Archiv der Kategorie: Europa

Bericht über die Kriegsverbrechen gegen das syrische Volk: Türkische Pazifisten klagen an

Bericht über die „Kriegsverbrechen gegen das syrische Volk“: Türkische Pazifisten klagen an.

Es klagen an: 45 türkische Rechtsanwälte, Journalisten, Abgeordnete, Gewerkschafter, Künstler haben der UNO einen überwältigenden Bericht über die „Verbrechen gegen das Volk Syriens“ übergeben.

Ziel sind: Die Taten der Jihadistengruppen, der Agressionskrieg gegen Syrien.

Der Bericht wurde gerade der unabhängigen Untersuchungskomission der UNO über die in Syrien begangenen Verbrechen überbracht. Der Gedanke dahinter ist, etwas Gleichwertiges wie das Tribunal Russel für die Kriegsverbrechen in Vietnam in den 1960er Jahren auf die Beine zu stellen, ein wiederholtes Experiment für die Kriege im Irak und in Palästina, um über die Verbrechen durch den Imperialismus zu urteilen.

Die „türkische Vereinigung für den Frieden“ und die „Rechtsanwälte für die Gerechtigkeit“ bereiten seit mehreren Monaten einen vorbereitenden Bericht zur Verfolgung gegen die Kriegsverbrecher und ihre Hintermänner in Syrien vor, Verfolgung vor den türkischen Gerichten und vor allem vor den internationalen Gerichtshöfen.

Der Bericht wurde jetzt der unabhängigen Untersuchungskommission der UNO über die in Syrien verübten Verbrechen übergeben. weiterlesen


Ausnahmezustand vs. Umsturzversuch

Revolutionsstab, ehem. Stadtparlament Kiew

Ausnahmezustand vs. Umsturzversuch

http://www.chartophylakeion.de/blog/2013/12/01/ausnahmezustand-vs-umsturzversuch/#.UpyoQOKcW24

Ab dem morgigen Montag kann für das Territorium der Ukraine der Ausnahmezustand verhängt werden.

Wenn die ukrainische Regierung sich zu diesem Schritt entschließen sollte, so würde das bedeuten, dass sie es nicht beabsichtigt, eine Wiederholung des Spektakels von 2004 zuzulassen. Die Opposition müsste sich dann die Frage stellen, ob sie den Konflikt auf die harte Tour weiterbetreiben will – mit dem Ziel eines Umsturzes. Noch ist nicht ganz klar, ob sie dieses Risiko eingehen will, obwohl die Lage in der Ukraine de facto bereits Anzeichen eines Umsturzversuchs aufweist. Das Risiko für die Umstürzler wäre, dass sie beim Mißlingen eines solchen Ansinnens bald Timoschenko Gesellschaft leisten würden.

Der Ausnahmezustand würde aber auch für die Regierung den Verzicht auf irgendwelche möglichen Kompromisse bedeuten. Noch droht Janukowitsch nicht unbedingt das Schicksal Gaddafis, aber alles andere würde er nach Einführung eines Ausnahmezustands zu kosten bekommen.

In einer solchen Situation wird die Loyalität der höheren Staatsbeamten kritisch wichtig, insbesondere aber natürlich der Gewaltorgane. Die Handlungsfähigkeit der Regierungsbehörden ist der Schlüsselmoment im jetzigen Zustand der ganzen Geschichte.

Denn:

 

In jeder beliebigen Sprache und in jedem Land der Welt nennt man das, was in diesen Bildern zu sehen ist, “bewaffnete Banden”. Es ändert gar nichts an dieser Tatsache, dass sie mit Schlagstöcken und noch nicht mit Feuerwaffen bewaffnet sind.

"Erstick an deinem Tannenbaum!"

“Erstick an deinem Tannenbaum!”

Wie 2004, so handelt es sich auch bei den jetzigen Ereignissen um die Symptome einer Demontagetechnologie. Die Meute auf der Straße braucht jetzt eines – ein Opfer. Und arbeitet zielgerichtet darauf hin. Die Liveticker sind voller blutig geschlagener Köpfe, und irgendwo flimmerte auch ein kleines Mädchen vorbei, das natürlich von den Satrapen des Regimes geschlagen und daran später im Krankenhaus gestorben sei. Ob es dieses Mädchen wirklich gab, ob es gestorben ist – keiner weiß es sicher. Aber wenn sie eins brauchen, killen sie eben eines, oder schneiden ihm den Kopf ab. Für die heilige Sache ist niemand zu schade. Wenn selbst Selbstmorde hoher Staatsbeamter mittels zweier Kopfschüsse in der Ukraine niemanden wundern, so ist es ein Klacks, irgendein unbekanntes Mädchen für diese Show aufzutreiben und entsprechend zu präparieren.

Die Maschinerie der Propaganda ist jedenfalls massiv angelaufen, bezeichnend dafür Artikel wie “Berkut – Janukowitschs Sturmtruppen” (vor gar nicht so langer Zeit stand in diesen reißerischen Meldungen der Name eines anderen Präsidenten und “Schabiha”), aber die Krönung kam heute aus Polen: das polnische Außenamt protestiert gegen die Mißhandlung von polnischen Staatsbürgern bei den Unruhen in Kiew und fordert eine Stellungnahme.

Was genau polnische Staatsbürger bei den Zusammenstößen in Kiew zu suchen hatten, wird nicht näher beleuchtet. Wie man im Tumult und Handgemenge einen Polen von einem Ukrainer zu unterscheiden hat, wird im Statement des polnischen Außenministeriums ebenso nicht erwähnt.

“Europa” kratzt schon mit den Krallen am Parkett, tropft Geifer, verurteilt und ist kurz vor einem großen Brüller. Jetzt wäre die Zeit, die Eindrücke etwas zu vertiefen; und womöglich haben die Regisseure schon die Fotos der vorab zum Abschuß ausgewählten Opfer vor sich liegen. Oder sie improvisieren dann. Zum Glück geht die Herde gehorsam von allein auf das Schlachtfeld, die Auswahl wäre also groß genug.

Protest gegen das Janukowitsch-Regime

(„Friedliche Demonstranten“ … mit Stöcken)


EU-Ausgreifen nach Osten bringt allen Seiten wirtschaftliche Nachteile und schafft neue Kriegsgefahren

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EU-Ausgreifen nach Osten bringt allen Seiten wirtschaftliche Nachteile und schafft neue Kriegsgefahren

http://nocheinparteibuch.wordpress.com/2013/11/29/eu-ausgreifen-nach-osten-bringt-allen-seiten-wirtschaftliche-nachteile-und-schafft-neue-kriegsgefahren/

29. November 2013

Am heutigen Freitag Morgen hat die Europäische Union in Vilnius Assoziierungs- und Freihandelsverträge mit dem südosteuropäischen Staat Moldawien und dem westasiatischen Staat Georgien paraphiert. Nach der Ratifizierung der Verträge durch die nationalen Parlamente der 28 EU-Staaten und der beiden Assoziierungskandidaten sollen die Verträge dann voraussichtlich im Jahr 2014 unterzeichnet werden. Die von der EU ebenfalls angestrebte Paraphierung der Assoziierung des südosteuropäischen Staates Ukraine in Vilnius wurde hingegen vor wenigen Tagen von der Ukraine aufgrund ungeklärter Kostenfragen auf unbestimmte Zeit verschoben.

Die kurzfristige Entscheidung der Ukraine, sich trotz eines unterschriftsreifen Vertragsentwurfes erstmal nicht mit der EU zu assoziieren, hat zu nachgerade wütenden Reaktionen bei transatlantischen Politikern und Zornausbrüchen transatlantischer Propagandisten gegen Russland geführt. So forderte etwa die olivgrüne Fraktionsvorsitzende im europäischen Parlament, Rebecca Harms, im transatlantischen Hetzblättchen “Die Zeit” diesbezüglich, die EU möge “der systematischen Erpressung und den Angeboten aus Moskau” etwas entgegen setzen und führte weiter aus, dass “nur wenn die EU sich der russischen Führung gegenüber behauptet, wird der europäische Einfluss im Osten spürbar sein.” Andere transatlantische Propaganda-Outlets personalisierten ihren antirussischen Wutausbruch gar. So titelte etwa die Süddeutsche “Spalter Putin erreicht sein Ziel,” die Rheinische Post verkündete “Die Ukraine am Scheideweg – Angst vor Putins Rache” und Springers Welt fragte in einer Titelzeile: “Werden wir den Osten an Putin verlieren?

Worauf die meisten Beiträge zur antirussischen Hetze der transatlantischen Propaganda nicht oder nur rudimentär eingingen, ist die Frage, welches Interesse die EU überhaupt daran hat, die Ukraine und die anderen fünf osteuropäischen und westasiatischen Staaten zu assoziieren, die sie im Rahmen der 2009 auf polnische Initiative ins Leben gerufenen “östlichen Partnerschaft” dafür vorgesehen hat. Rebecca Harms schreibt in ihrem oben erwähnten Zeit-Artikel zum Interesse der EU, die Ukraine zu assoziieren, folgende nebulösen Sätze:

Beim Assoziierungsabkommen geht es nicht um Almosen für die Ukraine, sondern um knallharte wirtschaftliche und sicherheitspolitische Interessen. Die ungestörte Weiterleitung von russischem Gas nach Europa ist nur ein Beispiel dafür.

Einerseits behauptet Rebecca Harms also, es gehe um “knallharte wirtschaftliche und sicherheitspolitische Interessen” und andererseits erwähnt sie dann als Beispiel lediglich, dass die “ungestörte Weiterleitung von russischem Gas nach Europa” so ein knallhartes Interesse der EU ist. Das ist grob irreführend. Die Gefahr von aufgrund von Zahlungs- und Entnahmestreitigkeiten zwischen Russland und der Ukraine unterbrochener Gaslieferungen sinkt nämlich nicht, wenn die Ukraine an die EU assoziiert wird, sondern sie steigt, weil der Finanzdruck auf die Ukraine durch eine Assoziierung an die EU zunehmen würde. Außerdem verliert die Ukraine spätestens mit der etwa für 2016 Fertigstellung der Schwarzmeer-Pipeline South Stream ihre Bedeutung als Gastransitland. Und obendrein wäre es bereits heute möglich, russisches Gas durch Weißrussland und Polen in die EU zu liefern, wenn denn die EU und Polen das nur wollen würden. Wenn überhaupt, dann wird andersherum ein Schuh draus: wenn die Ukraine sich enger an Russland bindet, werden Transatlantiker voraussichtlich ihre Fähigkeit verlieren, Streitigkeiten zwischen der Ukraine und Russland anzuzetteln, die dazu führen, dass durch die Ukraine führende Gaslieferungen von Russland in die EU gefährdet werden, und so Transatlantikern ein Hebel zur Sabotage einer engeren Verbindung zwischen der EU an Russland verloren geht.

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Schluß  mit  der  antiukrainischen  Propaganda und  der  Einmischung der EU!

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Logo DUZ e.V.

Das Deutsch-Ukrainische Zentrum e.V veröffentlichte folgende Erklärung auf seiner Netzseite:

Aus aktuellem Anlass sieht sich das Präsidium des DUZ e.V. dazu gezwungen eine Aussage zur derzeitigen Berichterstattung über die Ukraine und die ausgesetzte Assoziierung zu tätigen.
 
Zunächst einmal muss festgestellt werden, dass die Ukraine ein freier und souveräner demokratischer Rechtsstaat ist. Jegliche ausländische Einmischung in innerukrainische Angelegenheiten sind abzulehnen. Es spielt dabei keine Rolle, ob diese von Moskau, Washington oder Brüssel kommt. Nur das ukrainische Volk und seine Regierung hat das Recht für sich Entscheidungen zu treffen.

Wir haben erlebt, wie die westlichen Systemmedien nach der Wahl von Präsident Viktor Janukowitsch, enttäuscht darüber, dass nicht Timoschenko gewonnen hatte, mit der antiukrainischen Propaganda begann. Von Wahlmanipulationen usw. wurde phantasiert. Doch nicht in der Ukraine, sondern in der BRD, genauer gesagt bei den eben erst stattgefundenen Bundestagswahlen, kam es laut Berichten der OSZE zu massiven Unregelmäßigkeiten! Wo ist hier der Aufschrei der Medien und der Parteien, die sich sonst überall im Ausland einmischen?

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Ukraine: Putin bezeichnet Reaktion der EU als Erpressung

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Viktor Yanukowitsch und Wladimir Putin

Ausgesetzte Assoziierung der Ukraine: Putin bezeichnet Reaktion der EU als Erpressung

http://de.ria.ru/politics/20131122/267335425.html

SANKT PETERSBURG, 22. November (RIA Novosti).

Nach der Entscheidung der Ukraine, den Assoziierungsprozess mit der Europäischen Union auszusetzen, wirft Russlands Präsident Wladimir Putin der EU vor, Kiew unter Druck zu setzen.

Am Freitag verwies Putin in Strelna bei Sankt Petersburg darauf, dass die Ukraine den Prozess der Unterzeichnung des Abkommens mit der EU nicht gestoppt, sondern lediglich ausgesetzt habe, „um alles gründlich durchzukalkulieren“. Doch hätten die europäischen Partner mit „Drohungen“ reagiert, die „bis hin zur Förderung von Massenprotesten“ reichen. „Das gerade sind Druck und Erpressung.“

„Ob die ukrainische Regierung dieser Erpressung nachgibt, das wird in den nächsten Tagen klar“, sagte Putin weiter. Um dem Druck zu widerstehen, müsste Kiew mit Pragmatismus an die Wahrnehmung der eigenen Interessen herangehen.

Die ukrainische Regierung hatte am Donnerstag überraschend die Vorbereitungen auf das Assoziierungsabkommen mit der EU ausgesetzt. Stattdessen soll der Handel mit Russland wiederbelebt werden. Das Abkommen, das freien Handel beinhaltet, hätte beim Ostpartnerschafts-Gipfel (28. bis 29. November) in Vilnius unterzeichnet werden sollen.

Laut litauischen Regierungsangaben hat der ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch in einem Telefongespräch mit seiner litauischen Amtskollegin Dalia Grybauskaitė über Wirtschaftsdruck aus Russland geklagt. Dies sei der Grund für die Aussetzung des  Assoziierungsprozesses gewesen.


Alexander Dugin in Bielefeld – Lesung über die Vierte Politische Theorie


 

Bielefeld. Oktober 2013. Vierte Politische Theorie


Die Rede der AIP in Prag vom 13. Oktober…

…anlässlich der Syrien-Kundgebung der Europäischen Solidaritätsfront für Syrien veröffentlichen wir hiermit:

aip-rede_prag

Liebe Kampfgenossinnen und Kampfgenossen. Werktätige Prags!

Fast drei Jahrzehnte sind seit meinem letzten Auftritt in der „goldenen Stadt“ vergangen. Damals, als Vertreter der Weltfriedensbewegung, waren meine Ausführungen eine leidenschaftliche Anklage gegen die Pläne der NATO-Hochrüstung gewesen. Viel Wasser ist seitdem die Moldau und die Elbe hinunter geflossen.

Durch „Wende“ und angeblich „samtene Revolution“ wurden viele der antikapitalistischen Gesellschaftsordnungen zerstört und dafür ein hemmungsloser Raubtierkapitalismus den Völkern aufgezwungen. weiterlesen


Europäische Solidaritäts-Aktion in Prag

Kundgebungsplatz in Prag

Kundgebungsplatz in Prag

Am 13. Oktober 2013 führte die Europäische Solidaritätsfront für Syrien (ESFS) erneut eine Kundgebung im Herzen Prags gemeinsam mit der Antiimperialistischen Plattform Deutschlands (AiP) durch. Mitorganisator war insbesondere auch die Nationale Union syrischer Studenten in der tschechischen Republik. Weitere Teilnehmer aus Deutschland vertraten die Europäische Aktion.

Die Kundgebung begann kurz nach 15 Uhr in mitten des sonnigen Platzes am Jan-Hus-Denkmal an der Staroměstské náměstí, der voll von Passanten und Sonntagsspaziergängern war. Alle Teilnehmer waren mit Transparenten, Fahnen und Winkelementen ausstaffiert. Eröffnet wurde die Veranstaltung von Patrik Vondrak (ESFS), der zunächst auf die Ausdehnung der Aktivitäten der ESFS zu sprechen kam. Mittlerweile verbreitet sich die Solidaritätsfront über verschiedene europäische Länder im zweistelligen Bereich und die Kontakte nach Damaskus sind eng und herzlich. Vor wenigen Wochen war eine Abordnung der ESFS in Syrien zu Besuch, wobei unter anderen die syrischen Streitkräfte besucht wurden.

Nach diesem Redebeitrag redete Dr. Ahmed Khaddour (Nat. Union syrischer Studenten), der unter Zuhilfenahme seines Mobiltelefons ein Gespräch mit dem Mufti von Damaskus am Mikrofon führte. Schließlich erhielt Michael Roth für die AiP das Wort, und führte mit einem Rückgriff aus seiner politischen Biografie den Angriff gegen die konterrevolutionären Vorgänge in Syrien, welche von den gleichen Weltgangstern von Wallstreet und Tel Aviv angezettelt wären, wie bspw. die Angriffskriege gegen Libyen und den Irak. weiterlesen


Erneute Kundgebung für Syrien in Prag

2013-10-13_Syrien-Kundgebung-Prag

Prag/Berlin. Die Tschechische Sektion der Europäischen Front der Solidarität für Syrien kündigt hiermit eine weitere Kundgebung im Herzen Prags zur Unterstützung des syrischen Volkes und seiner rechtmäßigen Regierung an. Wir, die Antiimperialistische Plattform, sind Mitorganisatoren und Unterstützer dieser Veranstaltung am 13. Oktober 2013. Weitere Informationen folgen. Für nähere Einzelheiten sind wir auch über kuehnen-m ‘e.t’ yandex ‘punkt’ ru erreichbar.


Kandidatenduell: Merkel für Syrienkrieg auch ohne UN-Mandat

Kandidatenduell: Merkel für Syrienkrieg auch ohne UN-Mandat

 

Kandidatenduell: Merkel für Syrienkrieg auch ohne UN-Mandat

https://www.compact-magazin.com/kandidatenduell-merkel-fuer-syrienkrieg-auch-ohne-un-mandat/

Geschrieben von: Jürgen Elsässer 1. September 2013

“Bilderberger” Steinbrück kämpfte wacker. – Der Unterhaltungswert der 90 Minuten war schwach. Da muss man die beiden schon sehr mögen – oder wie ich aus beruflichen Gründen zur Beobachtung gezwungen sein. Rein vom Schlagabtausch wünscht man sich Leute wie Strauss oder Schröder zurück, auch Brandt war nach einer halben Flasch Rotwein ein guter Fighter. Aber die Kanzlerin mit ihrem Hausfrauenverstand und der allzu kühle Hanseate Steinbrück – bei mir kam da keine Stimmung auf.

Wobei ich finde, dass die beiden Politiker immer noch besser waren als die Journalisten. Raab glich mangelnde Sachkenntnis durch Pampigkeit aus, “Maybrittchen” wurde vor Ehrfurcht vor den Majestäten immer piepsiger, Anne Will kann es im Sitzen besser – und der andere Typ, wie hieß der nochmal?

Reden wir erstmal nicht über Innen- und Sozialpolitik. Das ist sowieso alles Manövriermasse und wird bei den Koalitionsverhandlungen immer so zurecht geknetet, wie es allen gefällt. Prinzipien gibt’s da keine. Am Schluss schenkt Merkel der SPD den Mindestlohn als Morgengabe für eine Große Koalition – aber nur zu 6,79 Euro.

Bei der Frage des Syrienkrieges wurde es dagegen kurzfristig spannend, und da ist ja auch wenig Manövriermasse, da wird es in zwei oder drei Wochen hopp oder topp heißen: Schießt Deutschland mit oder nicht? Besonders frappant war, wie das Journalistenteam diesen Punkt kurz hielt. War das Regieanweisung von gaaaanz oben?

Trotzdem wurde deutlich: Merkel kann sich eine Unterstützung des Krieges nicht nur bei UN-Mandat, sondern auch bloß nach einem Beschluss von NATO oder EU vorstellen, also ohne Legitimation der Vereinten Nationen. Das war schon ihre Linie beim Irakkrieg 2003. Das Völkerrecht gilt ihr nichts. Hauptsache, den Großen Bruder unterstützen.

Steinbrück hingegen will Deutschland in jedem Fall raushalten, und er riet auch den USA von einer Militäraktion ab. Sein Schwachpunkt: Er will die deutschen Soldaten in den NATO-Überwachungsflugzeugen AWACS und mit den Patriot-Raketen an der syrisch-türkischen Front lassen. Darüber könnte die Bundeswehr “rein technisch” in einen Krieg hineingezogen werden, den ein Kanzler Steinbrück “eigentlich” ablehnt. Aber als Bilderberger muss er eben Rücksicht nehmen …

Fazit: Ich wähle beide nicht.

 

(Foto: screenshot youtube)