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Mehr als ein Nachruf für einen ehrlichen Genossen

„Jeder Abend wurde echt zum Knüller,
sprach zu uns Genosse Helmut Müller…

Als wir vor wenigen Tagen die Nachricht vom Ableben unseres alten Freundes und Kampfgefährten Genosse Helmut Müller am 19. Juli 2019 erhielten, wenige Wochen nach seinem 89. Geburtstag, erfüllte uns dies schon mit tiefer Trauer.

Helmut wurde 1930 geboren und musste mit seinen Eltern im Januar 1946 aus Reichenberg/Tschechien nach Thüringen umsiedeln. Bis 1948 arbeitete Helmut als Bauarbeiter in der späteren Berliner Stalin-Allee. 1949 wurde von Zentralrat der FDJ zu einem 2-jährigen Lehrgang an die Komsomol-Hochschule nach Moskau delegiert. Von 1971-89 war er 2. Sekretär der Bezirksleitung der SED Berlin. Sein Austritt aus der PDS 1991 war kein Gesinnungswandel, sondern eine Maßnahme, um die Partei vor Schaden zu schützen (er hatte mehrere Prozesse wegen angeblicher Wahlfälschung damals am Hals). Von 1991-94 arbeitete er als einfacher Arbeiter in einer Ost-Berliner Schuhfabrik, um schon nach 2 Jahren von den eigenen Kollegen in den Betriebsrat gewählt zu werden. Diese Menschen hatten nicht vergessen, was Helmut ihnen in DDR-Zeiten alles Gutes „angetan“ hatte. Er blieb bis zu seinem Lebensende parteiloser Kommunist, der mit der Kommunistischen Plattform (KPF) eng verbunden war, aber für vieles Andere auch offen blieb. Wir lernten Helmut Müller durch den Antifaschisten Heinz Gerber (Buchenwald- und Sachsenhausen-Häftling) ca. 2010 kennen und schätzen. Er war oft zu Gast bei uns als Referent, um über die Geschichte der Berliner und deutschen Arbeitergeschichte zu berichten. Besonders interessant war seine Einschätzung, was die Person von Wolf Biermann anging, mit dem er dienstlich öfter zu tun hatte: überheblich, arrogant und extrem chauvinistisch gegenüber Frauen. Noch interessanter ist sein Bericht, dass er in 12 Jahren mit Konrad Naumann als 1. Sekretär immer ein herzliches Verhältnis hatte, während Günter Schabowski von Anfang an den Oberkommunisten herauskehrte, um dann später als übelster Revisionist zu enden. Die Bildung der Antiimperialistischen Plattform Deutschland (AiP-D) begrüßte er von ganzem Herzen, frei nach dem Motto, wie er immer meinte…

Endlich mal ein Versuch, über verkrustete Parteistrukturen etwas in Bewegung zu bringen!

Lieber Genosse Helmut, wir DANKEn Dir für unsere gemeinsame Zeit und unseren gemeinsamen Kampf, Du wirst ewig in unseren Herzen fortleben!


Dresden: 2. Treff für Dienst- und Regierungsfahrzeuge am 30. April und 1. Mai

Nicht nur zwischen den PKW sondern auch im Leben stand er immer auf der richtigen Seite der Barrikaden

Am Sonntag, den 30. April und Montag, den 1. Mai d. J. fand in Dresden und Umgebung der 2. Treff für Dienst- und Regierungsfahrzeuge statt. Die zugesagten Ehrengäste, z. B. Hans Modrow und Kohl-Berater 1989/90 Rudolf Seiters, sagten ihre Teilnahme kurzfristig ab, während der Genosse Bernd Brückner, seines Zeichens ehemaliger Leiter des Personenschutzes des Genossen Erich Honecker, seiner Funktion als Ehrengast vollauf gerecht wurde.

Die historische Fahrzeugkolonne (35 PKW plus Motorradstaffel der Volkspolizei) beehrten auch die Städte Radebeul, Radeberg und den „Weißen Hirsch“ mit ihrer Repräsentation. Die Höchstgeschwindigkeit war durch gute Kooperation mit den örtlichen Organen der BRD auf 30 km/h festgelegt, damit die Menschen an den Straßenrändern diesen Anblick auch vollauf genießen konnten.

Am Abend des 30. April kam es ab 19 Uhr in einem ehemaligen DDR-Interhotel mit allen interessierten Teilnehmern zu einer zünftigen DDR-Disko-Veranstaltung.

Man sieht… auch 27 Jahre nach der Konterrevolution möchten wir mit dem „Oktoberklub“ Euch zurufen: „Da sind wir aber immer noch“…

Für die Zukunft sind weitere Traditionstreffen geplant. Wir von der AiP-D wünschen dafür viel Erfolg und immer eine handbreit Asphalt unter den Reifen!

Fotos mit freundlicher Genehmigung des Genossen Bernd Brückner