Die besten Vorzeichen für eine glückliche Zukunft

Im vergangenen Jahr erblickten in der Demokratischen Volksrepublik Korea 39 ganz besondere Erdenbürger das Licht der Welt. Denn sie kamen nicht allein, sondern hatten alle zwei identische Geschwister im Schlepptau.

2024 wurden – man höre und staune – gleich 13 glückliche Paare Eltern von gesunden Drillingen. Ein Vorzeichen großen Glücks, wie der koreanische Volksmund weiß. Und das ganze 13 mal. Was soll da noch schiefgehen.


Aus dem Leben unseres Vorsitzenden der AiP Genosse Michael Koth

Historische Texte von Michael Koth


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Junge Welt vom 04.03.2025… von Jörg Kronauer

Europas Blütenträume

London und Paris schmieden Friedensplan

An großspurigen Plänen hat es in (EU-)Europa nur selten gefehlt. Einer besteht seit langem darin, den eigenen Aufstieg in der Weltpolitik so energisch voranzutreiben, dass man letzten Endes »auf Augenhöhe« mit den Vereinigten Staaten, der führenden Weltmacht, gelangt. Für Nationalfeiertagsreden und für das eigene Selbstgefühl, das in »Europa« seit vielen Jahren weit oberhalb der realen eigenen Lage schwebt, gab dieser Plan immer viel her. Realisiert wurde er nie. Man kann mit gutem Grund fragen, ob es sich mit dem Vorhaben ähnlich verhält, einen »europäischen« Waffenstillstands- oder gar Friedensplan für die Ukraine zu entwickeln. Auf dieses Vorhaben haben sich die Teilnehmer des Sondergipfels am Sonntag in London geeinigt. Wird es »Europa« gelingen, sich als hehrer Friedensstifter zu profilieren? Vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß gesetzt und die Notwendigkeit, die gegnerische Kriegspartei zur Zustimmung zu bewegen. Die aber verhandelt nicht mit »Europa«, sondern mit den Vereinigten Staaten, und sie ist militärisch auf dem Vormarsch. Ohne die USA, sollte man meinen, geht da nicht viel.

Davon unabhängig – eines ist neu an dem großspurigen Vorhaben: Es vereint gewiss nicht alle, aber doch zahlreiche Staaten Europas hinter der Führung Frankreichs und Großbritanniens. Beide stimmen ihre Ukraine-Politik seit einiger Zeit eng miteinander ab, beide haben in Aussicht gestellt, zur Friedenssicherung auch Truppen zu entsenden. Auf der Grundlage eines Militärabkommens, das sie 2010 geschlossen haben, haben sie 2011 erst den Libyen-Krieg geführt und anschließend eine binationale Eingreiftruppe aufgebaut. Sie könnten den Kern der »Koalition der Willigen« bilden, auf die sich der Londoner Gipfel geeinigt hat und die eine Einhaltung des Friedensvertrages erzwingen soll. Diesen Vertrag wollen Paris und London gemeinsam entwickeln, eventuell unter Einbeziehung eines oder zweier weiterer Staaten. Natürlich hat sich die Bundesregierung bereits zu Wort gemeldet – und will mitmischen. Dass das Vorhaben nicht unter Führung Berlins angegangen wird, verheißt wegen des deutschen Geltungsdrangs zusätzliches Konfliktpotential.Dabei verlangt das Vorhaben von den Staaten eine beispiellose Aufrüstung. Denn ganz abgesehen davon, dass die klare Mehrheit von ihnen den Machtkampf gegen Russland fortsetzen und deshalb ihre Streitkräfte stärken will: all die großspurigen »europäischen« Friedenspläne für die Ukraine könnten schon daran zerplatzen, dass niemand in Westeuropa auf die militärischen Kommunikations- und Aufklärungssatelliten der USA verzichten kann. Kein Wunder, dass es in London hieß, man müsse US-Unterstützung erbitten. Was, wenn Elon Musk kurzerhand »Starlink« abschaltete? Dann hälfe nur der Gang nach Canossa, pardon: nach Washington. Langfristig aber hilft der aufstrebenden Bourgeoisie der Staaten Europas im Kampf um ihren Großmachtstatus nur eines – rüsten, rüsten, rüsten. Man weiß, wer dafür die Zeche zahlt.


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Junge Welt vom 05.03.2025…

DVRK kritisiert US-Militärgebaren

Pjöngjang. Die Demokratische Volksrepublik Korea (DVRK) hat die Entsendung eines US-Flugzeugträgers nach Südkorea scharf verurteilt. Dadurch hätten sich die »böswilligen Konfrontationsversuche der USA« gegenüber Pjöngjang verschärft, erklärte Kim Yo Jong, die stellvertretende Leiterin der Abteilung Agitation und Propaganda, am Dienstag laut staatlicher Nachrichtenagentur KCNA. Die US-Administration habe seit dem Amtsantritt von Präsident Donald Trump ihre »politischen und militärischen Provokationen« gegen die DVRK verstärkt und damit »die feindselige Politik der Vorgängerregierung fortgesetzt«. Die »USS Carl Vinson« war am Sonntag im Hafen der südkoreanischen Stadt Busan eingetroffen. Das südkoreanische Verteidigungsministerium bezeichnete Kims Erklärung als »Vorwand, um die Entwicklung von Atomraketen zu rechtfertigen und einen Vorwand für Provokationen zu schaffen«. Die militärische Kooperation zwischen Südkorea und den USA und deren wiederholte Provokationen werden von Pjöngjang regelmäßig verurteilt. Gemeinsame Manöver der beiden Länder sieht es als Vorbereitung einer Invasion und reagiert darauf häufig mit Waffentests. Die Beziehungen zwischen Nord- und Südkorea befinden sich derzeit auf einem Tiefpunkt.


Zur Lage in Syrien

In einem erschütternden Brief beschreibt eine syrische Frau das Leben unter der Al-Qaida-HTS.

Als mit Beginn der gewaltsamen Aufstände im Jahr 2011 klar war, dass der Westen nun auch nach Syrien seine blutigen Finger ausstreckt, war es uns als Antiimperialisten Pflicht und Befehl, uns hinter die politische und militärischen Führung zu stellen und lautstark für die Wahrheit und den Erhalt der säkularen syrischen Republik zu kämpfen. Mit der syrischen Baath-Partei verbindet uns seit jeher ein enges Band der Freundschaft. Zu den größten Errungenschaften des Baathismus zählt zweifellos die Errichtung eines fortschrittlichen syrischen Staates, der den alten Glanz als Hort der Zivilisation in die Moderne transportiert hat. Mehr als 60 Jahre war die Republik Syrien unter Führung der Baath-Partei ein Garant für Stabilität und Sicherheit in einer der geopolitisch fragilsten Regionen dieser Erde.

Über Nacht wurde daraus nun ein weiterer vom Westen geschaffener „Failed State“. Eines der letzten Bollwerke arabischen Nationalismus – geboren aus dem antikolonialen Befreiungskampf und gewachsen zur Speerspitze gegen den erneuten Zugriff angloamerikanischer und zionistischer Imperialisten – ist gefallen.

Was folgt ist die unvermeidliche Dekonstruktion des Staates und ein Rückfall in die schlimmste Barbarei, wie wir ihn bis heute in Libyen erleben müssen.

Wie sich die Lage aktuell verhält, beschreibt der eindrucksvolle Brief einer syrischen Zivilisten, dessen Übersetzung uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt worden ist.


Veröffentlicht im englischsprachigen Original:
https://syrianews.cc/syrian-woman-describes-living-under-natos-al-qaeda-hts/#comment-45128

Übersetzung durch Stefan H. Heuer, M.A. (Rostock) nach persönlicher Erlaubnis der Autorin.

Beginn der Übersetzung:

Hinweis des Editors:
Gestern erhielten wir einen Brief von einer Frau in Syrien, der eher wie ein Hilferuf aussah, da sie ausführlich über das Leben nach dem Sturz der syrischen Regierung und deren Ersetzung durch keine geringeren als die HTS-Terroristen der Al-Qaida berichtete. Wir haben die Echtheit des Briefes überprüft und überlassen ihn Ihnen unbearbeitet:

Ich bin eine syrische Staatsbürgerin und werde durch meine Verbindungen und die Beweise, die wir in den meisten Gebieten sammeln, Augenzeuge in allen syrischen Gebieten sein – abseits der Politik.

Das ‚Regime‘ fiel am 8. Dezember 2024, und Hay’at Tahrir al-Sham (HTS) und sein Anführer Abu Muhammad al-Julani (der sowohl von Freunden als auch von Feinden Syriens als gemäßigt angesehen wird) übernahmen die Macht.

Zunächst zur Klarstellung:
Was wurde den Soldaten der Syrischen Arabischen Armee versprochen, als sie in der Nacht des Umsturzes den Befehl erhielten, ihre Stellungen aufzugeben, ihre Waffen niederzulegen und zu Fuß und in Zivilkleidung in ihre Häuser zurückzukehren?

Es wurde versprochen, dass sich die Armee umstrukturieren würde und dass alle in der Armee verbleiben und ihre Entschädigungen und Gehälter erhalten würden.

Zwei Tage später flog das zionistische Gebilde (Israel) Hunderte von Luftangriffen auf Stellungen der Armee und löschte sie aus. Die syrisch-arabische Armee, die 80 Jahre lang bestanden hatte, sah sich innerhalb von zwei Tagen unter der Herrschaft von al-Julani, ihrem vermeintlichen Verbündeten, in ihren Möglichkeiten beschnitten.

In den folgenden Wochen übernahm die zionistische Organisation [gemeint ist die ‚israelische‘ Armee, kurz IDF; SH] die Kontrolle über den Berg Sheikh und Quneitra [Provinz und Stadt im Südwesten Syriens; SH], und ihre Panzer erreichten die Außenbezirke von Damaskus.

Israelische Soldaten begannen, auf den Märkten von Daraa einzukaufen, und es gab nur eine einzige Widerstandsaktion einiger Einheimischer, die jedoch aufgrund der starken Allianz zwischen der HTS und der zionistischen Organisation niedergeschlagen wurde.

Was ist mit den Angehörigen der Syrisch-Arabischen Armee und den anderen syrischen Streitkräften geschehen?

Die HTS und ihre Fraktionen, die von Usbeken, Uiguren und anderen Nationalitäten unterstützt wurden, starteten groß angelegte Kampagnen in den von ethnischen und religiösen Minderheiten bewohnten Gebieten, nahmen Tausende von Offizieren fest und sperrten sie ein. Hunderte wurden getötet, entweder durch Abschlachten oder durch Erschießen.
Eine Million von ihnen sitzt nun zu Hause bei ihren Familien, arbeitslos, ohne Lohn und mit ungewisser Zukunft.

Früher beschuldigten sie das frühere ‚Regime‘, dem Iran und Russland die Besetzung Syriens zu ermöglichen. Im Laufe der Jahre habe ich nur ein paar russische Soldaten gesehen, die am Strand von Tartus Kaffee tranken und ich habe keine Iraner gesehen. Jetzt aber sehen wir viele Nationalitäten, die mit der HTS verbunden sind, auf den Straßen, die bewaffnet sind und Kampagnen des Terrors und der Einschüchterung gegen die Bevölkerung durchführen.

Die syrische Armee wird jetzt umstrukturiert, wie sie behaupten. Aber sehen Sie sich an, wer diese Armee anführt: Anführer von Gruppierungen nicht-syrischer Nationalitäten, die mehrere Positionen in dieser monströsen Armee innehaben.

Die von al-Julani in seinen Erklärungen versprochene Freiheit und Sicherheit:

Die meisten syrischen Regionen sind aufgrund von Entführungen, Tötungen und systematischen Plünderungen der Häuser von Zivilisten und ehemaligen Armeeangehörigen unsicher. Das frühere ‚Regime‘ hatte in ganz Syrien Hunderte von Wohnkomplexen für die Armee geschaffen, in denen Tausende von Familien untergebracht waren; sie wurden vertrieben und ihre Häuser geplündert.

Alle diese Fälle werden dokumentiert und an humanitäre Organisationen außerhalb Syriens weitergeleitet, allein heute wurden sechs Tötungen dokumentiert.

Wie steht es um die Verbesserung der individuellen Einkommen, wie von al-Julanis Ministern versprochen?

Tausende von Angestellten wurden aus verschiedenen Ministerien und Direktionen in den Provinzen entlassen, entweder aus sektiererischen Gründen oder mit anderen fadenscheinigen Ausreden.
Der einfache Angestellte, der seinen Arbeitsplatz behalten hat, gibt nun sein Gehalt für Transportmittel aus, deren Preis sich vervierfacht hat.
Auch die Rentner haben seit zwei Monaten kein Geld erhalten.
Der Preis für Brot, auf das die syrische Bevölkerung als Hauptnahrungsmittel angewiesen ist, hat sich verzwölffacht.

Eine Revolution der Hungernden ist unvermeidlich.

Dienstleistungen in Städten und Dörfern:

Es gibt keine nennenswerten Dienstleistungen, denn Dienstleistungen benötigen Treibstoff. Treibstoff gibt es nicht. Müll prägt das Straßenbild.

Die neue „Regierung“ hat das Geld des Volkes in den Banken eingefroren, und bis zum Zeitpunkt der Abfassung dieses Briefes ist es verboten, es abzuheben.

Dies sind einige der Situationen der Syrer nach der angeblichen Befreiung und dem Sieg der syrischen „Revolution“ unter der Führung des israelischen Kriegsverbrechers Netanjahu, den er vor kurzem vor der israelischen Knesset [‚israelisches‘ Parlament in Jerusalem; SH] erklärt hatte.

Das Freie Syrien ist nur auf arabischen Kanälen schön. Aber die Fakten hier sind alle schwarz.

Ende des Briefes der syrischen Dame.



Nachwort des Editors:
Der Westen war wild entschlossen, Al-Qaida HTS in Syrien zu installieren, indem er 13,5 Jahre lang Terrorismus und Kriegsverbrechen gegen das syrische Volk gesponsert hat. Die Kosten dafür haben westliche Bürger und die Menschen am Golf, vor allem die von Katar und Saudi-Arabien, mit Hunderten von Milliarden Dollar, Euro und Riyals bezahlt, und wir hoffen, dass sie jetzt, da ihre Investition in diese Terroristen erfolgreich war, zufrieden sind.

Ende der Übersetzung

Nachwort des Übersetzers:
Am 8. Dezember 2024 fiel Damaskus, die Perle der arabischen Welt und des Islam, in die Hände der finstersten Mordbuben dieser Erde. Dieses Ereignis wird noch weit über Syrien und den Orient hinaus Bedeutung erlangen. Das syrische Volk hat fast 14 Jahre lang dem Terror widerstanden, den die VSA, „Israel“, Großbritannien, die Türkei, die EU sowie die assoziierten arabischen Despotien seit 2011 über diese Nation gebracht haben. Wer weiß denn hier noch, daß im Jahre 2010 Syrien eines der sichersten Länder der Welt gewesen ist? Wer weiß, daß die Syrische Arabische Republik ein moderner säkularer Nationalstaat gewesen ist, der allen Religionen, Glaubensbekenntnissen und seinen vielfältigen Völkerschaften Sicherheit und Gleichheit geboten hatte? Wer weiß, daß das moderne Syrien allen seinen Bürgern kostenlose Gesundheits- und Bildungsdienstleistungen auf einem hohen Niveau hatte bieten können? Wer weiß in diesem von Ignoranz, Perversion und Verfall geprägten Westen, daß Syrien, die Wiege der Zivilisation, über viele Jahrzehnte der kräftige Widerstandsstachel Arabiens im Fleische des völkermordenden Zionistenstaates gewesen ist? Wer weiß, daß in der Syrischen Arabischen Armee Christen, Muslime, Drusen zusammen für ihr Land gekämpft haben? Wer weiß denn schon, daß diese Armee die unwiederbringlichen Artfeakte der Hochkulturen des Orients vor den brandschatzenden Horden der kulturlosen Zerstörer geschützt hat?

Nein, diese Tatsachen sind dem Westeuropäer heute genauso unbekannt wie ihm die schändliche und kriminelle Rolle des ihn regierenden Regimes in der Zerstörung einer blühenden Kulturnation egal ist.
Der Brief der Syrerin zeigt, welche Barbarei der Westen, die Türkei und „Israel“ über dieses schöne Land mit seinem stolzen Volk gebracht hat. Davon auszugehen, daß dies keine Rückwirkungen auf den Westen haben wird, dünkt mir Ausdruck der vorherrschenden westlichen Geisteskrankheit zu sein.


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Junge Welt vom 26.02.2025…

Iran und Russland beraten zu Atomprogramm

Teheran. Der Iran setzt im Atomstreit nach Worten seines Außenministers auf Partnerschaften mit Russland und China. »Bezüglich des iranischen Nuklearprogramms haben wir sehr enge Beratungen«, sagte Abbas Araghtschi nach einem Treffen mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow in Teheran am Dienstag. Die iranische Regierung werde sich nicht mit Druck zu Verhandlungen zwingen lassen. »Daher wird es keine direkten Verhandlungen zwischen uns und den USA geben.« Russland und der Iran hatten Mitte Januar eine strategische Zusammenarbeit für die nächsten 20 Jahre vereinbart. (dpa/jW)


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Junge Welt vom 11.02.2025…

Tödlicher Einsatz gegen Rebellen in Indien

Patna. Mindestens 31 mutmaßliche maoistische Rebellen und zwei Polizisten sind am Sonntag bei Kämpfen in Zentralindien getötet worden, wie AP mitteilte. Demnach sollen Hunderte Einsatzkräfte in die Wälder der Region Indravati im Bundesstaat Chhattisgarh vorgedrungen sein, da sich dort nach Geheimdienstinformationen eine große Zahl Aufständischer versammelt habe, hieß es von Behördenseite. Darauf seien die bisher schwersten Gefechte in diesem Jahr ausgebrochen. Bei den Maoisten handelt es sich oft um Landbevölkerung, der Vertreibung droht.


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Junge Welt vom 20.02.2025 von Michael Koch

Willkommen zurück, Leonard!

USA: Nach der Strafumwandlung in Hausarrest kommt Leonard Peltier in Turtel Mountain Reservation an

Es waren Momente der Erleichterung: Als Joe Biden am 20. Januar als letzte Amtshandlung seiner Präsidentschaft im Fall des 80jährigen indigenen politischen Gefangenen Leonard Peltier eine Strafumwandlung erließ, kullerten bei vielen Angehörigen, Freunden und Unterstützern Freudentränen. Und das, obwohl die Hoffnung auf eine Begnadigung und die damit verbundene Haftentlassung in die Freiheit unerfüllt blieb. Die Strafumwandlung der zweimal lebenslänglichen Haft in Hausarrest rehabilitiert Peltier nicht von den Schuldvorwürfen und relativiert somit auch nicht Schuldspruch und Urteil. Somit gab es auch keine Entschuldigung und Entschädigung für mehr als 49 Jahre Haft, die Peltier nach den vorliegenden Hinweisen unschuldig in US-amerikanischen Hochsicherheitsgefängnissen verbracht hat. Dennoch kommentierte Peltier, der seit vielen Jahren durch Haftbedingungen, Alter und Krankheiten schwer gezeichnet ist, die Haftentlassung in den Hausarrest als »millionenfach besser als all das, wo ich bislang war«.

Bis zum geplanten Tag der Haftentlassung am Dienstag bangten viele weiter: Ist Peltier jetzt in der Haft noch sicher? Würde er die dringend nötige medizinische Versorgung erhalten? Kann er nun freizügiger kommunizieren? In mehreren E-Mails bat Leonard Peltier in den ersten zwei Wochen nach Bidens Entscheidung darum, ihn auch in Zukunft zu unterstützen. Dabei mussten ihm Dritte beim Lesen und Schreiben von E-Mails helfen, denn diese konnte er nur mühsam entziffern. Er müsse bis zu fünf Zentimeter nah an den Monitor heran, um überhaupt noch Buchstaben lesen zu können, meldete er. Dann brachen die Kontakte am 8. Februar ab. Telefonate und E-Mail-Korrespondenz wurden gestoppt, auch die mit seinen Anwälten.

Erst am Sonnabend konnte Peltier wieder eine Gruß- und Dankesbotschaft, die anlässlich von »Indigen: Das Nordamerika Filmfestival« in Stuttgart verlesen wurde, versenden. Seit 2012 ist dieses Festival ein Ort, an dem über Peltiers Situation informiert wird. Als an diesem Montag in Frankfurt am Main die seit elf Jahren monatlich stattfindende Mahnwache für Peltier und Mumia Abu-Jamal abends bei eisiger Kälte stattfand, konnte Peltier endlich seine Koffer packen.Einen Tag später begann für ihn ein neuer Lebensabschnitt: Pünktlich um neun Uhr morgens Eastern Time (15 Uhr MEZ) öffneten sich die Tore des US-amerkanischen Gulags, des Hochsicherheitsgefängnisses Coleman 1 in Florida, jenem Ort, an dem Peltier seit seiner Verlegung im November 2011 unter sich immer weiter verschärfenden Haftbedingungen vor allem sozial isoliert wurde. Unter anderem empfangen von Mitgliedern des NDN Collective, einer indigenen Aktivisten- und Interessenvertretungsorganisation, ging es erst einmal zu einem Hotel.

Dort fanden weitere Begegnungen statt, so mit langjährigen Aktivisten des American Indian Movement (AIM) und weiterer Unterstützerorganisationen wie Dorothy Ninham, Holly Cook Macarro, Nick Tilson oder Gina Powless-Buenrostro. Der spätere Weiterflug nach North Dakota war für den Entlassenen ein wahrer Temperaturschock. Startete der Weg in die Freiheit für Peltier in Florida bei plus 24 Grad Celsius, waren es in der Turtle Mountain Reservation minus 30 Grad. Dennoch empfingen ihn am Flughafen und in Belcourt am Straßenrand mehr als hundert Menschen. Und auch vor dem Sky Dancer Casino, dem Ort eines großen Empfangs für Peltier, warteten viele Menschen, um ihren »Nelson Mandela« zu begrüßen. Es waren unbeschreibliche Momente: die erste Nacht nicht auf einer Gefängnispritsche, ein eigens für ihn gekochtes Gulasch als Begrüßungsmahlzeit, die Aussicht, ohne Einschränkungen in Zukunft telefonieren, Briefe schreiben oder E-Mails versenden zu können. Dennoch wird Leonard Peltier weiterhin Unterstützung benötigen. Er ist aktuell nahezu blind. Der deutsche Verein Tokata – LPSG Rhein-Main e. V. sammelt für die dringend notwendige medizinische Versorgung daher Spenden.


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Junge Welt vom 19.02.2025…von Bernard Schmid

Industrieoffensive in Westafrika

Neue Milchpulver- und Zuckerfabrik soll Burkina Faso unabhängiger von westlichen Importen machen

Erste Informationen dazu waren bereits seit zwei Wochen im Umlauf: Am Sonntag kündigte die seit 2022 vom Militär geführte Übergangsregierung in Burkina Faso dann die Einweihung von Westafrikas größter Kondensmilch- und Milchpulverfabrik an. In der Fabrik hergestellt werden sollen Milchprodukte der einheimischen Marke Le Lait faso. Tatsächlich sollen jüngsten Zahlen der deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) zufolge 90 Prozent des Milchbedarfs in dem westafrikanischen Land, das selbst über eine beachtliche Viehzucht verfügt, durch Importe gedeckt werden. 50 Prozent davon allein aus der EU.

Darüber hinaus kündigte die Regierung von Präsident Ibrahim Traoré die Mobilisierung von 400 Traktoren an, um vom Weizenimport in Zukunft unabhängig zu werden. In der gleichen Woche wurde außerdem die Einweihung der Zuckerfabrik Société Nationale-SOSUCO bekannt gegeben. Diese soll 30.000 Tonnen Zucker im Jahr herstellen und somit ein Fünftel des jährlichen Verbrauchs von 150.000 Tonnen abdecken können.

»Importsubstitution«, also das Ersetzen von Importen durch inländische Produktion, lautet das Schlagwort. Dabei soll möglichst das im Land produziert werden, was dort hergestellt werden kann, auch wenn im selben Warensegment billigere Produkte importiert werden könnten.Seit der Regierung des Präsidenten Thomas Sankara ist die zentrale Säule dieser Wirtschaftspolitik die Baumwollverarbeitung für den inländischen Markt. Schon die französische Kolonialmacht hat in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts rund um das Nigerbecken Baumwollmonokulturen für die Exportproduktion eingeführt. Zu Textilien verarbeitet wird die Baumwolle dabei allerdings erst im nördlichen Ausland. Selbst der als Grundelement traditioneller Kleidung in ganz Westafrika geltende Waxstoff wird heute in der Region überwiegend aus Hamburg und den Niederlanden importiert.

Mitte der 80er Jahre startete der Sozialist und Panafrikanist Sankara, der von 1983 bis zu seiner Ermordung 1987 regierte, die »Faso Danfani«-Kampagne; ihr Name bedeutet so viel wie »Schurz des Landes« oder »vaterländischer Schurz«. Diese wurde jüngst wieder durch die derzeitige Regierung eingeführt. Dabei geht es um Kleidung aus Baumwolle, die nach alten Webtechniken der Mossi – der stärksten im Land ansässigen Bevölkerungs- und Sprachgruppe – hergestellt wird. An diesem Montag etwa präsentierte die Schülerschaft einer der größten Berufsschulen des Landes, dem Lycée professionnel régional du Centre in der Hauptstadt Ouagadougou, bei einer Vorführung die Danfani-Kleidung. Rund 2.000 von 3.000 Schülern zeigten sich in der in grau-blauen Farben gehaltenen Schulbekleidung. Der Rektor, dessen Äußerungen in mehreren Medien und bei Facebook publiziert wurden, erklärte dazu, das Tragen der Kleidung sei absolut freiwillig, sie stelle keine Schuluniform dar.

Seinerseits besuchte Premierminister Rimtalba Jean Emmanuel Ouédrago am 26. Januar ein Zentrum zur Baumwollverarbeitung. Dabei appellierte er an eine Qualitätssteigerung: »Es stimmt, dass wir dazu aufrufen, lokale Produkte zu verbrauchen, aber es müssen lokale Produkte von Qualität sein.« Anhaltende Probleme in Burkina Faso bleiben das angespannte Verhältnis zwischen der Regierung und der burkinischen CGT und anderen Gewerkschaften – deren Aktionseinheit, Unité d’action syndicale (UAS), trug bei einer Konferenz am 25. Januar teilweise harsche Kritik an hohen Lebenshaltungskosten und autoritären Leitungsmethoden vor. Am 7. Februar nahm die Regierung nach längerer Pause Gespräche mit den Gewerkschaften wieder auf.


Geburtshaus von Kim Jong Il, dem Vorsitzenden des Verteidigungskomitees

Das Paektu-Gebirge (2750 m) ist in Korea am höchsten.

In der zweiten Hälfte der 1930er Jahre, in der Korea unter der militärischen Okkupation durch Japan (1905–1945) stand, wurden unter Führung Kim Il Sungs die Geheimlager der Koreanischen Revolutionären Volksarmee (KRVA) in Urwäldern des Paektu-Gebirges errichtet, und im Sobaeksu-Tal befand sich ein Blockhaus, in dem das Hauptquartier der KRVA untergebracht war.

Unweit davon war eine Blockhütte, in der Kim Jong Il (1942–2011), Vorsitzender des Verteidigungskomitees der DVR Korea, geboren wurde, der später in der politischen Geschichte der Welt große Spuren hinterließ. Sein Geburtsdatum war der 16. Februar 1942.

Er wurde als Partisanensohn geboren, trug Kleidung, die durch Verkürzung von Militäruniformen genäht wurde, und lernte laufen und wuchs auf. Sein Lebenslauf war von Anfang an außergewöhnlich. In den Tagen des antijapanischen Kampfes soll er unter den antijapanischen Kämpfern, die sich dem Kampf für die Rückgewinnung des besetzten Landes anschlossen, gelebt und den Wunsch gehegt haben, im befreiten Vaterland ein Land zu errichten, wo das Volk glücklich lebt. 

Das Geburtshaus im Geheimlager Paektusan befand sich im Urwald, wurde daher erst in den 1980er Jahren wiederentdeckt. Heute suchen nicht nur das koreanische Volk, sondern auch die progressiven Persönlichkeiten der Welt das Geburtshaus im Geheimlager Paektusan auf und erinnern sich tief bewegt an sein außergewöhnliches Wachstum und seine Verdienste um die souveräne Sache der Menschheit.