Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un hat sich offen für Gespräche mit den USA gezeigt, das Atomwaffenprogramm seines Landes aber für nicht verhandelbar erklärt. Dies berichtete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA vom Montag und zitierte Kim. Die neue Regierung in Südkorea hatte US-Präsident Donald Trump nahegelegt, mit Nordkorea wieder Gespräche aufzunehmen. Präsident Lee Jae Myung hatte behauptet, der Norden baue jedes Jahr 15 bis 20 Atombomben, jede Reduzierung sei daher wünschenswert. Jüngste Gesprächsangebote aus Washington und Seoul hatte Kim am Sonntag als unaufrichtig zurückgewiesen, aber gesagt, dass er persönlich noch gute Erinnerungen an Trump habe.
Raus aus der Krise: Das macht dem BFC Dynamo neuen Mut Erster Heimsieg der Saison
Der BFC Dynamo vergoldet den Punkt aus dem Spiel bei Hertha BSC II
Die Weinrot-Weißen haben in der Partie gegen den Greifswalder FC den besseren Punch und machen spät den Erfolg per Doppelschlag klar.
Na bitte, geht doch. Am 8. Spieltag der Regionalliga feiert der BFC Dynamo seinen ersten Heimsieg. Vor 1784 Zuschauern im Sportforum heißt es gegen den Greifswalder FC 2:0 (0:0). Nach dem 2:2 bei Hertha BSC II zeigt die Tendenz klar nach oben.Es ist ein hartes Stück Arbeit, ein verdammt hartes. Der miese Start in die Saison hängt beiden Teams in den Trikots. Angst, Fehler zu machen, beherrscht die Aktionen. Der Regen tut sein Übriges dazu, dass es kein Knallerspiel wird. Aber die Spannung, die über allem liegt, macht den fehlenden Fußball wett. Chancen sind Mangelware und sorgen zumindest auf der jeweils anderen Seite für Erleichterung, dass selbst beste Möglichkeiten wie die von Greifswalds Jannis Farr (55.) im Abendhimmel landen.
Doch dann knallt es plötzlich gewaltig. Dynamos Willi Reinke jagt die Kugel mit aller Gewalt in den Dreiangel (73.). Und weil Moritz Polte nur vier Minuten später nachwäscht, ist die Partie ganz fix entschieden.
„Die Mannschaft hat mit Herz und Leidenshaft den taktischen Plan umgesetzt. Wir haben fast gar nichts zugelassen. Das ist schon aller Ehren Wert“, freute sich Trainer Dennis Kutrieb, der schwer erkältet das Spiel nicht mit der gewohnten Leidenschaft an der Seite verfolgen konnte.
Berliner Kurier vom 10.09.2025 von Matthias Fritzsche
Tanz ums Sportforum: Der BFC Dynamo ist weiter als vor drei Jahren
Auf dem Rasen hat es der BFC Dynamo schwer. Reichlich Rückschläge machen den Neuanfang für das Team von Trainer Dennis Kutrieb zu einer kniffligen Kiste. Doch deshalb ist nicht alles schlecht rund ums Sportforum. Abseits der Regionalliga gibt es auch gute Nachrichten.Sportlich ist da natürlich der Pokal. Im DFB-Pokal hat die Mannschaft gegen den VfL Bochum (1:3 n.V.) gezeigt, wozu sie in der Lage ist. Und im Berlin-Cup folgte dem 7:0 über Concordia Britz ein 7:1 über den VfB Berlin 1911. Sportpolitisch mehren sich die Zeichen, dass es bei der Aufstiegsregelung zur 3. Liga zu einer gerechteren Lösung kommen wird.Erklärtes Fernziel des BFC Dynamo ist der Aufstieg in die 3. Liga. Eng verbunden damit ist die Stadionfrage mit einem drittligatauglichen Sportforum. Druck auf den Kessel macht auch diese Spielzeit sicher keiner. Und doch ist die Gemengelage durch den stetigen Kampf viel besser als noch vor einigen Jahren.Gefühlt stumpft sich dieses Thema gerade in den Mühlen der Politik zu einem Kiesel ab. Rund und ohne jegliche Kanten. Viele Jahre Kampf um die Heimstätte des BFC haben Spuren hinterlassen. Negative Spuren. Immer, wenn der BFC sportlich dran war, rutschte der Aufstieg doch noch durch und die Politik entging ultimativem Handlungsdruck. Das ging so weit, dass vor drei Jahren von einem drittligatauglichen Stadion der Dynamos auf dem Gelände des Sportforums keine Rede mehr war. Der damals amtierende rot-rot-grüne Senat machte einen Haken an die Pläne. Drittliga-Fußball mit dem BFC im Sportforum war 2022 Geschichte. Ziel war es, das Sportforum abzureißen und mit einem Mini-Stadion (weniger als 2000 Zuschauer Kapazität) zu ersetzen. Mutige Politiker wie der BFC-Unterstützer Martin Pätzold sowie die Abgeordneten Danny Freymark und Stephan Standfuß (alle von der CDU-Fraktion) stellten ein erstes Stopp-Zeichen für die Pläne des damaligen Senats auf.Ein Runder Tisch der Politik, organisiert von Prof. Dr. Martin Pätzold (Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses aus dem Wahlkreis Alt-Hohenschönhausen) brachte allerdings nicht die gewünschte Bewegung in die Sache. Wirtschaftsboss Peter Meyer damals: „Als Ergebnis des Gesprächs muss ich sagen, dass man uns offenbar mit aller Macht in den Jahnsportpark umsiedeln will. Eine Bereitschaft für ein drittligataugliches Stadion oder auch nur einen Umbau und Sanierung kann ich nicht erkennen. Ich bin total enttäuscht.“
Drei Jahre später hat sich der Wind gedreht. Auch wenn Investitionen am Sportforum vorbei ins Mommsenstadion gingen. Auch, wenn in den drei Jahren außer einer sündhaft teuren Machbarkeitsstudie kein Euro verbaut wurde. Auch, wenn gefühlt die Hinhaltetaktik die gleiche zu sein scheint. Fakt ist: Im aktuellen Koalitionsvertrag steht zumindest das Regierungsziel Ausbau des Sportforums zu einem drittligatauglichen Stadion drin.Dass das kaum das Papier samt Tinte wert ist, ist das eine. Das Andere: Vor drei Jahren gab es nicht einmal das. In knapp 13 Monaten wird in Berlin wieder ein neuer Senat gewählt. Im Wahlkampf wird auch wieder das Sportforum seine Rolle bekommen. Die aktuell Verantwortlichen müssen erklären, warum sie ihre Versprechen nicht eingehalten haben. Neue Versprechen werden gemacht, um Kreuzchen von den Wählern zu bekommen. Für den BFC ist es eine neue Chance. Frei nach dem Motto: Dein Platz im Stadion, dein Kampfplatz für die Zukunft. Und mit Martin Pätzold haben sie mittlerweile einen echten Unterstützer an ihrer Seite, der auch hier jede Woche im KURIER als Mannschaftskapitän Politik die Spiele tippt. Mehr (sichtbare) Verbundenheit geht nicht. Und das gab es vorher noch von niemanden aus der Politik. So ändern sich Zeiten.
In guter Tradition und Verbundenheit ließ die Antiimperialistische Plattform Deutschland anlässlich des 77. Gründungstages der Demokratischen Volksrepublik Korea einen farbenfrohen Blumenkorb zusammenstellen, der am 9. September – gemeinsam mit zahlreichen anderen Geschenken befreundeter Gruppen, Organisationen und Einzelpersonen aus aller Welt – am Großmonument Mansudae, zu Füßen der Bronzestatuen des hochverehrten Präsidenten KIM IL SUNG und des geliebten Führers, Genossen KIM JONG IL feierlich niedergelegt wurde.
Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA über die zahlreichen internationalen Würdigungen zum Gründungstag der DVRK:
Anlässlich des 77. Gründungstages der DVR Korea wurden an den Bronzestatuen von Genossen Kim Il Sung und Kim Jong Il auf dem Hügel Mansudae in Namen der internationalen Organisationen, der ausländischen Persönlichkeiten und der Auslandskoreaner die Blumenkörbe niedergelegt.
Unter denen waren der Rat des Internationalen Budo-Fonds, Ehrenvorstandsmitglieder des Rates des Kimilsung-Kimjongil-Fonds, Qiu Shui Bo und Cui Dong Wen, der Vorsitzende der Antiimperialistischen Plattform Deutschlands, Michael Koth, der stellvertretende Abteilungsleiter für Reise des Präsidentenbüros der Republik Äquatorial-Guinea Tolomeo Miko Nussibi Anggono, die Familien von Ryang Song Ryong, Kim Chol und Kim Sun Ok in China, die mit dem antijapanischen revolutionären Kampf in Verbindung standen.
An demselben Tag legte die Heimatbesuchergruppe der Studenten der Abgangsklasse der Koreanischen Hochschule des Generalverbandes der Japankoreaner unter Leitung vom Dekan Kim Yang Sung an den Bronzestatuen von Genossen Kim Il Sung und Kim Jong Il einen Blumenkorb nieder.
Der Blumenkorb ist Ausdruck unserer unverbrüchlichen Freundschaft zum koreanischen Volk, den Staatsorganen und der revolutionären Partei der Arbeit Koreas. Er erinnert an die vielen großen Opfer, die das stolze koreanische Volk auf seinem Weg zu einem freien und unabhängigen Korea geleistet hat und unter dem Einfluss westlicher Kriegstreiberei jeden Tag aufs Neue bereit ist zu leisten.
Die Front, die seit 77 Jahren von den ruhmreichen Truppen der Koreanischen Volksarmee eisern gehalten wird, verteidigt mehr als nur das geschichtsträchtige Land zwischen dem heiligen Berg Paektusan im Norden und den historischen Grabstätten Kaesongs im Süden. Sie verteidigt die revolutionären Ideen KIM IL SUNGs und KIM JONG Ils von Freiheit, Autarkie und Souveränität. Sie verteidigt den Staat gewordenen Willen einer Nation, die nach Jahrhunderten der Knechtschaft und Entbehrung sich aus eigener Kraft ihrer Ketten entledigt und sich mit flammender Begeisterung ein eigenes Paradies geschaffen hat.
Es ist nicht nur die sichtbare Front in Panmunjon – jener in Beton gegossener imperialistischer Klinge, die bis heute tief ins Fleisch des gesamten koreanischen Volkes schneidet – die verteidigt werden muss. Es sind vor allem die unsichtbaren Fronten, die fernab der Grenzen auf der koreanischen Halbinsel, das Leben und die Freiheit aller Menschen bedrohen.
Sie gilt es immer und überall mit dem revolutionären Eifer unserer tapferen koreanischen Brüder und Schwestern zu verteidigen. Mit Ihnen als Vorbild stellen wir uns der ungehemmten Hochfinanz, die mit ihrem tollwütigen, US-imperialistischen Kettenhund bereit ist, die Welt in Brand zu setzen, nur um ihren kapitalistischen Hunger an den Leibern der Erdenvölker zu stillen, mutig entgegen.
Für das Leben, für den Frieden und für die Freiheit aller Menschen auf dieser Erde.
Bericht: US-Navy-Einheit drang 2019 in Nordkorea ein und tötete Fischer. Präsident weiß von nichts
Was die renommierte New York Times am Freitag berichtete, hat es in sich. Bereits 2005 soll eine US-Spezialeinheit die Demokratische Volksrepublik Korea (DVRK) mit einem Mini-U-Boot infiltriert und Soldaten unbemerkt an Land abgesetzt haben. Wochen vor dem zweiten Treffen von US-Präsident Donald Trump mit seinem nordkoreanischen Amtskollegen Kim Jong Un im Februar 2019 in Vietnam wurde die Militäraktion dann noch einmal wiederholt. Angeblich sollte beim zweiten Mal nur eine neue Abhörvorrichtung installiert werden, um Kims Kommunikation vor dem Gipfeltreffen abzufangen. Dazu kam es aber nie. Als die US-Soldaten die etwa hundert Meter vom U-Boot bis ans Festland geschwommen waren, entdeckten sie auf einmal ein Fischerboot, und aus Angst, aufzufliegen, eröffneten sie das Feuer. Die Besatzung von zwei oder drei Mann war sofort tot. Die Eindringlinge stellten sicher, dass keiner überlebt hatte, warfen die Leichen ins Meer und verschwanden wieder.
Laut den Quellen der New York Times sei es unklar, ob die DVRK überhaupt von dieser US-Aktion wusste. Zumindest wurde sie nie öffentlich kritisiert, und Kim traf sich nicht nur im Februar in Hanoi, sondern auch im Juni an der innerkoreanischen Grenze mit Trump ohne Anzeichen für eine Verstimmung. Mit dem prominenten Bericht stellte die Zeitung aber sicher, dass Kim jetzt höchstpersönlich davon erfährt, und betonte auch noch, dass der US-Präsident den Einsatz in seiner ersten Amtszeit abgesegnet habe. Bereits im Herbst 2018, also nur ein paar Monate nach seinem ersten Treffen mit Kim in Singapur, soll er die Erlaubnis dazu gegeben haben. Im Artikel wird beteuert, es ginge darum, die Misserfolge dieser »Seals Six« genannten Spezialeinheit ans Licht zu zerren. Zitiert wird noch ein Rechtsprofessor, der erklärt, dass Trump sich vielleicht ein wenig strafbar gemacht habe. Schließlich hätte das US-Parlament bei solchen Einsätzen zumindest informiert werden müssen. Aber es wirkt doch sehr merkwürdig, dass Trump nur Tage vor der Veröffentlichung durchblicken ließ, er würde noch einmal mit Kim verhandeln und dann nicht wie 2019 einfach ohne Abkommen zurückkommen. Einfacher ließe sich ein dritter Trump-Kim-Gipfel wohl nicht sabotieren.Dabei hatte die US-Regierung von Joe Biden, die von 2021 bis 2024 im Amt war, sich sehr schnell dieser Militäraktion angenommen. Direkt im ersten Jahr wurde eine Untersuchung eingeleitet und führenden Abgeordneten im Kongress der Abschlussbericht vorgelegt. Aber weder den involvierten Soldaten noch Trump konnte oder wollte man anscheinend ein Fehlverhalten nachweisen. Als der Präsident mit dem Zeitungsbericht konfrontiert wurde, meinte er, er könnte ja einmal nachschauen, habe aber von dieser Militäraktion noch nie gehört.
Die DVRK schweigt sich bisher aus zu dieser Verletzung ihres Territoriums und Ermordung ihrer Staatsbürger. Ob Trump diesen Vertrauensverlust kitten kann, scheint fraglich. Aber vielleicht war das Vertrauen auch nie da. Als im April 2018 Mike Pompeo, kurz zuvor vom CIA-Chef zum Außenminister gemacht, Pjöngjang besuchte, empfing ihn Kim mit einem Witz. Er hätte nicht gedacht, dass Pompeo wirklich in die DVRK kommen werde. Schließlich habe dieser versucht, ihn umzubringen. Pompeos halbernste Antwort: Er versuche es immer noch. Für eine Aufweichung der US-Sanktionen mag Kim deswegen gerne über all das hinwegsehen. Aber zumindest intern wird er wahrscheinlich schwere Konsequenzen ziehen müssen. Dass mit »Seals Six« genau dieselbe Einheit zum Einsatz kam, die 2011 Osama bin Laden exekutiert hat, wird wohl zusätzlich für Unmut sorgen bzw. die bereits vorhandene Angst vor ausländischen Attentaten auf Kim und seine Familie noch erhöhen.
China feiert Kriegsende vor 80 Jahren und zeigt bei Heerschau modernste Waffen aller Teilstreitkräfte
Am 2. September 1945 kapitulierte Japan vor den Alliierten, China erklärte den 3. September zum Tag des Sieges im »Widerstandskrieg gegen Japan« und im »Weltweiten Antifaschistischen Krieg«. Der Kolonialfeldzug Japans seit 1931 kostete in China nach offizieller Schätzung rund 35 Millionen Menschen das Leben.
Am Mittwoch erinnerte die Volksrepublik an den Sieg vor 80 Jahren und erntete allein dafür im Westen gallige Kommentare. Unter den 26 Staats- und Regierungschefs, die in Beijing an den Feierlichkeiten teilnahmen, war nur einer aus einem EU-Staat: der slowakische Ministerpräsident Robert Fico. Anwesend waren u. a. die Staatschefs Kubas, Russlands, Vietnams, Indonesiens, des Iran, der Demokratischen Volksrepublik Korea, der Mongolei, Zimbabwes und Serbiens. Auf den Tribünen saßen Angehörige von Menschen, die an der Seite Chinas gekämpft hatten, aus Russland, den USA, Großbritannien, Frankreich und Kanada.Zum zweiten Mal nach 2015 beging die Volksrepublik an diesem 3. September den Jahrestag mit einer Militärparade (dpa: »China protzt mit Waffenschau«) und stellte dabei in 45 Formationen zahlreiche neue Waffensysteme vor. Eine Auswahl: Weltpremiere hatten atomwaffenfähige Raketen der land-, see- und luftgestützten strategischen Streitkräfte, darunter Hyperschallwaffen. Vorgeführt wurden unbemannte Kampfjets sowie Aufklärungs- und Angriffsdrohnen und schiffsgestützte unbemannte Hubschrauber. Westliche Beobachter hoben die »Loyal Wingmans« hervor – Drohnen, die mit Menschen besetzte Kampfjets im Einsatz unterstützen oder Aufklärungsmissionen fliegen – sowie eine neuartige Laserwaffe, die Schwärme kleinerer Drohnen oder Lenkwaffen abwehren kann. Die Zuschauer sahen unbemannte Systeme, die über und unter Wasser einsetzbar sind. Präsentiert wurden Luftverteidigungssysteme, die in der Lage sind, Raketen abzufangen und auch gegen Satelliten eingesetzt werden können. Über den Tiananmenplatz rollten neue Luftverteidigungssysteme zur elektronischen Kampfführung sowie eine neue Generation von Kampfpanzern und Langstreckartillerie. Die Luftwaffe zeigte trägergestützte Kampfflugzeuge und strategische Bomber sowie einen Tarnkappenjäger der fünften Generation. Aufmerksamkeit erregte eine Formation, deren Fahrzeuge für Cloud Computing, digitale Kommunikation, Luft-Boden-Netzwerke ausgerüstet sind. Sie können schnell neue Arten von Cybersystemen zur Unterstützung gemeinsamer Operationen aufbauen.Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping eröffnete die Parade mit einem Appell für Weltfrieden und erklärte: »Heute steht die Menschheit erneut vor der Wahl zwischen Frieden und Krieg, Dialog und Konfrontation, Win-Win und Nullsummenspiel.« Vor 80 Jahren habe es sich um Chinas ersten vollständigen Sieg gegen ausländische Aggression in der Neuzeit gehandelt. Er rief die Staaten der Welt dazu auf, »die Grundursache des Krieges zu beseitigen und eine Wiederholung historischer Tragödien zu verhindern«.
Die Abschreckung wirkte. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas erklärte zum Geschehen in Beijing, »Europa« müsse »geopolitische Macht aufbauen«, es befinde sich »in einem Kampf um die Freiheit«. US-Präsident Donald Trump schrieb per Internetplattform Truth Social an Xi: »Bitte richten Sie meine herzlichsten Grüße an Wladimir Putin und Kim Jong Un aus, während Sie gegen die Vereinigten Staaten von Amerika konspirieren.«
Die Vizedirektorin der Informationsabteilung des ZK der Arbeiterpartei Koreas, Kim Yo Jong, hat Gesprächsangeboten aus Südkorea am Montag eine Absage erteilt. »Wir stellen erneut die offizielle Haltung klar, dass, unabhängig davon, welche Politik Seoul beschließt und welche Vorschläge es macht, wir kein Interesse daran haben«, sagte Kim laut KCNA. Es gebe keinen Grund für ein Treffen und auch kein Thema, das besprochen werden müsste, fügte sie hinzu. Südkoreas neuer Präsident Lee Jae Myung hatte sich zuvor offen für eine erneute Annäherung an die Demokratische Volksrepublik gezeigt.
Syrien: Der verstorbene KP-Chef Ammar Bakdash war überzeugter Internationalist. Ein Nachruf
Als Ammar Bakdash 1954 als Sohn von Wissal und Khalid Bakdash in Damaskus geboren wurde, war sein Werdegang vorgezeichnet. Vater Khalid, wie Mutter Wissal eigentlich kurdischer Herkunft, war eine herausragende Persönlichkeit des arabischen Kommunismus. Er studierte in den 1930ern in Moskau, fertigte die erste arabische Übersetzung des »Manifests der Kommunistischen Partei« an und war später entscheidend an der Ausgründung der Syrischen Kommunistischen Partei (SKP) beteiligt.
Ammar Bakdash trat 1969 in die SKP ein. Wie sein Vater studierte auch er in Moskau, schloss 1984 seine Promotion in Wirtschaftswissenschaften an der Lomonossow-Universität ab und kehrte nach Syrien zurück. Kurz zuvor hatte ein Palästinenser – Mahmud Abbas – die Doktorwürde erhalten, ebenfalls in Moskau. Nach seiner Rückkehr begann Bakdashs lange politische Laufbahn mit unterschiedlichen Funktionen. Gleich 1986 wurde er Zeuge der Spaltung der SKP in die Bakdash-Fraktion seines Vaters, die Glasnost und Perestroika ablehnte, und die SKP (Vereint) um Jusuf Faisal, die die Gorbatschowschen Reformen unterstützte. Die marxistisch-leninistische SKP (Bakdash) wird heute auf Grund ihres antirevisionistischen Kurses als stalinistisch charakterisiert. Sie war Teil der Nationalen Fortschrittsfront, einer Koalition linksgerichteter Parteien um die lange von Hafis und Baschar Al-Assad geführte syrische Baath-Partei. Nach unterschiedlichen Rollen – unter anderem war er für das Theorieorgan Die Avantgarde zuständig – und politischen Ämtern wurde Bakdash 2010 schließlich zum Generalsekretär der SKP (Bakdash) gewählt und dreimal in Folge bestätigt. Beim Aufkeimen des sogenannten arabischen Frühlings 2011 wandte sich die SKP (Bakdash) gegen die Aufstände. Das, was in Syrien passiere, entspreche »imperialistischen Plänen«, hieß es damals.Genosse Bakdash war zu Lebzeiten den Prinzipien des wissenschaftlichen Sozialismus, des proletarischen Internationalismus und des Kampfes gegen den Imperialismus und Zionismus treu verbunden. Er folgte den Vorstellungen seines Vaters und bewahrte die Partei als Stimme der Arbeiterklasse gegen Revisionismus und Reformismus. Gleichzeitig wurden ihm und der Partei Passivität gegenüber Wirtschaftsliberalisierungen vorgeworfen, die zwar kritisiert wurden, aber keinen nennenswerten Widerstand hervorriefen. Seine Haltung zu Palästina machte er auf dem »Internationalen Treffen der kommunistischen und Arbeiterparteien« der Kommunistischen Partei Griechenlands (KKE) 2015 deutlich: »Bei der palästinensischen Frage geht es nicht nur um einen nationalen Kampf, er ist Teil des antiimperialistischen Klassenkampfes in der Region. Das Recht auf Rückkehr und die Errichtung eines demokratischen Palästinas sind eine notwendige Bedingung für jede gerechte Lösung.« Und so würdigte ihn die KP Palästinas posthum als führenden arabischen Kommunisten, der »die Fahne des internationalen Kampfes mit seltener Entschlossenheit und Aufrichtigkeit« trug. Sein Vater hatte sich noch, die damalige sowjetische Perspektive widerspiegelnd, für den UN- Teilungsplan von Palästina ausgesprochen.Ammar Bakdashs letzte Tage waren von den Veränderungen in Syrien gekennzeichnet. Die prowestliche Machtübernahme durch den Dschihadisten Ahmed Al-Scharaa und dessen Haiat Tahrir Al-Scham (HTS) im Dezember brachte Massaker an politischen Gegnern, ethnischen und religiösen Minderheiten mit sich. Ende Januar löste das neue reaktionäre Regime die SKP (Bakdash) auf und beschlagnahmte ihren Sitz und ihr Eigentum. Bakdash entging dem Terror gemeinsam mit seiner Familie nur knapp. Dank der engen Beziehungen zur KKE konnten sie ins griechische Exil fliehen. Am Sonnabend, dem 12. Juli, verstarb Ammar Bakdash im Alter von 70 Jahren in Athen. Seine Beisetzung wird kommenden Mittwoch auf dem Kaisariani-Friedhof stattfinden, auf dem im Zweiten Weltkrieg griechische Antifaschisten von der deutschen Besatzungsmacht hingerichtet worden waren. Wie die KKE betonte, gilt es, seinen Beitrag zur Weiterentwicklung des gemeinsamen Kampfes der Völker in den arabischen Ländern zu würdigen.
Rotsperren für BFC Dynamo: Peinliche Pannen beim DFB
Nimmt man den Verband beim Wort, verdonnert er Rufat Dadashov und Larry Oellers nach den Platzverweisen gegen den VfL Bochum zu Megastrafen.
Das ging aber schnell! So kennt man den DFB ja gar nicht. Das letzte Spiel der ersten Pokalrunde zwischen Essen und Dortmund (0:1) war noch nicht mal angepfiffen, da war der BFC Dynamo schon abgeurteilt, waren Rufat Dadashov (33) und Larry Oellers (25) für ihre Roten Karten vom 1:3 nach Verlängerung gegen den VfL Bochum zu Sperren verdonnert.Ist doch gut, wenn alle fix wissen, woran sie sind. Ja, klar. Aber ein fades Geschmäckle bleibt, wenn man darüber nachdenkt und genau liest, was der DFB über seine Homepage in die weite Welt verschickte.Da ist der Eindruck, dessen man sich nur schwer erwehren kann: Das hat was von genormtem Schnellgericht. Spieler A, Vergehen B macht Strafe C. Stempel drauf, der Nächste, bitte. Im Fall von Oellers heißt das: Rot für Notbremse, Tatsachen(-fehl-)entscheidung des Schiris, ein Spiel Pause. Weniger geht nicht, sorry, ist halt so.Bei Dadashov wertete der Schiri einen Gesichtswischer beim Gegner als Tätlichkeit. Okay, kriegt er gnädig zwei Spiele aufgebrummt. Selbst mal gucken, Fingerspitzen- oder Mitgefühl? Ist laut Paragrafen nicht vorgesehen.Um schön im Tempo zu bleiben, helfen vorgefertigte Worthülsen. Tausche Namen von Spieler und Verein, passe Strafe an. Fertig. Blöd nur, wenn man beim Kopieren – wie im Falle Oellers – dann vergisst, die Überschrift zu ändern. Denn da wird er für zwei Spiele gesperrt und nicht wie im Text für eine Partie. Peinlich!Noch komischer wird es, wenn man den DFB mit seinem Text beim Wort nimmt: „Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat Rufat Dadashov vom Regionalligisten BFC Dynamo im Einzelrichterverfahren nach Anklageerhebung durch den DFB-Kontrollausschuss wegen einer Tätlichkeit gegen den Gegner nach einer zuvor an ihm begangenen sportwidrigen Handlung mit einer Sperre von zwei DFB-Pokalspielen belegt. Darüber hinaus ist der Spieler bis zum Ablauf der Sperre auch für alle anderen Pokalspiele seines Vereins gesperrt.“Wie jetzt: zwei Spiele Sperre im DFB-Pokal? Klingt plausibel für einen Erst- oder Zweitliga-Profi, der jedes Jahr automatisch dabei ist. Aber bei Dadashov? Der BFC müsste sich also entweder zweimal wieder für den obersten deutschen Pokal qualifizieren oder einmal die zweite Runde erreichen, damit die Strafe verbüßt ist.
Und das möglichst schnell, sonst ist Dadashovs Karriere vorbei. Und für „alle anderen Pokalspiele“ kommt dann ja nur der Berliner Cup infrage. Das heißt genau genommen und im schlimmsten Fall: Dada darf zeit seines Lebens bei keinem Pokalspiel mehr auflaufen, oder was?Verständlich, dass Jörn Lenz (56) bei dem Thema erhöhten Puls bekommt. Der BFC-Teammanager kommentiert die Post vom DFB mit nur einem Wort: „Falschmeldung!“ Richtig! Denn die Botschaft, die der Verband so verquer unters Volk bringt, lautet: für zwei Pokalspiele gesperrt. Dadashov und Oellers müssen also am Mittwochabend in der ersten Runde in Berlin bei Concordia Britz zuschauen, der BFC-Kapitän – einen Sieg vorausgesetzt – auch noch in Runde zwei. Dann darf er wieder.Und weil das ja eigentlich so einfach ist – nur leider saublöd kommuniziert –, hat Dynamo die Urteile längst akzeptiert. Nicht aber die Art und Weise, wie der DFB sie verkündete.