Bericht über die 8. erweiterte Plenartagung des ZK der PdAK

Unter der Leitung des Generalsekretärs der Partei der Arbeit Koreas (PdAK), Genossen KIM JONG UN, fand vom 16. bis 18. Juni die 8. erweiterte Plenartagung in der VIII. Wahlperiode des ZK der PdAK in Pjöngjang statt.

Kern der Tagung war es, die Ergebnisse aus den vorangegangenen Sitzungen zu resümieren und wichtige Fragen zur Stärkung der Partei und des Staates im Sinne der fortschreitenden koreanischen Revolution zu diskutieren und zu entscheiden. Angesichts der sich stetig ändernden außenpolitischen Lage, kam der nationalen Diplomatie- und Verteidigungsstrategie besondere Bedeutung zu.

Das erste Halbjahr war geprägt von anhaltenden Provokationen der immer unverfroren auftretenden US-Imperialisten und ihrer südkoreanischen Helfershelfer. Mit ihren abenteuerlichen und aberwitzigen Militärmanövern schaffen sie ein Klima, dass die vitalen Sicherheitsinteressen der DVRK ernsthaft bedroht und damit auch die revolutionäre Entwicklung des Landes beeinflusst.

Doch trotz der subjektiv und objektiv schwierigen Lage hält die Partei unter der vorausschauenden Führung KIM JONG UNs unbeirrt an ihrem Kurs fest und übertraf damit zuletzt sogar die selbst gesetzten Ziele. Mit beachtlichen Erfolgen in der Wirtschafts- und Verteidigungspolitik, sowie dem Aufbau von Partei und Staat gelang es, neue Meilensteine für die Transformation der koreanischen Gesellschaft in eine fortschrittliche Zukunft zu setzen.

Die Plenarsitzung bekräftige noch einmal die Kernstrategie der Partei, mit einer innovativen Wirtschaftspolitik, der verstärkten Ausrichtung auf Forschung und Wissenschaft und damit einhergehend einer umfassenden Fokussierung auf die Bildungspolitik, die Weichen für eine prosperierende Zukunft des Landes zu stellen. Die Rolle der staatlichen Organe, die diese Stratgie maßgeblich tragen, wurde ausgiebig debattiert um konkrete und praktische Maßnahmen einzuleiten.

Insbesondere die Entwicklung der Weltraumforschung und der Weltraumindustrie wurden als dringende Aufgabe herausgestellt. So sollen die bereits erzielten Erfolge Grundlage zur weiteren Erorberung des Weltraums sein, um die DVRK langfristig zur weltgrößten Raumfahrernation zu entwickeln.

All dies ist aber nicht zu erreichen, ohne gleichzeitig die Partei, als wichtigsten Träger der revolutionären Ideen KIM IL SUNGs und KIM JONG ILs ebenfalls in das neue Zeitalter zu führen. Die im Wesentlichen auf der 6. erweiterten Plenarsitzung der PdAK beschlossene strategische und organisatorische Neuausrichtung der Partei, wurde daher anhand der aktuellen Gegebenenheiten betrachtet, sodass konkrete Kampfziele für das zweite Halbjahr festgelegt werden konnten.

Das Politbüro des ZK der PdAK bekräftige erneut seinen unerschütterlichen Glauben an die Fortschrittlichkeit der koreanischen Revolution und seine feste Überzeugung, dass die untrennbare Einheit von Volk und Partei – die allen Widrigkeiten mutig und entschlossen trotzt – weiterhin Garant ist, für den Sieg der Revolution im neuen Zeitalter. Dieser Gedanke soll und muss Ansporn für die Partei und ihre Organe sein, ihrer schweren Verantwortung gerecht zu werden um die konkret ausgelegten Kampfziele für das zweite Halbjahr und damit ihre heilige Mission innerhalb der koreanischen Revolution erfolgreich erfüllen zu können.

Wie eingangs berichtet, lag ein wesentlicher Schwerpunkt der Sitzung auf der Außenpolitik der DVRK – insbesondere die Frage nach der nationalen Verteidigungsstrategie und die diplomatische Ausrichtung des Landes.

Die fortschreitende Bedrohungslage auf der koreanischen Halbinsel zwingt den Staat, seine Verteidigungsbereitschaft weiter zu forcieren und sein militärisches Potenzial stärker auszubauen. Nur mit Hilfe einer starken Armee, getragen von Entschlossenheit und eisernem Willen, die den Kräften des ungezähmten Imperialismus ein Gegengewicht entgegensetzt, kann der Frieden – nicht nur auf der koreanischen Halbinsel, sondern im gesamten ostasiatischen Raum – gewährleistet werden.

In der Praxis zeigte sich, dass die unerbittliche Haltung der DVRK gegenüber den US-Aggressoren und ihrer südkoreanischen Marionetten nicht ohne Wirkung blieb. Indem die DVRK unmissverständlich klarstellte, dass ein Atomangriff immer mit einem atomaren Gegenschlag und der Bereitschaft zum totalen Krieg beantwortet wird, sahen sich die Imperialisten einer Patt-Situation gegenüber. Daher ist es umso wichtiger, diese Entschlossenheit beizubehalten und die Verteidigungskraft der DVRK kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Die Plenarsitzung lobte das Tempo und die enorme Innovationskraft mit der innerhalb kürzester Zeit große Fortschritte in der Entwicklung von High-Tech-Waffensystemen gemacht worden sind, und attestierte für die geplanten Projekte eine ebenso rasche Entwicklung. Gemeint sind damit unter anderem der Ausbau der Raketentechnik und die militärischen Aufklärungssatelliten, die nicht nur einen weiteren großen Schritt in der Eroberung des Weltraums einleiten, sondern auch für die Verteidigungsstrategie der DVRK von enormer Bedeutung sind.

Die Erfolge bei der technischen Entwicklung atomarer Abschreckungswaffen sind ein weiterer maßgeblicher Faktor für die Sicherung der DVRK und die Verteidigung der koreanischen Revolution, stellte das ZK einstimmig fest. Daher gilt es auch hier, an der jetztigen Strategie festzuhalten und die Anstrengungen unermüdlich fortzusetzen.

Probeschuss der ICBM vom Typ Hwasongpho-18

Das unberechenbare Verhalten der Feinde der Revolution und ihr Drang nach Eskalation des Konflikts machen es nötig, nicht nur diplomatisch sondern auch militärisch flexibel – vor allem aber entschlossen – zu bleiben. Den dazu ausgearbeiteten Strategien stimmte die Plenarsitzung einstimmig zu.

Doch nicht nur militärisch will die DVRK der sich ändernden geopolitischen Lage begegnen. Die Welt wird zunehmend multipolar, und immer mehr Staaten lehnen den US-amerikanische Alleinherrschaftsanspruch ab. Daher ist es auch für die DVRK wichtig, aktive Solidarität mit den fortschrittlichen Kräften der Welt zu üben, um als gemeinsames Bollwerk der imperialistischen Aggression der USA und ihrer Vasallen geschlossen entgegenzutreten. Bereits jetzt hat sich ein starkes Bündnis formiert, das immer weiter wächst und Hoffnung auf eine Welt in friedlichem Zusammenleben der freien Völker sät.

Abschließend machten die Mitglieder der Plenarsitzung klar, dass Partei und Volk der Demokratischen Volksrepublik Korea unzertrennlich und ungebrochen, fest an den Sieg der koreanischen Revolution und den Ausbau des Sozialismus neuer Art unter der sicheren Führung Marschall KIM JONG UNs glauben und allen Schwierigkeiten auf diesem Weg konsequent und mutig begegnen.

Die Partei der Arbeit Koreas ist sich ihrer Verantwortung als fürsorglicher Träger des Volkswillens bewusst und wird ihre Arbeit bis zum endgültigen Sieg der Revolution unermüdlich fortführen.


Exklusiv: Pictoral Korea Nr. 6/2023 (Juche 112)

Ein authentischer und unverfälschter Blick auf und in die Demokratische Volksrepublik Korea.

Themen sind unter anderem: Der Besuch KIM JON UNs beim Vorbereitungskomitee zum Start des neuen Aufklärungssatelliten, die Einweihung eines neuen Wohnkomplexes in Taephyong, die fortschreitende Modernisierung der Pjöngjanger Metro, und vieles weitere mehr.

Viel Spaß beim Lesen, Staunen, Herunterladen und Teilen!


Tagung des Zentralkomitees der KPD würdigt die AiP

In der Kommuniqué der Tagung des Zentralkomitees der KPD am 13. Mai 2023, würdigte diese (wenn auch mit partiellem Unverständnis) die Antiimperialistische Plattform Deutschland. Der genaue Kontext ist dem nachfolgenden Bild des Artikels aus der „Roten Fahne“ zu entnehmen.

Beste Grüße von eurem ehemaligen stellvertretenden Parteivorsitzenden (1992-97) Michael Koth!


Zauberhaftes Korea – der Steinfluss Okryonsan

Im Nordosten Koreas erhebt sich auf 2.164 m Höhe majestätisch der Berg Okryon. Hier findet sich sich ein ganz besonderes Naturphänomen, das in seiner Art weltweit unvergleichlich ist. Aus dem Berg ergießt sich der Steinfluss Okryonsan – der größte und eindrucksvollste seiner Art im ganzen Land.

Steinflüsse, oder Felsenmeere – besser bekannt als Moränen – sind weltweit anzutreffende Naturereignisse, die sich durch ihre einmalige Bodenbeschaffenheit auszeichnen. Sie entstehen am Rande von Gletschern, wenn dort gefrorene Steinblöcke zerplatzen und sich langsam bergab bewegen.

Die Besonderheit des Steinflusses Okryonsan ist dabei nicht nur seine enorme Dimension – mit einer durschnittlichen Dicke von 4 – 5 m am Ursprung und bis zu 20 m im Tal und einer Gesamtlänge von 2 km, die sich über eine Neigung von 10 Grad erstreckt – er ist auch kontinuierlich in Bewegung. Dadurch entsteht der Eindruck, stets das Rauschen eines wilden Wasserlaufs zu vernehmen, was der imposanten Erscheinung des Steinflusses – eingebettet in seine zauberhafte Naturkulisse – einen fast mythischen Charakter verleiht.

So entsteht im Nordosten des Landes ein einzigartiges Naturschauspiel, dass nicht nur seinen touristischen Reiz hat, sondern auch geowissenschaftlich ein wichtiger Teil zur Erforschung der Entstehung und Entwicklung von Gletschern ist.


Vereint siegen – nicht getrennt unterliegen!

Im Rahmen der Rubrik „Bei Anderen gelesen“ möchten wir hiermit auf einen Artikel aufmerksam machen, welcher am 14. Juni 2023 in der jungen Welt (Nr. 136) erschienen ist.

Gegen US-Hegemonie

Iran baut wirtschaftliche Beziehungen zu Lateinamerika aus. Erste Station auf Reise des Präsidenten ist Venezuela

Von Jörg Kronauer

Fünf Tage, drei Länder. Irans Präsident Ebrahim Raisi hält sich seit Montag in Lateinamerika auf. Zunächst traf er in Venezuela ein, von wo er nach Kuba und Nicaragua weiterreist. Alle drei Länder, die von den USA mit Sanktionen bekämpft werden, teilen mit Teheran das Ziel, »Widerstand gegen Imperialismus und Unilateralismus zu leisten«, erklärte Raisi unmittelbar vor seiner Abreise: »Die Beziehungen zwischen der Islamischen Republik Iran und den unabhängigen Staaten in Lateinamerika sind strategisch.« Entsprechend wird Irans Präsident auf seiner Lateinamerikareise von einer hochrangigen Delegation begleitet, so beispielsweise von den Ministern für Äußeres, Erdöl, Verteidigung und Gesundheit.

Der Ausbau der Beziehungen zu Venezuela macht schon seit einiger Zeit einen Schwerpunkt der iranischen Lateinamerikapolitik aus. Iran hilft dem südamerikanischen Land, das die größten Erdölvorräte weltweit besitzt, seit 2020 systematisch auf dessen Ölsektor aus, der erheblich unter den US-Sanktionen leidet. Am 11. Juni 2022 unterzeichneten die Außenminister beider Länder am Rande eines Besuchs des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro in Teheran darüber hinaus einen auf 20 Jahre angelegten »Kooperationsfahrplan«, der helfen soll, die bilaterale Zusammenarbeit nicht nur auf dem Energiesektor, sondern auch im Handel sowie in den Bereichen Wissenschaft und Technologie auszubauen. Al-Dschasira zitierte damals den Politikwissenschaftler Hamed Musawi von der Universität Teheran mit der Äußerung, der Versuch, »Widerstand gegen die amerikanische Hegemonie« zu leisten, könne »erfolgreich sein«, sofern »größere Länder wie China und Russland sich daran beteiligen«.

An ihre Teheraner Absprachen vor ziemlich genau einem Jahr knüpften Maduro und Raisi bei ihrem Treffen am Montag in Caracas an. Unterzeichnet wurden diesmal fast 20 einzelne Vereinbarungen, darunter eine, die Stipendien für venezolanische Studenten vorsieht. Beide Staaten wollen ihr Handelsvolumen von zur Zeit drei auf zehn Milliarden US-Dollar steigern; Raisi nahm sogar ein Volumen von 20 Milliarden US-Dollar in den Blick, nannte allerdings keinen Zeitpunkt dafür. Maduro stufte Raisis Besuch als »neuen Meilenstein in unserer Beziehung« ein und erklärte: »Imperien und Hegemonien müssen ein Ende haben, und die Identität aller Regionen der Welt, aller Kulturen, aller Völker muss respektiert werden.« »In diesem Sinne« seien Iran und Venezuela »vereint«.

An ihre Teheraner Absprachen vor ziemlich genau einem Jahr knüpften Maduro und Raisi bei ihrem Treffen am Montag in Caracas an. Unterzeichnet wurden diesmal fast 20 einzelne Vereinbarungen, darunter eine, die Stipendien für venezolanische Studenten vorsieht. Beide Staaten wollen ihr Handelsvolumen von zur Zeit drei auf zehn Milliarden US-Dollar steigern; Raisi nahm sogar ein Volumen von 20 Milliarden US-Dollar in den Blick, nannte allerdings keinen Zeitpunkt dafür. Maduro stufte Raisis Besuch als »neuen Meilenstein in unserer Beziehung« ein und erklärte: »Imperien und Hegemonien müssen ein Ende haben, und die Identität aller Regionen der Welt, aller Kulturen, aller Völker muss respektiert werden.« »In diesem Sinne« seien Iran und Venezuela »vereint«.

Der Ausbau der Wirtschaftskooperation wird laut Berichten auch bei Raisis Besuchen in Kuba und in Nicaragua im Mittelpunkt stehen. Die kubanisch-iranischen Beziehungen hatten neuen Schwung gewonnen, nachdem Kuba im Sommer 2021 die Herstellung eines als sehr wirksam geltenden kubanischen Covid-19-Impfstoffs in Iran genehmigt hatte. Im Mai 2023 hielt sich eine kubanische Delegation in Teheran auf und unterzeichnete rund ein Dutzend Vereinbarungen über eine engere Zusammenarbeit unter anderem auf den Feldern der Biotechnologie, Gesundheit und Landwirtschaft. Anfang des Jahres wurde Berichten zufolge eine direkte Schiffsverbindung zwischen den beiden Ländern aufgenommen, um den Handel, der bislang eher schwach ist, zu intensivieren. In Nicaragua hatte zuletzt im Februar Irans Außenminister Hossein Amir-Abdollahian Gespräche zur Stärkung des Handels geführt. Ob US-Berichte zutreffen, dass es damals auch um einen Ausbau militärischer Beziehungen ging, ist unklar.

Iran ist jedenfalls tatsächlich dabei, seinen militärischen Radius langsam, aber konsequent auszuweiten. Das zeigt sich auch in Lateinamerika: Ende Februar gestattete es die Regierung Brasiliens zwei iranischen Kriegsschiffen, für einige Tage in Rio de Janeiro anzulegen. Der Aufenthalt der Kriegsschiffe war Teil einer längeren Fahrt, mit der die iranische Marine zum ersten Mal vor den Küsten Lateinamerikas Präsenz zeigte. Im Juli 2021 hatte ein iranisches Kriegsschiff, auch dies ein Novum, Sankt Petersburg besucht; die beiden vor Rio ankernden Schiffe hatten zuvor den Pazifik gekreuzt. Nun plant Teheran die Entsendung einer Flottille in die Antarktis – auch zum Beleg dafür, dass es sich von den USA nicht einhegen lässt.


Tradition verpflichtet!

Unter diesem Motto veröffentlichen wir in regelmäßigen Abständen Postkarten mit Bildern und Zitaten großer Persönlichkeiten und herausragender Revolutionäre zum antiimperialistischen Befreiungskampf.

Die Gedanken dieser außergewöhnlichen Menschen sind heute aktueller denn je und stehen beispielhaft für die revolutionäre Tradition in der die AiP und ihre Mitstreiter unverrückbar stehen.

Die Postkarten können kostenlos als hochauflösende PDF heruntergeladen und vervielfältigt werden.


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Zum Tod von Oberst Jürgen Rogalla

Mit Bestürzung haben wir die Nachricht erhalten, das unser langjähriger Freund und Genosse – Oberst Jürgen Rogalla – nur wenige Wochen nach seinem 90. Geburtstag von uns gegangen ist.

Der promovierte Jurist und hochangesehene Offizier der Hauptverwaltung Aufklärung des Ministeriums für Staatssicherheit konnte auf ein bewegtes Leben zurückblicken.

Der unerschütterbare Glaube an den Sieg des Sozialismus und die unermüdliche Verteidigung seiner Errungenschaften, führte den gelernten Kaufmann früh zum MfS. Sein Wunsch nach einer gerechten und friedlichen Weltordnung ebnete den Weg zur HVA.

Nach erfolgreichem Jurastudium folgte 1959 der erste Auslandseinsatz.

In einer Zeit, in der der Imperialismus immer deutlicher seine hässliche Fratze zeigte und nationale Befreiungsbewegungen weltweit ihr postkoloniales Erbe abschüttelten, kam der junge Jürgen Rogalla als Offizier im besonderen Einsatz auf den afrikanischen Kontinent.

Genauer gesagt in das gerade erst unabhängig gewordene Ghana. Dort leitete er unter dem Decknamen Jürgen Krüger eine Beratergruppe, die Präsident Kwame Nkrumah – charismatischer Volksführer und erster demokratisch gewählter Präsident Ghanas – bei der Ausgestaltung des Sozialismus in seinem Land tatkräftig unterstützte.

Kwame Nkrumah (r.), erster frei gewählter Präsident Ghanas,
mit Ernesto „Che“ Guevara

Wie so oft in der damaligen Welt – gerade im Brennpunkt Afrika – folgte auf die Revolution die Konterrevolution. In aller Regel unterstützt und finanziert von westlichen Imperialisten, die ihre blutigen Hände nicht von den afrikanischen Rohstoffen vertreiben lassen wollten.

Im Falle Ghanas war es das National Liberation Council, kurz NLC, das mit tatkräftiger Unterstützung der ehemaligen Kolonialmacht Großbritannien das Rad zurückdrehte und Präsident Nkrumah ins Exil trieb. Jürgen Rogalla blieb im Land, wurde inhaftiert und schwer gefoltert.

Aufforderungen westlicher Dienste zum Seitenwechsel lehnte er trotz der Tortur vehement ab. Eine Haltung, die den Oberst der Staatssicherheit bis zuletzt auszeichnete und der von Freund und Feind Anerkennung und Achtung gezollt wurde.

Im Rahmen eines Gefangenenaustauschs kam Jürgen Rogalla 1967 schließlich doch zurück in die DDR. Gezeichnet aber ungebrochen.

In Berlin wurde er zuerst zum stellvertretenden Leiter der Abteilung III und, nach abgeschlossener Promotion zum Dr. jur. an der juristischen Hochschule des MfS Potsdam-Eiche, zum Leiter der Abteilung XI (Nordamerika und amerikanische Einrichtungen in der BRD) ernannt.

Diese Schlüsselposition führte nach dem Ende der DDR zu regem Interesse an seiner Person. So lockten zahlreiche westliche Geheimdienste, allen voran die CIA, mit hochdotierten Angeboten zum Geheimnisverrat. Vergeblich!

Der erfahrene Offizier blieb standhaft und sich und seinen Idealen, die ihn als jungen Mann zum MfS führten, bis zuletzt treu. So gehörte er – ebenso wie unser Vorsitzende Genosse Koth – zu den wenigen Getreuen, die ihrem ehemals obersten Dienstherren, Erich Mielke, im BRD-Kerker besuchten um Trost und Zuspruch zu geben. Als Randnotiz sei erwähnt, das sich Jürgen Rogalla zu den wenigen ausgewählten Duz-Freunden des Ministers für Staatssicherheit zählen durfte.

Jürgen Rogalla war Zeit seines Lebens leidenschaftlicher Antiimperialist und hegte einen tiefe Freundschaft zu den fortschrittlichen Völkern der Erde. Besonders verbunden fühlte er sich mit der Demokratischen Volksrepublik Korea, KDVR wie es seinerzeit hieß. Stets verteidigte er die koreanische Revolution und bewunderte den Mut und die Beharrlichkeit des koreanischen Volkes, das sich seit mehr als einem halben Jahrhundert erfolgreich gegen einen scheinbar übermächtigen Feind zur Wehr setzt.

Vielleicht, weil er darin einen Spiegel seiner selbst erkannt hat. Zum Ende der DDR und dem Untergang der Sowjetunion stellte er fest: Was auch in der Welt passiert … die Koreaner bleiben standhaft und ergeben sich nie. Ebenso wie sich auch Jürgen Rogalla nie ergeben hat.

Jürgen Rogalla starb im Alter von 90 Jahren in seiner Geburtsstadt Rostock. Mit ihm geht ein kämpferischer Genosse und glühender Idealist, der in seinem Wirken und in seiner Haltung Vorbild für jetzige und kommende Generationen ist.

Wir verneigen unser Haupt und wünschen unserem lieben Genossen Jürgen Rogalla eine gute Reise.


Heinz Günther, ebenfalls ehemaliger Mitarbeiter der HVA, der zusammen mit Jürgen Rogalla promovierte, hat dem standhaften Kämpfer bereits zu Lebzeiten ein Denkmal gesetzt:

Sein Buch „Überzeugung ist nicht käuflich: Das Leben des Aufklärers Jürgen Rogalla“ ist erschienen in der edition Ost im Verlag am Park.