Kim Jong Il: Über die Juche-Ideologie (22) – Ende

5. DIE HISTORISCHE BEDEUTUNG DER JUCHE-IDEOLOGIE

Die Juche-Ideologie übt auf das geistige Leben der Menschheit und auf den Prozess der revolutionären Umwälzung der Welt großen Einfluss aus. Diese Ideologie findet bei den Völkern der Erde ein starkes Echo und gibt der Bewegung unserer Epoche, die nach der Souveränität strebt, einen enormen Aufschwung.

Die Juche-Ideologie wurde zu einer allgemein anerkannten Strömung der Zeit; ihre Ausstrahlungskraft und umwälzende Wirkung nehmen mit der Geschichtsentwicklung ständig zu.

Diese Ideologie bringt die wahrhaft revolutionäre Weltanschauung unseres Zeitalters, der Juche-Epoche, zum Ausdruck. Das ist ein bedeutsamer historischer Beitrag der Juche-Ideologie zur Entwicklung des Gedankengutes der Menschheit und zur großen Sache ihrer Befreiung.

Die Menschen entwickelten im Laufe ihrer langen Geschichte ihre Ansichten über die Welt, ihren Standpunkt und ihre Einstellung zu ihr.

Während der Entwicklungsgeschichte der Weltanschauung fand die Auseinandersetzung zwischen den beiden entgegengesetzten philosophischen Strömungen, dem Materialismus und Idealismus, statt, zwischen der Dialektik und Metaphysik. Der Marxismus sicherte in diesem Kampf den Sieg des Materialismus und der Dialektik. Die Herausbildung der marxistischen Weltanschauung der materialistischen Dialektik spiegelt die Forderungen der damaligen Epoche wider. Mit dem Erscheinen der Arbeiterklasse auf dem Schauplatz der Geschichte begann die neue Epoche der Menschheitsgeschichte. Die neuen historischen Bedingungen, unter denen die Revolution gegen das Kapital begann, verlangten gebieterisch eine revolutionäre Ideologie, die die sich zum Kampf erhobene Arbeiterklasse von der Notwendigkeit des Untergangs des Kapitalismus und des Sieges des Sozialismus überzeugen sollte. Zu jener Zeit stand die Aufgabe im Vordergrund, den Idealismus und die Metaphysik, die dazu benutzt wurden, die reaktionäre Herrschaft des Kapitals als Heiligtum zu verteidigen und deren Ewigkeit zu predigen, zu entlarven und die wissenschaftlich fundierte Weltanschauung der Arbeiterklasse zu begründen. Diese epochale Forderung spiegelte sich in der Schaffung der materialistischen und dialektischen Weltanschauung wider.

Die Entwicklung eines Zeitalters wird von der fortschrittlichen Weltanschauung begleitet. Im Laufe der ständigen Ausbreitung und Weiterentwicklung der Revolution, die mit dem Erscheinen der Arbeiterklasse begann, brach die neue Epoche an, in der die werktätigen Volksmassen, die bis dahin nur Objekt der Geschichte waren, als deren Herren auftraten. Die neue Epoche, in der die Volksmassen, vor allem die Arbeiterklasse, als eine über die Welt herrschende große Kraft zu handeln begannen, verlangt eine neue Weltanschauung, die ihnen dazu verhilft, ihr Schicksal selbst und schöpferisch als Herr zu gestalten und die historische Aufgabe, die Befreiung der Nation, der Klasse und des Menschen, siegreich zu verwirklichen. Diese von der Geschichte gestellte Aufgabe wurde mit der Begründung der Juche-Ideologie hervorragend gelöst.

Sie umriss die Weltanschauung der neuen Epoche, ist im Hinblick auf ihre philosophischen Grundsätze, die den Grundstein der Juche-Ideologie bilden, völlig neu und eigenschöpferisch.

Seinerzeit wurde die Wechselwirkung zwischen der Materie und dem Bewusstsein, zwischen dem Sein und Denken als die Grundfrage der Philosophie betrachtet. Der Marxismus geht in seinen Thesen über den Materialismus davon aus, dass die Materie und das Sein das Primäre sind, und gibt somit eine klare, wissenschaftlich fundierte Antwort auf die Grundfrage der Philosophie.

Da die Frage nach dem Ursprung der Welt vom materialistischen Standpunkt aus geklärt wurde, stellte nun die Juche-Ideologie die Frage im Zusammenhang mit der Stellung und Rolle des Menschen in der Welt als die Grundfrage der Philosophie und beantwortete die Frage: Wer ist Herr in der Welt?

Die philosophischen Prinzipien der Juche-Ideologie, die die Stellung und Rolle des Menschen als Herr in der Welt verdeutlichten, beruhen auf der neuen Auffassung vom Menschen.

Die Frage im Zusammenhang mit dem Menschen war auch Gegenstand ungezählter Debatten unter den früheren Philosophen. Doch der Begriff vom Menschen bestand losgelöst von den gesellschaftlichen Beziehungen und beruhte auf rein abstrakten Auffassungen über ihn. Die Frage nach dem Wesen des Menschen wurde vom Marxismus im Zusammenhang mit den gesellschaftlichen Beziehungen aufgeworfen und geklärt.

Die Juche-Ideologie umriss in ihrer Betrachtung des Menschen in diesem Zusammenhang seine Wesenszüge in neuer Weise. Sie brachte klar zum Ausdruck, dass der Mensch ein gesellschaftliches Wesen ist, das in sich Souveränität, Schöpfertum und Bewusstheit vereinigt hat, und legte somit von philosophischer Warte aus ein in sich geschlossenes Menschenbild dar. Die Juche-Ideologie ging von der wissenschaftlichen Darlegung aus, dass der Mensch ein gesellschaftliches Wesen ist, und untermauerte den philosophischen Grundsatz, dass der Mensch Herr über alles ist und alles entscheidet. Das ist eine philosophische Entdeckung, die eine Wende in der Weltanschauung mit sich brachte.

Die Idee, dass der Mensch Herr aller Dinge ist und über alles entscheidet, das heißt, Herr der Welt und seines Schicksals ist, dass er die Welt umgestaltet und auch seine Geschicke selbst gestaltet, steht im völligen Gegensatz zum Idealismus und zur Metaphysik. Der Idealismus geht auf den Mystizismus zurück, nach dem eine übernatürliche ,,Kraft“ über die Welt und Geschicke des Menschen herrsche, und die Metaphysik auf den Fatalismus, nach dem alles in der Welt fixiert und unveränderlich sei und sich deshalb der Mensch seinem gegebenen Schicksal fügen solle. Der Gedanke, dass der Mensch Herr der Welt und seines eigenen Schicksals und dazu fähig ist, die Welt umzugestalten und seine Geschicke selbst zu gestalten, setzt den Standpunkt des Materialismus und der Dialektik voraus, die den Mystizismus wie auch den Fatalismus ablehnen.

Die Juche-Ideologie definierte eigenschöpferisch die These, dass der Mensch, das höchste Produkt der entwickelten Materie, über die Welt herrscht, sie umgestaltet und entwickelt. Damit umriss sie die neue Grundlage der Weltanschauung, die ihrem philosophischen Grundsatz zu Grunde liegt und den Menschen in den Mittelpunkt stellt. …

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