Der steinige Weg zur ersten Volksdemokratie in Ostasien

Mehr als 70 Jahre ist es nun her, das Korea sich vom Joch des japanischen Imperialismus befreite. Am 15. August 1945 fand der schwere Marsch des Genossen Kim Il Sung und seiner Partisanenarmee, nach langen harten Jahren des unermüdlichen Widerstandes, ein siegreiches Ende.

Die Befreiung ebnete den Weg für den ersten souveränen und völlig unabhängigen Staat auf der koreanischen Halbinsel. Aber auch dieser Weg sollte kein leichter werden.

Unter dem trügerischen Vorwand der „Friedenssicherung“ und der damit einhergehenden „Entwaffnung“ der verbliebenen japanischen Truppen machte sich bald schon der nächste Besatzer auf der Halbinsel breit. Schließlich musste sich für die im ganzen Pazifikraum verstreuten und vom Siegestaumel berauschten amerikanischen Truppen ein neues Betätigungsfeld finden. Da kam es nur gelegen, dass die Vorherrschaft des amerikanischen Imperialismus nun einer neuen Bedrohung in Form der tapferen und schlagkräftigen Kommunisten aus dem Norden entgegensah.

An der Ernsthaftigkeit ihrer Absichten ließ man keinen Zweifel. So wurde bereits im Februar 1946 das erste „Demokratische Parlament Südkoreas“ als Instrument der US-Militäradministration und im Dezember gleichen Jahres  darauf das „Provisorische Gesetzgebende Parlament Südkoreas“ konstituiert. Um den Schein der „Demokratisierung“ Koreas zu wahren, wurden im Juni 1947 ein allgemeines „Wahlrecht“ verabschiedet und „Separatwahlen“ – gültig also nur für den Einflussbereich der Amerikaner im Süden – vorbereitet. Der Gründung einer Marionettenregierung stand somit nichts im Wege, und die Spaltung des Landes, die das koreanische Volk in eine tiefe Krise trieb, wurde weiter gefestigt.

Im gleichen Jahr sabotierte man auch die 2. Sitzung der „Gemeinsamen Sowjetisch-Amerikanischen Komission (GSAK) zur Bildung einer provisorischen demokratischen Einheitsregierung für ganz Korea“. Unter dem Vorwand, die sowjetische Seite würde die Verhandlungen ausbremsen, machte der amerikanische Verhandlungsführer – US-Außenminister George C. Marshall – den Vorschlag, die Koreafrage vor die UNO zu tragen. Leider, wie sich zeigte, mit Erfolg. Ganz im Sinne der Amerikaner, die nun auf internationale Unterstützung für ihre Separatwahlen im Süden hofften, um letztlich die so gewonnene Marionettenregierung zu legalisieren.

Im ersten Hauptausschuss der UNO wurde die Koreafrage behandelt. Im Anschluss dann beschloss die 2. UNO-Generalversammlung im November 1947 „freie Wahlen“ zur Bildung einer „Regierung“, unter Aufsicht der „provisorischen UNO-Kommission für Korea“ durchzuführen. In der UNO-Resolution von Februar 1948 wurde dieser Beschluss schließlich dahingehend konkretisiert, dass vorrangig die Wahlen in „möglichen Regionen“ durchzuführen seien.

Damit war die Freigabe für die „Separatwahl“ im Süden de facto und widerrechtlich erteilt.

Anders als in Deutschland, wo die Teilung eine Folge des räuberischen Angriffskrieges war, den eben dieses Land zu verantworten hatte, war Korea weder Aggressor noch wurde es im Zuge des Krieges „besiegt“. Korea litt vielmehr unter der kolonialen Unterdrückung imperialistischer Invasoren und errang nach langem, aufopferungsvollem Kampf aus eigener Kraft seine Unabhängigkeit. – eine Heldentat, die zu Recht bis heute ein Ruhmesblatt koreanischer Geschichte darstellt.

Faktisch gab es also keinen Grund, die Koreafrage durch Einmischung äußerer Kräfte lösen zu wollen. Das koreanische Volk war souverän und hätte ebenso souverän für seine eigene Zukunft entscheiden sollen.

Es war daher auch wenig überraschend, dass die Helden des Befreiungskampfes unter dem Heerführer Kim Il Sung, diese Ungerechtigkeit nicht ohne Widerstand hinnehmen konnten. Zu viel Blut war für die Freiheit Gesamtkoreas geflossen.

Um die fortschreitende Spaltung durch die immer aggressiver auftretenden US-Imperialisten zu vereiteln, sammelte Kim Il Sung in kürzester Zeit alle patriotischen Kräfte im Norden, wie auch im Süden, um sie unter dem Banner einer wahren Demokratie zu vereinen. Korea sollte einzig von seinem Volk regiert werden, und das Volk sollte die Macht im Staat bilden.

So wurde unter Kim Il Sung im Februar 1946 das Provisorische Volkskomitee Nordkoreas gegründet, das rasch auf den Zusatz „provisorisch“ verzichten konnte und sich nach kurzer Umstrukturierung im Februar 1947 zum ersten Volkskomitee Nordkoreas entwickelte. Ziel des Volkskomitees war aber – trotz der regionalen Verortung im Namen – von Anbeginn immer eine gesamtkoreanische Einheitsregierung, welche die Interessen der ungeteilten Nation vertreten sollte.

Der kontinuierliche Zulauf demokratisch-patriotischer Kräfte aus dem Norden und dem Süden bewog Kim Il Sung schließlich dazu, eine gemeinsame Konferenz aller koreanischen Parteien und Organisationen auf der Halbinsel vorzuschlagen. Ein Vorschlag, der – zur Überraschung der Amerikaner – auf rege Zustimmung in beiden Landesteilen stieß. Auch die Mitte- und Rechts-Parteien unterstützten die gemeinsame Konferenz. Selbst einige starrköpfige Reaktionäre gaben ihre Teilnahme bekannt.

Im April 1948 war es dann soweit. In der heutigen Hauptstadt der DVRK – Pjöngjang – trafen sich zum ersten Mal nach der Befreiung Vertreter aller demokratischen Parteien und Organisationen Gesamtkoreas zu dieser historischen Konferenz, um die selbstständige Vereinigung des Vaterlandes zu beraten.

Ein amerikanischer Zeitzeuge vermerkte dazu: „Unter den Vertretern der gesamtkoreanischen Konferenz waren alle namhaften Persönlichkeiten Südkoreas, mit Ausnahme des designierten Präsidenten der südkoreanischen Marionettenregierung – Syngman Rhee – vertreten. Diese Tatsache zeigte deutlich, wie tief der Wunsch nach einem vereinigten Korea – ungeachtet der Umstände – auch unter den Südkoreanern verwurzelt war.“

Mit dieser in beharrlichem Kampf von Kim Il Sung erstrittenen Konferenz war die von US-imperialistischer Seite forcierte „Separatwahl“ im Grunde obsolet. Mit Tricks und betrügerischer Raffinesse gelang es den heimlichen Herrschern im Süden dennoch eine „separate Regierung“ zu etablieren.

Der Wille des Volkes aber sah anders aus, und nur diesem wollte man sich beugen. So rief Kim Il Sung – die Marionettenregierung im Süden ignorierend – die Leiter der Parteien und Organisationen im Juni 1948 nochmals zusammen, um die Errichtung einer gesamtkoreanischen Zentralregierung vorzubereiten.

Im August 1948 fanden schließlich die ersten gesamtkoreanischen Wahlen statt.

Das Ergebnis war eindeutig. Am 9. September 1948 verkündete in Pjöngjang das frisch gewählte Staatsoberhaupt Kim Il Sung die Gründung der Demokratischen Volksrepublik Korea – den ersten volksdemokratischen Staat in Ostasien.

Bis heute gilt die DVRK als ein Bollwerk gegen Imperialismus und Kolonialismus und ist leuchtendes Beispiel für die Herrschaft des Volkes. Die Gründung der DVRK am 9. September 1948 ist somit nicht nur für Koreaner ein historisches Ereignis. Vielmehr soll es allen Völkern der Erde Vorbild sein, sich aus eigener Kraft mit eisernem Willen das Recht auf Freiheit und Selbstbestimmung zu erkämpfen.

In den Worten des unvergessenen Revolutionärs Ché Guevara: „Hasta la victoria, siempre!


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s