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Barnimer Bürgerpost Ausgabe Mai 2024…

Kriegsvorbereitungen
Ein »Musterkorridor« für Truppenverlegungen durch Mitteleuropa
Die BRD, die Niederlande und Polen wollen einen grenzüberschreitenden Musterkorridor für den militärischen Verkehr von Westen nach Osten einrichten. Bei diesem Projekt arbeiten NATO und EU eng zusammen.

Als sich im Januar die EU­Kriegsminister
trafen, war ein ganz besonderes Symposium
vorgeschaltet, das die belgische Ratspräsidentschaft, der Europäische Rat und die Europäische Verteidigungsagentur (EDA) organisiert
hatten. Das Thema: Military Mobility – die
Absicht, ein »Military Schengen« zu etablieren,
um Truppen­ und Materialtransporte schneller zu machen.
Die BRD ist dabei ein zentraler Akteur, denn
ihr Kriegsminister sieht das Land als »die logistische Drehscheibe« für Marschbewegungen
der NATO­ und EU­Streitkräfte. Das Ziel ist der
Aufbau eines europäischen Logistik­Netzwerks, um Ausrüstung, Material und Munition zu lagern und für Transporte vorzubereiten. EU­weit sollen Knotenpunkte für die militärische Logistik – sogenannte LogHubs
(Logistic Hubs) bereitgestellt werden.
Die BRD beteiligt sich auch am PESCO*­
Projekt »Military Mobility«. Hierbei werden
europaweite Verfahren für Truppenbewegungen vereinfacht, standardisiert und beschleunigt sowie Verkehrsinfrastruktur modernisiert. Damit können verbündete Streitkräfte
grenzüberschreitend Personal und Material
verlegen, um zügig an Übungs­ und Einsatzorte zu gelangen – insbesondere in Richtung
NATO­Ostflanke. Koordiniert wird das Projekt
von den Niederlanden. Auch die Nicht­EUStaaten USA und Kanada arbeiten in dem Projekt »Military Mobility« mit.
Vertreter der BRD, Niederlande und Polen
haben in Brüssel zum Thema Military Mobility eine Absichtserklärung unterzeichnet. Sie
sieht vor, den ersten »Musterkorridor« für
Truppenverlegungen in Europa einzurichten.
Es geht dabei um die Organisation des zentralen militärischen Verkehrs von West nach Ost
im Bündnisfall, vor allem den Transport von
Truppen, Material und Nachschub von den
Tiefseehäfen an der Nordsee an die besonders
exponierte NATO­Ostflanke. Mit anderen
Worten: Offene Vorbereitung für einen Krieg
gegen Rußland.
In Rahmen dieser Vorbereitungen soll ein
»gemeinsames System für einen gesicherten Informationsaustausch über die Transporte, das
sogenannte Tracking« entstehen und Parkund Tankmöglichkeiten für große Truppenbewegungen geplant werden, einschließlich
Übernachtungs­ und Verpflegungsmöglichkeiten für das Militärpersonal. So könne eine
Art »Military Schengen« entstehen – analog
zum Schengen­Raum, der Bürgerinnen und
Bürgern in Europa das freie Reisen ohne Kontrollen ermöglicht.
Geübt werden solche Truppen­ und Waffenverlegungen aktuell im Rahmen der Manöverserie »Steadfast Defender«, bei der 90.000
NATO­Soldaten vier Monate lang den Krieg
an der Ostfront proben. Für den Mai sind
auch für den Raum Eberswalde wieder verstärkt Militärtransporte angekündigt.
GERD MARKMANN


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