Archiv der Kategorie: Meldungen

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Berliner Kurier vom 10.06.2025 von Helge Denker

Dieser „DDR-ICE“ soll bald wieder fahren!

Ein Zug der legendären Baureihe VT 18.16 soll wieder über die Schienen Deutschlands rollen. Doch noch fehlt etwas Geld, um die Renovierung fertigzustellen.

Dass es bei der Bahn manchmal etwas länger dauern kann, ist fast normal. Doch die Wiederkehr des sogenannten Schnellverkehrstriebwagen (SVT), das Modell VT 18.16, dauert mehr als 20 Jahre.

Das schnittige Modell war einst der ganze Stolz der Deutschen Reichsbahn (DR), der „dieselhydraulische Schnellverbrennungstriebwagen.“ Nach der Wende wurde er auf das Abstellgleis geschoben – und langsam vergessen. Doch dann entdeckten Eisenbahn-Fachleute den alten Schnellzug und machten sich in Sachsen an die aufwändige Restaurierung des rot-beigen Riesen, entfernten den Rost und erneuerten die Polster.Eigentlich sollte der „DDR-ICE“ bereits vor einem Jahr fertig werden, doch die aufwändige Renovierung verzögerte sich, besonders die Instandsetzung des Schnellverkehrstriebwagen SVT dauerte deutlich länger als geplant.Auf Facebook schreibt das Restaurations-Team vom SVT Görlitz dazu: „Die unerwarteten Mehrarbeiten, zum Beispiel bei der Stahlbausanierung, Wartezeiten für Materialien und personelle Probleme bei unseren Dienstleistern haben zu dieser Verzögerung geführt.“ Doch in Zukunft soll ein Zug der legendären Baureihe wieder durch Deutschland fahren – als eine Art Museumszug für Mitteldeutschland.Die Renovierung des Zuges hat aber deutlich mehr Geld gekostet, als ursprünglich vorgesehen war. Nicht 5 Millionen Euro, sondern fast eine Million Euro mehr. Dafür hat der STV Görlitz einen Antrag auf Fördermittel beim Land Sachsen gestellt, wartet auf die Zusage und sammelt weiter Spenden.

Halten soll der „DDR-ICE“ laut Plan in Dresden, Berlin und Potsdam

Einen Fahrplan gibt es für den DDR-Schnellverkehrstriebwagen auch schon: Halten soll der renovierte Traumzug in Dresden, Berlin und Potsdam. Doch dazu muss die Renovierung erst einmal abgeschlossen werden. Dann soll der Zug Sonderfahrten quer durch Deutschland machen können, so der Plan. Nur beim Tempo muss der Eisenbahnfan wohl Abstreiche machen. Die früher möglichen 160 km/h Höchstgeschwindigkeit schafft der Zug wohl nicht mehr.■


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Berliner Kurier vom 23.06.2025 von Peter Wiezorek

BFC Dynamo: Der Schatzmeister und sein größtes Schätzchen

Hochzeits-Glocke bei den Weinrot-Weißen: Sven Radicke führt seine Kathrin – wie sollte es auch anders sein – stilsicher mit weinroter Fliege vor den Traualtar.

Neu-Start-Wochenende beim BFC Dynamo! Für die mit bisher 14 Neuzugängen mehr als runderneuerte Mannschaft von Trainer Dennis Kutrieb (45) war am Freitag Trainings-Auftakt für die Regionalliga-Saison 2025/26. Einem Weinrot-Weißen war das nicht genug: Sven Radicke (57) startete am Sonnabend gleich mal in einen ganz neuen Lebensabschnitt.Der langjährige Schatzmeister der Weinrot-Weißen – im Amt seit Juli 2002 – verbuchte nämlich sein größtes Schätzchen endgültig auf der Habenseite. „Howie“ und seine Kathrin traten nach fast schon zehn Jahren Seite an Seite nun gemeinsam vor den Traualtar.Nach dem Ja-Wort im Standesamt Lichtenberg ging es bei perfektem Foto-Wetter fürs Motiv für die Ewigkeit zum Wasserturm am Obersee auf den Lindwerderberg, die höchste natürliche Erhebung von Alt-Hohenschönhausen. Von da aus war es dann nur noch ein Katzensprung bis ins Sportforum.Im VIP-Bereich des Vereinsheims der Dynamos gab es noch entspannt mit der Familie Kaffee und Kuchen, ab 17 Uhr ging dann mit in der Spitze rund 100 Gästen aus Klub und Freundeskreis so richtig die Post ab. Nur die Flitterwochen müssen noch warten. Radicke: „Dafür ist im Moment einfach keine Zeit, die holen wir dann im Urlaub im nächsten Jahr ganz in Ruhe nach.“


Außenministerium der DVRK verurteilt US-amerikanischen Angriff auf den Iran.

KCNA-Nachricht vom 23. Juni 2025

Eine B-2 Spirit der U.S. Air Force wird auf der Whiteman Air Force Base in Missouri für ihren Einsatz im Rahmen der Operation Midnight Hammer vorbereitet. Quelle: Wikipedia / gemeinfrei

Das Außenministerium der Demokratischen Volksrepublik Korea verurteilt den völkerrechtswidrigen US-amerikanischen Angriff auf die Atomanlagen der islamischen Republik Iran aufs Schärfste. Auf Nachfrage der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA antwortete ein Sprecher des Außenministeriums:

Der überraschende Militärschlag gegen den Iran durch die US-Streitkräfte ist nicht nur ein Angriff auf die territoriale Integrität eines souveränen Staates, er verstößt auch auf eklatante Weise gegen die UN-Charta, die nicht umsonst das Gebot der Nichteinmischung in innere Angelegenheiten an höchste Stelle hebt. Dieser beispiellose Akt der Aggression ist ein Schlag ins Gesicht der internationalen Staatengemeinschaft und eine Verhöhnung sämtlicher Regeln der Diplomatie, die sich in vielen Jahren als Garant für Frieden und Stabilität etabliert haben. Unverhohlen zeigt Washington damit die Fratze der Verachtung für eine friedliche und gleichberechtigte Koexistenz auf der Welt.

Der ausufernde Konflikt im Nahen Osten, angetrieben vom rücksichtslosen Chauvinismus Israels und seinem, seit Jahren vom Westen tolerierten, zügellosen und unbarmherzigen Großmachtstreben, erschüttert die Grundfesten jeder internationalen Zusammenarbeit. Die aktive Einflussnahme der USA heizt den Konflikt zusätzlich an und wird schwerwiegende Folgen für die globale Sicherheitsarchitektur nach sich ziehen.

Mit Ernst und Sorge beobachtet die Demokratische Volksrepublik Korea daher die aktuelle Entwicklung und fordert die internationale Staatengemeinschaft auf, die inakzeptablen Handlungen der USA und Israels nachhaltig zu verurteilen und ihnen aktiv Einhalt zu gebieten.

Quelle: www.kcna.kp (23.06.2025)


Kommentar der Antiimperialistischen Plattform:

Als Antiimperialisten begrüßen wir uneingeschränkt die Stellungnahme des Außenministeriums der DVRK und fordern unsererseits alle fortschrittlichen und friedliebenden Menschen und Organisationen auf, gemeinsam gegen den ausufernden Imperialismus und das menschenunwürdige Verhalten Israels die Stimme zu erheben und Solidarität zu zeigen, für den tapferen Freiheitskampf des palästinensischen Volkes, in Gaza und darüber hinaus, und die unantastbare Souveränität der islamischen Republik Iran.


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Junge Welt vom 20.06.2025 von Hagen Bonn

Heulsuse des Tages: Bodo Ramelow

Bodo Ramelow ist stinksauer. Da hatte er doch nach dem Verlust seines Arbeitsplatzes (Ministerpräsident von Thüringen) ausdrücklich gesagt: »Wir übergeben ein geordnetes Haus.« Aber auf dem kürzlich stattgefundenen Parteitag der Linkspartei in Thüringen beschließt man, »Fehler« der »rot-rot-grünen« Regierungszeit unter Ramelow aufzuarbeiten. Deswegen lässt er auf seiner Webseite nachfragen, ob er dabei sei, die Partei zu verlassen – oder ob seine Partei gerade ihn verlasse.

Keine Angst, Bodo, kann ich da nur rufen, das Motto des Parteitages hieß doch: »Niemals allein, immer gemeinsam!« Oder war das vor Ort nur auf den Toilettengang beschränkt? Aber Bodo wäre nicht der Ramelow, wenn er nicht noch blitzgescheit eine Glanzleistung der formalen Logik aus der Hüfte schießt: »Die Linke in Bewegung darf nicht zu einer Bewegungslinken werden, die sich selbst isoliert.« Kruzifix, machen Sie es nicht wie ich. Sie können den Satz auch zehnmal lesen, da kriegt man keinen Sinn rein. Und wieso nimmt er das nicht sportlich? Wenn er in den Seilen hängt, könnte er einfach mal schaukeln. Aber nein, lieber den Eingeschnappten spielen und das online auf umgerechnet fünfzehn A4-Seiten. Sieht mir ganz nach beleidigtem Hanswurst äh … Leberwurst aus.Kürzlich tat er noch locker, als er einer Berliner Zeitung zuflüsterte: »Mielke würde sich wundern, was wir heute alles falsch machen.« Aha, Genosse Mielke würde sich wundern? Wieso sollte er das tun? Sein Apparat wusste mehr über die BRD als sonst wer. Und da Ramelow Gewerkschaftssekretär in Mittelhessen war, ist anzunehmen, dass Genosse Mielke auch alles über Bodo wusste. Außer dass er 2015 den »Politikaward«, Kategorie Aufsteiger des Jahres, gewinnen sollte. Zehn Jahre später, hüstel, ist das ja nun vorbei. Hoffentlich.


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Junge Welt vom 14.06.2025 von Rainer Werning

Ein sanftmütiger Revolutionär

Luis G. Jalandoni, langjähriger Chefrepräsentant des philippinischen Untergrundbündnisses NDFP, starb mit 90 Jahren im niederländischen Exil

Luis G. Jalandoni lebte seit annähernd 50 Jahren im Exil im niederländischen Utrecht. Er war internationaler Chefrepräsentant des revolutionären Bündnisses der Nationalen Demokratischen Front der Philippinen (NDFP) und bis zum Herbst 2016 langjähriger Delegationsleiter der NDFP bei den Friedensverhandlungen mit Vertretern der Republik der Philippinen. In den Morgenstunden des 7. Juni verstarb er im Kreise seiner engsten Familie und langjährigen Genossen. Mit ihm starb ein Grandseigneur der revolutionären Bewegung auf den Inseln. Unter anderen politischen Umständen auf den Philippinen hätte dieser stets sanft lächelnde und weltgewandte Mann allemal das Zeug dazu gehabt, dem Land als Außenminister zu dienen.

Ka Louie (Genosse Luis), wie er liebevoll von seinen engsten Freunden angeredet wurde, begann sein erfülltes Leben mit einem Klassenverrat. Aufgewachsen in einem ebenso behüteten wie wohlhabenden Elternhaus mit Großgrundbesitz auf der zentralphilippinischen Insel Negros, erlebte er von Kindesbeinen an den klaffenden Widerspruch zwischen wenigen reichen Zuckerbaronen und der Masse verarmter Tagelöhner, die als Saisonarbeiter (Sacadas) ein erbärmliches Leben fristeten.

Im Alter von 20 Jahren trat Ka Louie in ein Priesterseminar ein und studierte dort drei Jahre lang Philosophie und vier Jahre Theologie. Als frisch gekürter Leiter der Sozialarbeit in der Diözese Bacolod erlebte der sensible Jungpriester eine Politisierung im Zeitraffer. Stets war er mit den Nöten von Tagelöhnern, verarmten Pächtern und Kleinbauern konfrontiert. Sein Engagement für deren Belange – der Kampf um gewerkschaftliche Organisierung und Lohnerhöhungen – führte zwangsläufig zu Auseinandersetzungen mit den Großgrundbesitzern und ihren Schlägertrupps.Als Student lernte Jalandoni die Schrift »Philippinische Gesellschaft und Revolution« von José Maria Sison alias Amado Guerrero kennen, dem Gründungsvorsitzenden der Kommunistischen Partei der Philippinen. Die intensive Lektüre dieser Schrift nährte in dem Theologen die Erkenntnis, dass unter den gegebenen gesellschaftlichen Bedingungen der bewaffnete Kampf unterstützenswert sei. Fortan schloss er sich dem politischen Untergrund an, übernahm bei der Gründung der »Christen für Nationale Befreiung« im Jahre 1972 eine Führungsposition und beteiligte sich aktiv an der Planung und Durchführung politischer Protestmärsche und Streiks.

Kein Wunder, dass Ka Louie und seine spätere Frau Coni Ledesma zur Zielscheibe staatlicher Repression wurden. Beide verbrachten 1974 mehrere Monate in Haft, bis die intensive Unterstützung progressiver Kirchenleute ihre Freilassung bewirkte. Bis Ende des Jahres 1976 war es beiden geglückt, sich in die Niederlande abzusetzen und dort politisches Asyl zu erhalten. Ka Louie avancierte zum leitenden internationalen Vertreter der NDFP in Utrecht und war von 1994 bis 2016 Vorsitzender und Delegationsleiter des NDFP-Verhandlungsteams bei den Friedensgesprächen mit der philippinischen Regierung.

Dass Ka Louie in der Endphase des blutrünstigen Duterte-Regimes (2016–2022) als »Terrorist« eingestuft wurde, sagt mehr über die Verfasstheit der politischen Staatsführung in Manila mitsamt ihren kläffenden Pinschern aus als über eine Persönlichkeit, die sich stets in aufrechtem Gang für die Interessen der Massen einsetzte. Sein Vermächtnis wird noch lange nachhallen, wenn die »traditionellen Politiker« (Trapos) und ihre Claqueure auf den Inseln längst vergessen sind.


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Junge Welt vom 12.06.2025 von Ronald Weber

Traum und Wirklichkeit

Vor 50 Jahren starb Alfred Kurella

Bertolt Brecht nannte ihn Mitte der 1930er Jahre »unseren ältesten Linienbold«. Das war noch vor der großen Expressionismusdebatte, die mit seinem Aufsatz »Nun ist dieses Erbe zu Ende …« und der provozierenden These, der Expressionismus habe in den Faschismus geführt, begonnen hatte. Offenbar hatte er sich früh den Ruf erworben, ein Kommunist der dogmatischen Sorte zu sein. So sahen ihn später auch viele DDR-Künstler, die ihm nach der Rückkehr aus dem sowjetischen Exil den Schimpfnamen »Kulturella« verpassten. Das war in den späten 1950er Jahren, als er zunächst das Direktorat des frisch begründeten Leipziger Instituts für Literatur und anschließend die Leitung der »Kommission für Fragen der Kultur beim Politbüro der SED« übernahm.

Dass aus dem 1895 in einer bürgerlichen Familie aufgewachsenen Wandervogel und Maler Alfred Kurella ein Kommunist wurde, war nicht selbstverständlich – und doch folgerichtig. Der Krieg wirkte als Erzieher im Sinne einer revolutionären Pädagogik: 1917 Desertion, 1918 Revolution in München, Eintritt in die KPD, im Frühjahr 1919 Flucht nach Moskau, Zusammentreffen mit Lenin und Aufnahme in den russischen kommunistischen Jugendverband. Seitdem war der polyglotte Kader für die Kommunistische Jugendinternationale (KJI) tätig, erfüllte Aufträge in Berlin, Paris und Moskau. Schließlich, nach der Rückkehr des »Helden von Leipzig« aus faschistischer Haft, wurde Kurella 1934 Georgi Dimitroffs Sekretär. Höher ging es nicht hinaus. Dann kam schon der Fall. Drei Tage bevor Sergej Kirow in Leningrad ermordet wurde, hatte es in Moskau ein Treffen einiger Veteranen der KJI in einer Privatwohnung gegeben. Weil nach dem Mord, mit dem anhob, was heute gemeinhin als Großer Terror bezeichnet wird, alles verdächtig schien, war auch dieses Treffen verdächtig. Kurella erhielt eine strenge Rüge, behielt – im Gegensatz zu anderen – aber seinen Kopf. Zunächst als Abteilungsleiter für Auslandsliteratur der Moskauer Unionsbibliothek tätig, finden wir ihn ab 1941 als Mitarbeiter der 7. Abteilung der Politischen Hauptverwaltung der Roten Armee, betraut mit Gegenpropaganda und der Arbeit mit deutschen Kriegsgefangenen.Als die Naziwehrmacht im Oktober 1941 auf Moskau drängte, wurde die Stadt evakuiert, Kurella und dessen Frau, die Kinder- und Frauenärztin Elfriede Cohn-Vossen, wurden getrennt. Der aus dieser Zeit erhaltene umfassende Briefwechsel (1984 bei Aufbau erschienen) zählt zu den interessantesten Dokumenten des deutschen Exils. Er ist aber nicht nur in kultureller und politischer Hinsicht aufschlussreich, sondern auch das Zeugnis einer unstillbaren Sehnsucht: nach einem Ort im Kaukasus, der heute in der Autonomen Republik Abchasien liegt, dem Dorf Pschu. Kurella und Cohn-Vossen hatten das malerische Bergdorf bei ihren Wanderungen im Kaukasus entdeckt. In der entbehrungsreichen Zeit des Krieges hielt sie der Traum aufrecht, dorthin überzusiedeln und den »Ruhm der Wiederaufbauung des Vaterlandes« anderen zu überlassen. Tatsächlich wurde dieser Traum wahr. Das Ehepaar lebte von 1946 bis 1949 in Pschu. Erst dann bereitete sich Kurella auf die Rückkehr nach Deutschland vor.

Es ist vor langer Zeit in Mode gekommen, parteitreue Kommunisten für Idioten zu halten und lediglich den Abweichlern das historische Plazet zu geben. Alfred Kurella aber war kein Idiot, wie schon zu dessen Lebzeiten so sehr unterschiedlichen Leuten wie Adolf Endler und Peter Hacks aufgefallen war. Man darf daher gern im Januar, wenn sich die kleine Schar der deutschen Kommunisten zu ihrer Gedenkstätte nach Friedrichsfelde begibt, auch bei Alfred Kurellas Grab an der Ringmauer eine Nelke ablegen.


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Junge Welt vom 14.06.2025

DVRK lässt Kriegsschiff vom Stapel

Pjöngjang. Nach dem missglückten ersten Stapellauf eines neuen Kriegsschiffes der Demokratischen Volksrepublik Korea (DVRK) vor knapp drei Wochen hat Staatschef Kim Jong Un am Donnerstag an der zweiten Stapellaufzeremonie des nun reparierten Schiffes teilgenommen und den Bau weiterer Zerstörer angekündigt. Das meldete KCNA am Freitag. Demnach sollen im kommenden Jahr zwei weitere Kriegsschiffe dieser Art in Dienst gestellt werden, um die Marinepräsenz der DVRK in der Region zu verstärken.


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Junge Welt vom 07.06.2025 von Reinhard Lauterbach

Großangriff auf Kiew

Russland beschießt Ukraine mit mehr als 400 Drohnen und 40 Raketen. Putin stellt Verhandlungen mit Kiew in Frage

Russland hat in der Nacht zum Freitag den oder einen der bisher stärksten Drohnen- und Raketenangriffe auf Ziele in der Ukraine durchgeführt. Nach Angaben der ukrainischen Luftabwehr waren etwa 400 Drohnen und 40 Raketen im Einsatz. Viele hätten abgeschossen werden können, aber nicht alle. In Kiew wurden mindestens drei Personen getötet. Es handelte sich bei ihnen offenbar um Angehörige der Rettungsdienste, die bei einem Nachfolgeangriff auf die bereits brennende Einschlagstelle getroffen wurden. Das russische Verteidigungsministerium erklärte, die Angriffswelle sei die Antwort auf die »Terrorhandlungen des Kiewer Regimes« der letzten Tage gewesen. Es seien verschiedene Objekte der Rüstungsindustrie, darunter Konstruktionsbüros und Drohnenproduktionsstätten, militärische Ausbildungsstätten und Materiallager, anvisiert und getroffen worden.

Ukrainische Medien berichten auch von Schäden an der ganz oder überwiegend zivilen Infrastruktur. So wurde in Kiew offenbar ein Heizkraftwerk beschädigt. Als Folge fiel auf dem ganzen linken Dnipro-Ufer der Strom aus. In der westukrainischen Gebietshauptstadt Ternopol gab es offenbar einen Einschlag in einen Chemiebetrieb. Jedenfalls rief die örtliche Verwaltung die Bewohner auf, die Häuser bis auf weiteres nicht zu verlassen und die Fenster geschlossen zu halten. Die Luft enthalte »gefährliche Schadstoffkonzentrationen«. Zu anderen Zielen waren die Informationen widersprüchlich: In der Stadt Luzk nordöstlich von Lwiw wurde nach ukrainischen Angaben ein Hotel getroffen, in dem eine Leichtathletikmannschaft einquartiert war, außerdem »einige Soldaten«. Russland sprach von einem Angriff auf das Flugzeugmotorenwerk »Lutsch«, den einzigen Hersteller von Triebwerken für die MiG-29-Jagdflugzeuge der ukrainischen Luftwaffe.Mit einiger Wahrscheinlichkeit wurde auch die Luftabwehr in Kiew ins Visier genommen. Es wurde die überdurchschnittlich hohe Zahl von sechs der acht abgefeuerten »Iskander«-Raketen abgeschossen. Hierzu gilt nur das US-amerikanische »Patriot«-System als fähig. Wenig später aber war die Rede davon, dass auch mindestens eine »Patriot«-Stellung zerstört worden sei, und zwar durch eine Rakete des Typs Ch-31 N, die speziell zur Bekämpfung von »Patriot«-Batterien entwickelt wurde. Das lässt vermuten, dass die »Iskander« geopfert wurden, um die »Patriot«-Stellungen anhand ihrer Radarsignale zu orten und anschließend zu bekämpfen. Das wiederum deutet darauf hin, dass weitere, schwerwiegendere Angriffe auf Kiew in Vorbereitung sind und die »Vergeltung« der Nacht auf Freitag noch nicht alles gewesen sein dürfte.Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij rief das Ausland auf, den Druck auf Russland nochmals zu erhöhen. Wer die Ukraine jetzt nicht unterstütze, mache sich mitschuldig. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte in einer Stellungnahme bei einer Sitzung des russischen Sicherheitsrates am Mittwoch angedeutet, dass er daran zweifle, ob Verhandlungen mit der gegenwärtigen ukrainischen Regierung überhaupt sinnvoll und zweckmäßig seien. Putin ging dabei nicht auf die ukrainischen Attacken gegen strategische Luftstützpunkte vom vergangenen Sonntag ein, warf der Ukraine aber gleichwohl vor, sich in Richtung eines »terroristischen Regimes« zu entwickeln. Er illustrierte dies mit den Angriffen auf Bahnlinien, bei denen in einem Fall im Gebiet Brjansk ein vollbesetzter Personenzug durch eine gesprengte Brücke zerschmettert worden sei. Der Angriff mit sieben Toten und 70 Verletzten sei eine gezielte Aktion einzig gegen zivile Bahnreisende gewesen, so Putin.

An den Fronten erzielen die russischen Truppen weitere Geländegewinne, vor allem nördlich der Bezirkshauptstadt Sumi im Nordosten der Ukraine. Bewohner berichteten in sozialen Netzwerken, sie seien von den Behörden aufgefordert worden, die Stadt zu verlassen, ohne dass sie wüssten, wohin. Aus Cherson am Südende der Front berichteten Einwohner in sozialen Netzwerken, niemand sei mehr vor russischen Drohnenangriffen sicher, nicht einmal einzelne Fußgänger oder Radfahrer. Die Stadt sei praktisch nicht mehr bewohnbar, in den Läden gebe es nichts mehr zu kaufen.


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Junge Welt vom 06.06.2025

Nordkorea sagt Russland Unterstützung zu

Pjöngjang. Der Staatschef der Demokratischen Volksrepublik Korea (DVRK), Kim Jong Un, hat Russland im Ukraine-Krieg staatlichen Medien zufolge »bedingungslose Unterstützung« zugesichert. Dies habe Kim bei einem Treffen mit dem Sekretär des Nationalen Sicherheitsrats Russlands, Sergej Schoigu, am Donnerstag in Pjöngjang gesagt, berichtete die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA. Beide Seiten kamen demnach überein, die Beziehungen »weiterhin dynamisch auszubauen«. Laut der russischen Nachrichtenagentur TASS war Schoigu, der bis Mai 2024 Verteidigungsminister gewesen war, auf Anweisung des russischen Präsidenten Wladimir Putin nach Pjöngjang gereist. Im vergangenen Jahr hatten Russland und Nordkorea ein Abkommen über eine »umfassende strategische Partnerschaft« geschlossen, das auch eine Klausel zur gegenseitigen Verteidigung enthält. (AFP/jW)


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RotFuchs Ausgabe Juni 2025 von Susan Bonath

Israel: TV-Produzent forderte einen „Holocaust mit
Gaskammern“ im Gazastreifen

Der Netanjahu-nahe israelische TV-Produzent Elad Barashi forderte öffentlich einen „Holocaust mit Gaskammern“ im
Gazastreifen. Im israelischen Fernsehen wird
derweil heftig debattiert, ob es legitim sei,
palästinensische Babys zu töten. Deutsche
Politiker und Leitmedien schweigen dazu.
Das Ausmaß der Opfer im Gazastreifen läßt
sich nicht mehr beziffern. Fortgesetzt tötet
das israelische Militär ungestraft Zivilisten
durch Bomben und Hungerblockade. Die alte
Bundesregierung sah weg und lieferte Waffen, die neue unter Kanzler Friedrich Merz
will Israel noch stärker dabei unterstützen.
Und die deutschen Leitmedien verschließen
selbst dann die Augen, wenn israelische TVMacher öffentlich zur Massentötung aller
Gaza-Bewohner aufrufen – mehr noch: zu
ihrer industriellen Vernichtung mit Nazimethoden.
Bereits im Februar rief Elad Barashi öffentlich auf X dazu auf, alle vertriebenen, ausgebombten und hungernden Einwohner des
Gazastreifens, die das israelische Massaker
bisher überlebt haben, mit Nazimethoden
industriell zu vernichten. Sein Posting hat
der Mann inzwischen zwar gelöscht, aber
ein Screenshot davon kursiert weiter auf
der Plattform. Nachdem am 4. Mai das
Investigativ-Portal Drop Site News den genozidalen Aufruf thematisiert hatte, kam
offenbar ein kleiner Stein ins Rollen.
Am 6. Mai schließlich rechtfertigte Barashi
seine Vernichtungsfantasien. Er erklärte etwas weichgespülter, er wünsche den GazaBewohnern noch immer „einen Holocaust“
und werde sich nicht dafür entschuldigen.
Plädoyer fürs „Ausrotten mit
Gaskammern“
Barashis Posting sollte einem das Blut
in den Adern gefrieren lassen. Zunächst prügelt er verbal auf alle ein, die nicht wollten, dass Gaza vom israelischen
Feuer niedergebrannt und versengt wird“ und
die „behaupten, es gäbe Unschuldige in
Gaza“. Man dürfe auch keinen einzigen Einwohner der 365 Quadratkilometer kleinen
Enklave „ungehindert in arabische Länder
oder nach Europa fliehen lassen“. „Gaza
verdient den Tod“, schrieb er. (…) „Männer,
Frauen und Kinder – wir müssen sie mit
allen Mitteln auslöschen, ohne Angst, ohne
Zögern einfach zerquetschen, ausrotten,
abschlachten, dem Erdboden gleichmachen, zerlegen, zertrümmern, zerschmettern. Ohne Gewissen und Gnade – Kinder
und Eltern, Frauen und Mädchen – sie alle
verdienen einen grausamen und harten
Tod.“
Fernsehdebatten über Massenmord an
Kindern
Obgleich in ihrer Deutlichkeit nicht zu überbieten, sind Barashis genozidale Aufrufe
in der israelischen Öffentlichkeit beileibe
kein Einzelfall. Der britische Journalist
Owen Jones zeigte kürzlich – nicht zum ersten Mal – Ausschnitte aus israelischen TVSendungen, in denen Protagonisten ganz
öffentlich zum Massenmord aufrufen.
Diesmal bezog er sich auf Channel 13, einen
der größten israelischen Sender, wo eine
Debatte darüber stattfand, ob man ausnahmslos alle Babys, Kinder und Frauen
in Gaza ausrotten solle.
In diesem „Streitgespräch“ forderte der israelische Politiker und ehemalige Stabschef
der israelischen Armee, Moshe Yaalon, den
Gazastreifen „vollständig auszulöschen“.
Eine Moderatorin hielt dagegen, daß dies
den Ruf Israels in der Welt schädigen würde.
Yaalon antwortete, daß ungezügelte „Rache“
das Gebot sei. Der Gazastreifen müsse „von
Arabern gereinigt“ werden.
Vertreibung der Bewohner von Gaza auf der
Tagesordnung der israelischen Besatzer. Hier
geht es um eine planmäßige Auslöschung
der Bewohner von Gaza. Bis Juni 2024 waren über 1000 israelische Bombenabwürfe
mit etwa 25 000 Tonnen Sprengstoff registriert worden, die 425 Schulen, 273 religiöse
Gebäude, 250 Zufluchtsorte, 31 Krankenhäuser zerstörten. Insgesamt wurden 83  %
der Pflanzenwelt und 70 % Prozent der
landwirtschaftlichen Nutzfläche, 47 % der
Grundwasserbrunnen und 65 % der Wassertanks zerstört. Zahlreiche Erklärungen von
israelischen Staatsbeamten, Offizieren sowie
Knesset-Mitgliedern verlautbaren die gezielte Zerstörung der gesamten Infrastruktur
in Gaza. Der damalige Energieminister Israel
Der Netanjahu-nahe israelische TV-Produzent Elad Barashi forderte öffentlich einen „Holocaust mit Gaskammern“ im
Gazastreifen. Im israelischen Fernsehen wird
derweil heftig debattiert, ob es legitim sei,
palästinensische Babys zu töten. Deutsche
Politiker und Leitmedien schweigen dazu.
Das Ausmaß der Opfer im Gazastreifen läßt
sich nicht mehr beziffern. Fortgesetzt tötet
das israelische Militär ungestraft Zivilisten
durch Bomben und Hungerblockade. Die alte
Bundesregierung sah weg und lieferte Waffen, die neue unter Kanzler Friedrich Merz
will Israel noch stärker dabei unterstützen.
Und die deutschen Leitmedien verschließen
selbst dann die Augen, wenn israelische TVMacher öffentlich zur Massentötung aller
Gaza-Bewohner aufrufen – mehr noch: zu
ihrer industriellen Vernichtung mit Nazimethoden.
Bereits im Februar rief Elad Barashi öffentlich auf X dazu auf, alle vertriebenen, ausgebombten und hungernden Einwohner des
Gazastreifens, die das israelische Massaker
bisher überlebt haben, mit Nazimethoden
industriell zu vernichten. Sein Posting hat
der Mann inzwischen zwar gelöscht, aber
ein Screenshot davon kursiert weiter auf
der Plattform. Nachdem am 4. Mai das
Investigativ-Portal Drop Site News den genozidalen Aufruf thematisiert hatte, kam
offenbar ein kleiner Stein ins Rollen.
Am 6. Mai schließlich rechtfertigte Barashi
seine Vernichtungsfantasien. Er erklärte etwas weichgespülter, er wünsche den GazaBewohnern noch immer „einen Holocaust“
und werde sich nicht dafür entschuldigen.
Plädoyer fürs „Ausrotten mit
Gaskammern“
Barashis Posting sollte einem das Blut
in den Adern gefrieren lassen. Zunächst
Ohne Gnade! Dieses Mal gibt es keinen Raum
für Gnade!“. Norman Paech zitiert unzählige israelische Funktionsträger mit solchen
Aufforderungen. Dokumentiert sind bist jetzt
über 50 000 Tote, davon 18 000 Kinder, über
10 000 Verwundete und Verstümmelte sowie
20 zerstörte Krankenhäuser usw. Die israelische Armee hat den Gaza-Streifen in eine
Mondlandschaft verwandelt. Das Ende dieses
Verbrechens am palästinensischen Volk ist
nicht absehbar, und der Westen ist mit seiner politischen und ökonomischen Unterstützung sowie den Waffenlieferungen an Israel
an diesem Verbrechen beteiligt.
Dr. Matin Baraki
Helga Baumgarten/Norman Paech: Völkermord
in Gaza, Promedia Verlag Wien 2025, 232 S.
Lange Liste israelischer Verbrechen
Diese Vernichtungsaufrufe reihen sich
ein in eine lange Liste ähnlich genozidaler
Absichtserklärungen hochrangiger israelischer Politiker.
Bereits im Januar 2024 konstatierte der Internationale Gerichtshof (IGH), daß eine Klage von Südafrika wegen des Verdachts des
Völkermordes gegen Israel gerechtfertigt
sei und es Anhaltspunkte für diesen Vorwurf gebe. Explizit ging der IGH dabei auf
das Aushungern der Bevölkerung ein und
forderte Israel mehrfach auf, die Blockade
von Hilfsgütern und die Bombardierungen
ziviler Infrastruktur zu unterlassen – bisher
ohne Erfolg.
Südafrika hatte schon damals eine lange Liste von Beweisen für Vernichtungsabsichten
vorgelegt, darunter neben entsprechenden
Aussagen führender Staatsfunktionäre auch
zahlreiche Videos, die schwere Verbrechen
gegen die Menschlichkeit zeigen und teils
von israelischen Soldaten selbst stolz ins
Internet gestellt wurden. Die Organisation Amnesty International vervollständigte
diese Liste bis Ende vergangenen Jahres mit
einem akribischen, 296-seitigen Bericht und
sprach von einem Völkermord.
Ignoranz bei deutschen Medien
An den deutschen Medien, die sich gerne
und ausgiebig moralisch aufblasen gegen
vermeintliche Antisemiten, Putinversteher,
Rechtsextremisten und so weiter, geht all das
weitgehend vorbei. Sie schweigen dazu, sehen
offenbar absichtlich weg – und prügeln statt
dessen verbal auf Demonstranten in Deutschland ein, die sich für Frieden und gegen den
Massenmord an Palästinensern einsetzen.
Susan Bonath