Berliner Kurier vom 23.09.2026 von Peter Wiezorek
Unerwarteter Höhenflug
BFC Dynamo auf Platz 6! Das ist das Geheimnis hinter dem Erfolg
Neun Spiele in Folge unbesiegt bleibt man nicht aus Zufall, aber einen Zaubertrunk haben die Weinrot-Weißen aus Hohenschönhausen auch nicht.

Keine Frage: Beim BFC Dynamo läuft es gerade richtig rund. Platz 6 nach zehn Spieltagen in der Regionalliga Nordost ist dafür der beste Beleg. Am Freitag (19 Uhr) kommt mit dem Greifswalder FC der Tabellenvierte ins Sportforum – zum Spitzenspiel der 11. Runde. Wie geht das denn?Mal ehrlich: Nach der verkorksten Vorsaison mit der Rettung erst auf den vorletzten Drücker, dem verlorenen Pokalfinale und dem erneuten Umbau im Sommer trauten nicht viele den Weinrot-Weißen einen solchen Höhenflug zu. Eher das Gegenteil!In Hohenschönhausen sahen sie dasaber schon in der Vorbereitung anders. Kapitän Rufat Dadashov damals: „Uns hat keiner auf dem Zettel, aber warten wir mal ab.“
Zehn Spiele später guckt ein Teil der finanziell weit bessergestellten Aufstiegskandidaten durchaus neidisch in den Osten Berlins. Fragen Sie mal nach bei Lok Leipzig, dem FSV Zwickau oder auch beim FC Carl Zeiss Jena …
Vollgas in jedem Training
Trainer Sven Körner (44) spricht zwar weiter von einer Momentaufnahme, aber inzwischen weiß Dynamo, dass man durchaus mit allen in der Liga mithalten kann. Das Geheimnis hinter dem Erfolg? Es ist eigentlich gar keines.Körner: „Dass wir stehen, wo wir stehen und seit neun Pflichtspielen unbesiegt sind, haben sich die Jungs hart erarbeitet. Das ist nicht nur ein Verdienst derjenigen, die auf dem Platz stehen, sondern vor allem auch von denen, die zwar weniger Spielzeit haben, aber in jedem Training Vollgas geben.“Beim BFC ist halt der Star die Mannschaft, oder besser: der ganze Kader! Deshalb hebt Körner in seinen Analysen öffentlich nur ungern einen Spieler heraus.
Sportchef Enis Alushi (40) hat dafür gesorgt, dass – trotz schmaler Schatulle – quasi alle Positionen doppelt besetzt sind mit Spielern, die alle Startelf-Potenzial haben. Coach Körner: „Enis hat da im Sommer ganz hervorragende Arbeit geleistet.“Nicht nur auf sportlichem Gebiet. Hört man sich in der Mannschaft um, kommt immer wieder: „Wir sind eine echt geile Truppe.“ Und diese Aussage gibt es nicht erst, seit es auf dem Platz läuft.Deshalb ist der Trainer in einer tollen Position: Körner weiß, wenn er seine mehr oder weniger feste Startformation mal ändern will oder muss, kann er auf jeden bauen. Und während eines Spiels kann er Qualität nachlegen.

Hinterlasse einen Kommentar