Kim Jong Il: Über die Juche-Ideologie (2)

… Die Juche-Ideologie ist eine neue philosophische Idee, in der der Mensch im Mittelpunkt steht.

Wie Kim Il Sung erklärt hat, beruht die Juche-Ideologie auf dem philosophischen Grundsatz, dass der Mensch Herr über alles ist und alles entscheidet. Diese Lehre beantwortet die Grundfrage der Philosophie, in deren Mittelpunkt der Mensch steht, und beleuchtet das philosophische Prinzip, dass der Mensch Herr über alles ist und alles entscheidet.

Der Mensch ist Herr über alles – das bedeutet, dass der Mensch Herr der Welt und seines eigenen Schicksals ist. Der Mensch entscheidet alles – das besagt, dass der Mensch bei der Umgestaltung der Welt und bei der Gestaltung seines eigenen Schicksals die entscheidende Rolle spielt. Das philosophische Grundprinzip der Juche-Ideologie sieht den Menschen im Mittelpunkt und bestimmt danach die Stellung und Rolle des Menschen in der Welt. Kim Il Sung legte dar, dass der Mensch als ein gesellschaftliches Wesen von Souveränität, Schöpfertum und Bewusstsein geprägt ist. Der Mensch ist natürlich auch ein materielles Wesen, aber nicht ein einfaches, sondern das höchst entwickelte, ein besonderes Produkt der Entwicklung der materiellen Welt. Als sich der Mensch aus dem Tierreich löste, trat er bereits als besonderes Wesen auf. Während alles andere lebende Materie zur objektiven Welt gehört, die sich anpasst und so ihre Existenz erhält, lebt und entwickelt sich der Mensch, indem er die Welt erkennt, verändert und sie sich dienstbar macht. Der Mensch als Herr der Welt nimmt deshalb eine besondere Stellung ein und spielt eine ebensolche Rolle, weil er ein gesellschaftliches Wesen ist, der Souveränität, Schöpfertum und Bewusstsein eigen sind.

Kim Il Sung hat diese wesentlichen Eigenschaften des Menschen ergründet und somit eine neue philosophische Definition über den Menschen gegeben. …

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4 responses to “Kim Jong Il: Über die Juche-Ideologie (2)

  • Toby

    Hallo, mal gespannt wie ihr meine Frage beantwortet 🙂
    Konnte in der damaligen DDR oder überhaupt die Juche-Ideologie angewendet werden und zukünftig auch können? Oder funktioniert das nur in Korea?

    • Hyoksin

      Lieber Toby, entschuldige bitte, dass wir Dir erst heute auf Deine wichtige Frage versuchen eine Antwort zu geben, gleichzeitig wünschen wir Dir und Deinen Angehörigen einen guten Rutsch und ein erfolgreiches Kampfjahr 2015!
      Deine Frage ist von so einer komplexen Größe, dass wir Dir zuerst einmal in Thesen geschichtlichen Inhalts antworten können. Allerdings hat sich vor kurzem eine Arbeitsgruppe konstituiert, die unter Zuhilfenahme aller uns z. Zt. zur Verfügung stehenden Dokumente der Beziehung zwischen der DVR Korea und der DDR zur Aufarbeitung nutzen wollen. Dies wird natürlich ein langwieriger Prozess sein.
      Doch nun zur Sache:
      1. Freund wie Feind (bei sehr unterschiedlichen Motiven) werfen uns seit ewigen Zeiten vor, wir hätten die Absicht, das Sozialismusmodell der DVR Korea 1:1 auf deutsche Verhältnisse übertragen zu wollen. Die Böswilligen erklären uns zu willfährigen Handlangern der Partei- und Staatsführung der DVR Korea, und die Gutwilligen sagen in etwa: Nicht schon wieder, wir sind doch bei allen positiven Leistungen mit der schematischen Übernahme des sowjetischen Sozialismusmodells gescheitert und auch maßlos von Seiten der russischen Renegaten verraten worden.
      2. Die Verhältnisse der letzten ca. 80 Jahre waren in Korea und auf deutschem Boden so grundlegend verschieden wie Tag und Nacht, wie heiß und kalt. Was meinen wir damit? Die deutsche Arbeiterbewegung hatte 1933 auf Grund sehr unterschiedlicher Faktoren eine schwere Niederlage hinnehmen müssen und war bis 1945 nicht in der Lage, einen revolutionären Aufstand zu inszenieren. Genau das Gegenteil passierte in Korea. Nachdem Genosse Kim Il Sung sehr schnell begriffen hatte, dass die ewigen Sektenstreitigkeiten und Haarspaltereien nur zum Untergang des Vaterlandes führen würden, ging er seinen eigenen erfolgreichen Weg, in dem er kaderbildende Kräfte der Jugend um sich zusammenschloss, die völlig frei waren von linkem Sektierertum, Manipulanten- und Intrigentum. Die Ergebnisse sind bekannt; sie endeten mit dem triumphalen Sieg über den japanischen Imperialismus 1945.
      Eine Zwischenbemerkung sei hier gestattet: Die Rote Arme Josef Stalins leistete sehr wohl logistische Hilfe über mehrere Jahre, aber die militärisch entscheidenden Schläge gingen von der Koreanischen Volksarmee aus, wobei die sowjetische Armee Frontflankenunterstützung lieferte.
      3. Also herrschten ab Sommer 1945 grundsätzlich andere Ausgangsbedingungen. Deutschland war in vier Besatzungszonen aufgeteilt, wobei nur eine eine sozialistische Besatzungsmacht hatte. In Korea gab es zwar ein sowjetisches Truppenkontingent, das aber sehr schnell wieder abzog, während im Süden Koreas die US-amerikanischen Besatzer noch das Land besetzt halten (Ähnlichkeiten mit der BRD sind nicht rein zufällig).
      4. Die Gründung der DVRK 1948 und die der DDR 1949 erfolgte auf völlig unterschiedlichen Grundlagen. Die DDR stellte ein Viertel des verbliebenen Deutschlands dar, war völlig ohne Schwerindustrie und zahlte bis 1960 über 85% der gesamten Reparationsleistungen an die Sowjetunion für Gesamt-Deutschland. In Korea wurde eine kluge Bündnispolitik unterschiedlicher Klassen und Schichten betrieben, wobei die Liquidierung großer Teile des Mittelstandes und Teilen der Klein-Bourgeoisie nicht das Werk der „bösen“ Kommunisten war sondern auf das Konto der US-imperialistischen Aggressoren ging. Die vollendete Kollektivierung der Landwirtschaft im Norden ab ca. Mitte der 1950er Jahre erfolgte auf völlig freiwilliger Basis, was u. a. darin zum Ausdruck kam, dass sich die Bauern selbstständig entscheiden konnten, in welchen Typus von LPG sie eintreten würden.
      5. Schon ab 1950 entwickelten sich viele brüderliche und kameradschaftliche Beziehungen zwischen der DDR und der DVR Korea, wie wir anhand von Original-SED-Pressedokumenten beweisen können (siehe unsere Überreichungen solcher historischer Dokumente an S. E. den Genossen Botschafter der DVR Korea). Zwei praktische Beispiele seien erwähnt. An den 3. Weltfestspielen der Jugend und Studenten im August 1951 in Berlin (Ost) nahm eine Delegation von über 200 koreanischen Jugendlichen teil, die begeistert gefeiert wurden. Anschließend nahmen sie nicht nur symbolisch an der Enttrümmerung der damaligen Berliner Stalin-Allee teil, wobei sich teilweise herzergreifende Szenen abspielten. Ab 1956 reiste eine Delegation unter der Leitung von Otto Grotewohl und dessen Sohn auf Einladung Kim Il Sungs in das zu 98% durch US-imperialistischen Luftgangster zerstörte Hamhung, um dort ein gemeinsames Aufbauprogramm durchzuführen. Nicht umsonst haben die Straßen dort heute noch Namen wie Otto Grotewohl oder Friedrich Engels.
      6. Nachdem es 1961 endgültig zum Bruch zwischen Moskau einerseits und Tirana und Peking andererseits kam, der schließlich nur den US-Imperialisten Nutzen brachte, war es die DVR Korea mit dem Genossen Kim Il Sung an der Spitze, die unendlich oft versuchten, eine vermittelnde Rolle im Interesse des Welt-Sozialismus zu spielen. Dass die DDR sich damals sofort an die Seite der Sowjetunion schlug, ist historisch völlig verständlich (man beachte nur die Biografien der leitenden Funktionäre der SED), hat sich aber nachträglich historisch als völlig falsch erwiesen. Dies war sozusagen die erste Aufgabe souveräner Positionen (die Walter Ulbricht durchaus in der Lage war zu vertreten) und führte letztendlich 1989/90 im völligen Irrglauben an de „Übervater“ Gorbatschow zur Vernichtung unserer Republik. Bis zum Schluss glaubten wir an die These, dass die Sowjetunion allein schon aus geo-strategischen Gründen die Republik niemals fallen lassen kann, während die DVR Korea unter der Führung des Genossen Kim Il Sung sich nicht auf Wohl und Wehe von fremden Mächten abhängig machte.
      7. Bitte entschuldige die relativ langen Ausführungen zu dieser Thematik. Nun kommen wir auf die Gegenwart zurück. 25 Jahre – was ja auch ein Vierteljahrhundert eines Menschenleben ausmacht – ist es endlich an der Zeit, eine schonungslose Zwischenbilanz zu ziehen. Wie sagte Lenin schon 1916: „Bisher ist noch jede revolutionäre Partei oder Kraft daran zugrunde gegangen, dass sie nicht schonungslos mit ihren eigenen Fehlern und Niederlagen umgehen konnte“. Wie unterscheidet sich das völlig von den Aussagen des Mitglieds des Politbüros Joachim Herrmann, der 1986 verlautbaren ließ: „Der Westen kritisiert und schon hart genug, da wäre es ja idiotisch, wenn wir dies von unserer Seite auch noch täten.“ Dazu sei bemerkt, dass es nicht gegen die Person des Genossen Herrmann geht, mit dem wir in den Tagen der Konterrevolution und danach aktive Solidarität geübt haben, sondern um eine völlig falsche Denkweise. Spätestens ab dem Machtantritt des Revisionisten Gorbatschow wäre eine etappenweise Abkoppelung von RGW und Warschauer Vertrag möglich gewesen. Darüber gab es in Prag, in Sofia, in Berlin (DDR) und in Bukarest unendliche Gedankenspiele, die leider aber niemals über theoretische Sandkastenmanöver hinausgingen. Das historische Verdienst Erich Honeckers bleibt, dass er 1982 die Feststellung traf: „Wir sind alle Staatsbürger der DDR, aber von der Nation her sind wir Deutsche“. Aber auch E. H., der schon früh große Zweifel an der Politik Gorbatschows bekam, konnte bis zum Schluss nicht glauben, dass die Konterrevolution von Moskau ausgehen würde.
      8. Lieber Toby, was hat dies nun alles mit Deiner Frage zu tun? Wir meinen sehr viel und wollen das noch kurz begründen. Historische Situationen sind bekanntlich Vergangenheit und nur eine Anleitung zum besseren Handeln für die Zukunft, wenn man richtig analysiert und dann die richtigen Schlussfolgerungen zieht. Im heutigen Deutschland als einem besetzten Land gilt unserer Meinung nach eine Mehrere-Etappen-Theorie: Heute geht es nicht darum, den Sozialismus wiederzuerkämpfen (das müssen wir schon der Enkelgeneration überlassen), sondern der Kampf um nationale Unabhängigkeit ist das Hauptkettenglied. Die Rettung der Nation (auch die der kapitalistischen) ist die Grundvoraussetzung für alle anderen Etappenziele. In diesem Kampf, den wir gerne voller Stolz als Querfront bezeichnen (sozusagen das „Grusel“wort der Systempresse der letzten Monate), reichen wir jedem Patrioten die Bruderhand, mit dem wir uns auf die Losung: „Keine fremden Truppen in Deutschland, Abzug aller deutschen Truppen aus dem Ausland, für feste Solidarität mit allen antiimperialistischen Staaten“ einigen können. D. h. konkret auf die DVR Korea, mit Genossen Kim Jong Un an der Spitze, bezogen: „Keinerlei Einmischung in die innere Gestaltung des Sozialismus auf koreanischem Boden, dafür aber bedingungslose Unterstützung der antiimperialistischen revolutionären Außenpolitik der DVR Korea“. Wir sind seit Jahren eng und brüderlich mit Syrien, Weißrussland, Venezuela (siehe auch die zwei Konferenzen mit den noch lebenden ehemaligen DDR-Generaldirektoren auf Initiative der AiP-D in der Botschaft Venezuelas), Ecuador und der palästinensischen Befreiungsbewegung Hamas verbunden. Auch dem sozialistischen Kuba hat immer unsere Solidarität gegolten, wobei jüngste Entwicklungen uns mit tiefer Sorge erfüllen. Über den bevölkerungsreichsten Staat der Erde möchten wir aus verschiedenen Gründen keine Bewertung abgeben. Aus alledem schlussfolgern wir frei nach dem Motto: „Und wenn sie noch so hetzen, sie sollten sich alle mit der DVR Korea vernetzen“. Und dies nicht allein, weil die DVR Korea eine unbesiegbare Atommacht ist sondern, weil die Staats- und Parteiführer dieser Länder und die Volksmassen sowieso keinen besseren und treueren Verbündeten wie das sozialistische Korea finden könnten.
      Eine private Anfrage an Dich, die Du selbstverständlich nicht zu beantworten brauchst: Kennst Du den legendären Tobias Brendler, erfolgreicher Absolvent der OHS in Kamenz im Jahre 1988, der nach der Konterrevolution hervorragende Artikel in verschiedenen Publikationen zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung verfasste?

      • Tobi

        Auch dir brust Neujahr und danke für deine ausführliche Antwort 🙂
        Hab schon gedacht es kommt keine mehr. Zum Glück habe ich in diesem schönen Blog noch mal herrein geschaut. Hoch interessante Beiträge, aber schade das diese Seite auf Facebook nur 170 „gefällt mir“ Angaben hat:( und nein ich kenne diesen Tobias leider nicht. Übrigens werde ich mich mit „Tobi“ also ohne „y“ am Ende des Wortes nennen. Sieht besser aus finde ich 😉

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