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Berliner Kurier vom 29.03.2026 von Matthias Fritzsche

Pokal-Wahnsinn

Der BFC Dynamo schießt sich mit sechs Toren ins Final-Glück

Zweimal liegen Dynamos bei Sparta Lichtenberg hinten, doch am Ende feiert der BFC die erneute Endspielteilnahme.

Ende gut, alles gut. Doch auf dem Weg ins Berliner Pokalfinale strapaziert der BFC Dynamo die Nerven aller, die es mit ihm halten, auf extremste Weise. Auf Kunstrasen bei Oberligist Sparta Lichtenberg sind die Weinrot-Weißen auf dem Papier Favorit. Was sich auf dem Platz beim 6:3 nach Verlängerung abspielt, wird ein Fußballmärchen und weinrot-weiße Geschichte.„Wir haben eine Leistung auf einem ekelhaften Kunstrasen, unter ekelhaften Bedingungen gebracht, die aller Ehren wert ist und demzufolge können die Jungs den Finaleinzug feiern“, sagt Trainer Sven Körner. Das nächste Spiel in der Regionalliga am Mittwoch in Babelsberg (19 Uhr) ist weit weg.

Führung für den BFC reicht nichtDer Film des Spiels hat das Zeug zum Klassiker. Mit Überlänge. Levin Mattmüller bringt den BFC nach nur sieben Minuten in Führung. Die berühmte Sicherheit gibt sie nicht. Das Spiel ist eng und als Sparta den Rückstand durch Tore von Dominic Schmüser (40.) und Berkin Tonk (50.) in ein 2:1 dreht, denken viele an die Sensation vor drei Jahren, als Sparta aus einem 0:1 ein 5:1 machte.So schlimm wird es für die Dynamos nicht. Aber das Comeback hängt am seidenen Faden. „Die Mannschaft hat immer an sich geglaubt und gewusst, dass sie den Ausgleich machen wird“, sagt Körner. Der Optimismus wird in Minute 90 Wirklichkeit, Lloyd-Addo Kuffour erzwingt mit dem 2:2 die Verlängerung.Kaum angepfiffen, liegt der BFC wieder hinten. Marko Trojanovic bringt Sparta 3:2 in Front (97.). Doch dann macht der Dynamo endlich richtig Licht an. Leander Fritzsche gleicht aus (104.), Rufat Dadashov erzielt die erste Führung (109.) und dann macht Fritzsche mit einem Doppelpack den Sack zu (109, 119.) – Finale.„Nach dem 1:0 müssen wir mehr Kontrolle ins Spiel bringen“, hätte sich Körner einen ruhigeren Nachmittag an der Außenlinie gewünscht.  „Aber dass die Mannschaft in der Verlängerung so viel Tore macht, spricht für das Team und die physische Stärke.“

Am Ende überstrahlt der Sieg alles. Vom wichtigsten Saisonziel sind die Dynamos nur noch einen Sieg entfernt. Er soll im Mai beim Pokalfinale gegen die VSG Altglienicke eingefahren werden. Vielleicht ist das Spiel ja leichter. Die Favoritenrolle liegt beim Gegner, es wird nicht auf Kunstrasen gespielt, wahrscheinlich im Mommsenstadion. Vor zehn Tagen endete die Regionalligapartie 1:1.


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