fort und findet auch heute in kompliziertem Fahrwasser seinen aufrechten Kurs in der internationalen Jugendbewegung. Das ist gut so, denn der Londoner Schwur, mit so großer Hoffnung auf den Ruinen eines Weltinfernos geleistet, ist noch unerledigt.
Bei anderen gelesen…
Berliner Kurier vom 22.12.2025 von Peter Wiezorek
Nach Sieg im Pokal ist beim BFC so richtig Weihnachten
Die Pause ist kurz, deshalb ist es für die Weinrot-Weißen ganz wichtig, sich auf das Wichtigste zu konzentrieren.Ein sportlich eher vermurkstes Halbjahr fand doch noch ein glückliches Ende. Das 3:1 im Viertelfinale des Berliner Pokals bei Regionalliga-Konkurrent BFC Preussen soll für den BFC Dynamo nun auch der Push gewesen sein, um im zweiten Teil der Saison 2025/26 zwei Ziele anzugehen: den Pokal zu verteidigen und in der Liga so schnell wie möglich vom aktuellen Platz 15 Anschluss ans Tabellen-Mittelfeld herzustellen.
Der Erfolg bei Preussen soll den dafür nötigen Rückenwind bringen, die kurze Pause über die Feiertage (Trainingsstart im Sportforum ist am 5. Januar) nach den turbulenten Tagen mit dem Trainerwechsel von Dennis Kutrieb (46) zu Sven Körner (43) für freie Köpfe und neue Kraft sorgen.Chris Reher (31), bis zum Sommer Kapitän, dann im BFC-Nachwuchs und seit Dienstag Co-Trainer von Körner, bringt es auf den Punkt: „Die ganze Woche war – auch für mich – sehr aufregend. Die Jungs haben wirklich gut gearbeitet und sich den Sieg verdient. Deswegen können wir zufrieden und glücklich in den Winterurlaub gehen.“Die Zeit ist knapp, deshalb verstreuten sich die Dynamos auch gleich nach dem Spiel in alle Himmelsrichtungen. Eine teaminterne Umfrage ergab, dass sich fast alle nach Hause aufmachten, um die Feiertage bei ihren Familien zu verbringen. Nur zwei nutzen die Tage zu einem Abstecher in den warmen Süden.Klarer Favorit auf dem Speiseplan ist Gans mit Klößen, aber auch Fisch und Raclette werden gern genommen. Leander Fritzsche und Tim Windsheimer mögen es eher deftig, bei ihnen kommt Rindergulasch bzw. Rinderroulade auf den Tisch.
Moritz Polte und Willi Reincke starten wie Körner, Reher und Teammanager Jörn Lenz (56) eher bescheiden ins große Schlemmen – mit Kartoffelsalat und Würstchen.Apropos Körner: Weil es für einen Sieg im Pokal-Viertelfinale ja noch keine Trophäe gibt, er aber trotzdem nicht ganz mit leeren Händen dastehen wollte, sicherte sich der neue Chefcoach schnell noch einen Weihnachtsbaum.
Nicht irgendwo, sondern im Hansamarkt in Hohenschönhausen. Der ist im Kiez generell ein beliebter Anlaufpunkt für Dynamo-Fans und -Sympathisanten. Für Körner ist die absolute Einheit von allen im und um den Klub herum ein entscheidender Baustein auf dem Weg zurück zu alter Stärke. Er redet sie nicht nur herbei, er lebt sie vor.

