Panmunjom-Erklärung für Frieden, Aufblühen und Vereinigung der Koreanischen Halbinsel

Genosse Kim Jong Un, Vorsitzender des Komitees für Staatsangelegenheiten der Demokratischen Volksrepublik Korea, und Moon Jae In, Präsident der Republik Korea, haben, getragen von dem einmütigen Wunsch aller Landsleute nach Frieden, Aufblühen und Vereinigung, in einer bedeutsamen Zeit, in der sich eine historische Wende auf der Koreanischen Halbinsel vollzieht, am 27. April 2018 im „Haus des Friedens“ in Panmunjom das Nord-Süd-Gipfeltreffen durchgeführt.

Die Staatsoberhäupter des Nordens und des Südens haben vor unseren 80 Millionen Landsleuten und der ganzen Welt feierlich verkündet, dass es auf der Koreanischen Halbinsel keinen Krieg mehr geben wird und eine neue Friedenszeit eröffnet wurde.

Sie haben mit dem unerschütterlichen Willen, so schnell wie möglich der langwierigen Spaltung und Konfrontation, Resultat des Kalten Krieges, ein Ende setzen, eine neue Zeit der nationalen Aussöhnung, des Friedens und Aufblühens mutig eröffnen und die Nord-Süd-Beziehungen noch aktiver verbessern und entwickeln zu müssen, in Panmunjom, einem historischen Ort, wie folgt erklärt:

  1. Nord und Süd werden die allseitige und epochale Verbesserung und Entwicklung der Nord-Süd-Beziehungen erreichen und so die abgeschnittene Blutsader der Nation wieder verbinden und die Zukunft des gemeinsamen Aufblühens und der selbstständigen Vereinigung näher rücken.

Die Verbesserung und Entwicklung der Nord-Süd-Beziehungen ist einmütiger Wunsch der ganzen Landsleute und eine dringliche Forderung der Zeit, die nicht mehr aufzuschieben ist.

① Nord und Süd haben das Prinzip der nationalen Selbstständigkeit, dass wir das Schicksal unserer Nation unter uns selbst zu entscheiden haben, bestätigt und sich darauf geeinigt, die schon angenommenen Nord-Süd-Erklärungen und alle Vereinbarungen konsequent auszuführen und so eine Wendephase für die Verbesserung und Entwicklung der Beziehungen einzuleiten.

② Nord und Süd sind darüber übereingekommen, die Gespräche und Verhandlungen auf allen Gebieten wie Verhandlungen auf hoher Ebene in absehbarer Zeit aufzunehmen und so aktive Maßnahmen zur Umsetzung der beim Gipfeltreffen vereinbarten Fragen zu treffen.

③ Nord und Süd haben vereinbart, zur Intensivierung der Beratungen zwischen den Behörden und zur genügenden Gewährleistung des Austausches und der Zusammenarbeit auf ziviler Ebene in Kaesong ein gemeinsames Nord-Süd-Verbindungsbüro einzurichten, in dem sich Machthaber beider Seiten ständig aufhalten.

④ Nord und Süd sind miteinander darin einig, zur Förderung der Atmosphäre der nationalen Aussöhnung und ebensolchen Zusammenhalts vielseitige Zusammenarbeit und ebensolchen Austausch, Reiseverkehr und Kontakt zwischen den verschiedensten Klassen und Schichten zu aktivieren.

Nord und Süd haben beschlossen, nach innen anlässlich der bedeutsamen Tage für beide Seiten wie der 15. Juni gemeinsam gemeinsame nationale Veranstaltungen, an denen alle Schichten und Kreise wie Behörden, Parlamente, politische Parteien, kommunale Selbstverwaltungen und zivile Organisationen teilnehmen, aktiv voranzubringen und so die Atmosphäre der Aussöhnung und Zusammenarbeit kulminieren zu lassen, nach außen in internationale Wettkämpfe wie die Asienspiele 2018 gemeinsam einzuziehen und dabei Klugheit, Talent und Geschlossenheit der Nation vor aller Welt zu demonstrieren.

⑤ Nord und Süd haben vereinbart, sich um die dringliche Lösung der durch die nationale Spaltung entstandenen humanitären Fragen zu bemühen, die innerkoreanischen Rot-Kreuz-Verhandlungen wieder aufzunehmen und allgemeine Probleme wie Treffen von getrennten Familienangehörigen und Verwandten zu beraten und zu lösen.

Zunächst wird anlässlich des kommenden 15. August ein Treffen von getrennten Familienangehörigen und Verwandten arrangiert.

⑥ Nord und Süd haben sich darauf geeinigt, zur Erreichung der proportionalen Entwicklung der nationalen Wirtschaft und des gemeinsamen Aufblühens die in der Deklaration vom 4. Oktober vereinbarten Fragen aktiv zu beschleunigen und in erster Linie praktische Maßnahmen einzuleiten, um die Eisenbahnlinien und Straßen am Ost- und Westmeer wieder zu verbinden und zu modernisieren sowie sie zu benutzen.

  1. Nord und Süd werden gemeinsame Anstrengungen unternehmen, um die scharfen militärischen Spannungen auf der Koreanischen Halbinsel zu mildern und die Kriegsgefahr wirklich zu bannen.

Der Abbau militärischer Spannungen auf der Koreanischen Halbinsel und Abwendung der Kriegsgefahr sind eine sehr wichtige Frage, die mit dem Schicksal der Nation zusammenhängt, und eine Schlüsselfrage dafür, unseren koreanischen Landsleuten ein friedliches und gesichertes Leben zu gewährleisten.

① Nord und Süd haben vereinbart, in allen Räumen, also auf dem Boden, auf dem Meer und im Luftraum, mit allen feindlichen Handlungen, Ursprung der militärischen Spannungen und der Konflikte, vollständig aufzuhören.

Es wurde beschlossen, zunächst ab 1. Mai alle feindlichen Handlungen wie Lautsprecherübertragung und Flugblattaktion zu stoppen, deren Mittel abzuschaffen und in Zukunft die entmilitarisierte Zone in eine wirkliche Friedenszone zu verwandeln.

② Nord und Süd haben vereinbart, praktische Maßnahmen einzuleiten, um die Zone der „nördlichen Trennlinie“ im Westmeer in friedliche Gewässer zu verwandeln, dadurch eventuelle Zusammenstöße zu verhindern und gesicherten Fischfang zu gewährleisten.

③ Nord und Süd sind übereingekommen, verschiedene Maßnahmen zur militärischen Gewährleistung für die Aktivierung von Zusammenarbeit, Austausch, Reiseverkehr und Kontakt zwischen beiden Seiten einzuleiten.

Nord und Süd haben beschlossen, zur unverzüglichen Beratung und Lösung der militärischen Fragen zwischen beiden Seiten Verhandlungen zwischen Militärbehörden wie Gespräche mit unserem Minister für Volksstreitkräfte häufig abzuhalten und im Mai zuerst Militärverhandlungen auf Generalebene aufzunehmen.

  1. Nord und Süd werden miteinander aktiv zusammenarbeiten, um auf der Koreanischen Halbinsel eine dauerhafte stabile Friedensordnung zu etablieren.

Die Beendigung des anormalen gegenwärtigen Waffenstillstandes und die Etablierung der soliden Friedensordnung auf der Koreanischen Halbinsel ist eine historische Aufgabe, die keinen Aufschub mehr duldet.

① Nord und Süd haben die Nichtangriffsvereinbarung zum Verzicht auf Waffengewaltanwendung jeglicher Form wieder bestätigt und sich auf deren strenge Einhaltung geeinigt.

② Nord und Süd haben vereinbart, etappenweise Abrüstung je nachdem zu verwirklichen, wie militärische Spannungen abgebaut und ein militärisches Vertrauensverhältnis hergestellt werden.

③ Nord und Süd haben beschlossen, dieses Jahr, in dem 65. Jahr nach Schließung des Waffenstillstandsabkommens, auf das Zustandekommen der Dreier Gespräche zwischen Nord, Süd und den USA oder der Vierer Gespräche einschließlich Chinas aktiv hinzuarbeiten, um die Beendigung des Krieges zu verkünden und das Waffenstillstandabkommen durch ein Friedensabkommen zu ersetzen sowie eine dauerhafte stabile Friedensordnung zu etablieren.

④ Nord und Süd haben ihr gemeinsames Ziel bekräftigt, durch die vollständige Denuklearisierung die Koreanische Halbinsel kernwaffenfrei zu machen.

Nord und Süd sind zur gemeinsamen Erkenntnis gekommen, dass die initiativreichen Maßnahmen seitens des Nordens von sehr großer Bedeutung für die Denuklearisierung der Koreanischen Halbinsel sind, und haben sich verpflichtet, künftig ihrer eigenen Verantwortung und Rolle vollauf nachzukommen.

Nord und Süd haben sich auf aktives Engagement für die Unterstützung und Zusammenarbeit der internationalen Gesellschaft für die Denuklearisierung der Koreanischen Halbinsel geeinigt.

Die Spitzenpolitiker von Nord und Süd haben vereinbart, durch ordentliche Gespräche und heißen Draht die wichtigen Angelegenheiten der Nation jederzeit und ernsthaft zu besprechen und das gegenseitige Vertrauen zu vertiefen und gemeinsame Anstrengungen zu unternehmen, um die positive Tendenz zur nachhaltigen Entwicklung der innerkoreanischen Beziehungen und zu Frieden, Gedeihen und Vereinigung der Koreanischen Halbinsel weiter auszubauen.

Dafür wird Präsident Moon Jae In im kommenden Herbst Pyongyang besuchen.

Panmunjom, den 27. April 2018

 

Kim Jong Un                                    Moon Jae In

Vorsitzender des Komitees               Präsident

für Staatsangelegenheiten der          der Republik Korea

DVRK

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